Deutsche Börse: Dax-Aktienhandel ist jetzt rund um die Uhr möglich
+++Nach Auto-Krieg mitten in der Nacht: Polizeischutz für beide Großfamilien!
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Aktien von SAP, Siemens oder Allianz am Sonntagmorgen kaufen? Oder mitten in der Nacht verkaufen? Das ist jetzt grundsätzlich möglich. Die Deutsche Börse hat am Dienstag den Handel mit allen 40 Dax-Aktien rund um die Uhr gestartet. Damit können die wichtigsten deutschen Aktien erstmals 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche über die Infrastruktur der Deutschen Börse gehandelt werden.
Der normale Handel über Xetra bleibt dabei bestehen. Die europäischen Kernhandelszeiten liegen dort weiterhin montags bis freitags zwischen 9 und 17.30 Uhr. Für Privatanleger gibt es bereits einen erweiterten Handel von 8 bis 22 Uhr.
Was passiert nachts und am Wochenende?
Neu sind hauptsächlich die Stunden dazwischen. Außerhalb der bisherigen Handelszeiten übernimmt die Plattform 360X, an der die Deutsche Börse beteiligt ist. Dort können ebenfalls die normalen DAX-Aktien in Euro gehandelt werden. Die Abwicklung erfolgt über Clearstream. Für Anleger kann das einen Vorteil haben: Sie können schneller auf Nachrichten reagieren, die nach dem deutschen Börsenschluss kommen. Veröffentlicht ein Dax-Konzern spätabends wichtige Geschäftszahlen oder sorgen Entwicklungen an den Börsen in den USA oder Asien für heftige Kursbewegungen, muss theoretisch nicht mehr bis zum nächsten Morgen gewartet werden.
Kann jetzt jeder sonntags Aktien kaufen?
Nein. Ob Privatanleger den neuen 24/7-Handel tatsächlich nutzen können, hängt davon ab, ob ihre Bank oder ihr Broker den Zugang über 360X anbietet. Die Deutsche Börse richtet das neue Angebot zunächst an ihre angebundenen Marktteilnehmer. Auch wichtig: Nachts oder am Wochenende kann weniger gehandelt werden als zu den üblichen Börsenzeiten. Dann können Kauf- und Verkaufspreise weiter auseinanderliegen. Anleger sollten deshalb genau auf den angebotenen Preis achten.
Und was passiert am nächsten Morgen?
Der letzte Kurs aus der Nacht wird nicht automatisch zum ersten Xetra-Kurs. Zum Handelsstart wird der Preis dort neu ermittelt . Dabei treffen die dann vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge aufeinander. Erst daraus ergibt sich der Xetra-Eröffnungskurs. Die Deutsche Börse stellt ausdrücklich klar, dass die Kurse auf 360X die Eröffnungskurse und Eröffnungsauktionen auf Xetra nicht bestimmen.
Ein einfaches Beispiel: Wird eine Aktie nachts auf 360X für 100 Euro gehandelt, kann sie am nächsten Morgen auf Xetra trotzdem mit einem anderen Kurs starten. Entscheidend sind dann die Kauf- und Verkaufsaufträge, die zum Handelsstart vorliegen.