Deutsche Nationalmannschaft: Jürgen Klopp ernennt zwei DFB-Kader mit je 22 Spielern
Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp hat für die anstehenden vier Länderspiele zwei getrennte Kader nominiert mit insgesamt 44 Spielern. Darunter sind 16 Spieler, die noch nie ein Spiel für die A-Nationalmannschaft absolviert haben.
Die Suche nach Spielern habe ihm Spaß gemacht, sagte Klopp bei der Kadervorstellung. Dabei habe er »ganz viele Fußballtalente gefunden«. Er wolle so viele Spieler wie möglich kennenlernen, sagte der Nationalcoach. »Wir sehen was in den Jungs: ganz viel Potenzial.« Die meisten der Spieler habe er bereits persönlich getroffen, mit den anderen telefonisch gesprochen.
Für die DFB-Elf stehen Ende September und Anfang Oktober vier Spiele in der Nations League innerhalb von nur zehn Tagen an. »Wir wollen alle vier Spiele gewinnen«, sagte Klopp bei der Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Mit dem einen der beiden Kader wird er das Spiel gegen die Niederlande und eines der Spiele gegen Griechenland absolvieren. Danach wird es einen Wechsel geben; mit dem anderen Kader geht der Bundestrainer in das Spiel gegen Serbien und das zweite Griechenlandspiel. Der einzige Spieler, der in beiden Kadern steht, ist Augsburgs Torhüter Finn Dahmen.
El Mala und Ebnoutalib im Kader
Zu seinem Debüt kommen könnte Said El Mala vom 1. FC Köln. Zum Ende der vergangenen Bundesligasaison galt er noch als Kandidat für den WM-Kader von Julian Nagelsmann, wurde dann aber nicht nominiert. Den Frankfurter Younes Ebnoutalib und den Leipziger Brajan Gruda nimmt Klopp ebenfalls mit zur Nations League – beide stehen damit vor ihren ersten Spielen für die deutsche A-Nationalmannschaft.
Neu in den beiden Kadern sind zudem aus der Bundesliga: Hennes Behrens vom FC Augsburg, die vier Freiburger Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant, Bambasé Conté von der TSG Hoffenheim, der Stuttgarter Finn Jeltsch sowie Außenverteidiger Felix Keidel vom Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg, der bis 2025 noch beim FC Ingolstadt in der dritten Liga spielte. Auch Vitaly Janelt vom FC Brentford und Mika Baur von Celtic Glasgow nominierte Klopp.
Ter Stegen wird Nummer eins – Undav bleibt zu Hause
Im Tor macht Klopp zunächst den 34-jährigen Marc-André ter Stegen zu seiner Nummer eins, der nach Jahren beim FC Barcelona inzwischen in den Niederlanden bei Ajax Amsterdam spielt. Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann, der vor Manuel Neuers Comeback im Sommer als deutscher WM-Torhüter gesetzt schien, wurde vom neuen Bundestrainer gar nicht erst in den Kader berufen.
Stattdessen nominierte Klopp neben dem Augsburger Torhüter Dahmen Alexander Nübel von Beşiktaş Istanbul und Noah Atubolu von Eintracht Frankfurt. Auch Bayerns 23-jährige Torwarthoffnung Jonas Urbig ist dabei, obwohl Urbig beim Rekordmeister weiterhin die Nummer zwei hinter Neuer ist.
Nicht nominiert ist Stuttgarts Publikumsliebling Deniz Undav. Bei der WM hatte der VfB-Stürmer noch als Joker auf sich aufmerksam gemacht, nun ist für ihn trotz seiner neun Tore in 13 Länderspielen kein Platz im Kader – »für den Moment«, sagte Klopp. Auch Leroy Sané von Galatasaray Istanbul ist nicht im Kader. Zudem verzichtet der Bundestrainer unter anderem auf den verletzten Leon Goretzka (Aston Villa), den angeschlagenen Angelo Stiller und Jamie Leweling (beide VfB Stuttgart).