Deutsche Telekom Aktie bricht ein: SpaceX greift den US
Schwarzer Freitag für die Deutsche Telekom Aktie: Der Bonner Konzern verliert rund 7 Prozent und ist der größte Verlierer im DAX. Für die Aktie ist es der schwächste Handelstag seit über drei Jahren. Auslöser ist ein Paukenschlag aus den USA: SpaceX will mit eigenen Mobilfunkfrequenzen und seinen Starlink-Satelliten zum landesweiten Mobilfunkanbieter werden. Damit greift der Konzern die wichtigste Ertragsquelle der Telekom an (das sind die besseren Alternativen zur T-Aktie).
Deutsche Telekom Aktie: Größter Verlierer im DAX
Schon vorbörslich zeichnete sich der Absturz ab: Auf Tradegate gab die Deutsche Telekom Aktie am Freitagmorgen rund 5 Prozent nach. Im Xetra-Handel wuchs das Minus dann auf knapp 7 Prozent, und die Aktie rutschte zeitweise unter die Marke von 25 Euro. Seit dem Hoch im Februar hat der Titel damit rund ein Viertel seines Wertes verloren.
Ähnlich hart traf es die US-Tochter: Die Aktie von T-Mobile US verlor im nachbörslichen Handel an der Nasdaq rund 7 Prozent. Auch die US-Konkurrenten gaben deutlich nach: AT&T verlor 6,6 Prozent, Verizon 5,7 Prozent. Der einzige Gewinner des Tages war SpaceX selbst. Die Aktie legte auf Tradegate zeitweise gut 3 Prozent zu.
Der heutige Einbruch passt ins langfristige Bild. In der Zehn-Jahres-Betrachtung legten Deutsche Telekom-Papiere per saldo um +84,4% zu. Das entspricht einer Performance von nur +5,1% pro Jahr. Ein Einsatz von 10.000 Euro wäre damit auf 18.437 Euro gestiegen. Qualifiziert sich die Deutsche Telekom Aktie damit nach den strengen Regeln im boerse.de-Aktienbrief als Champion? Sie sollten wissen: Champions-Aktien verzeichnen seit mindestens zehn Jahren höhere und kontinuierlichere Kurszuwächse bei weitaus niedrigeren Rückschlägen als 99,9% sämtlicher weltweit börsennotierten Aktien. Bei boerse.de finden Sie mehr als 30.000 Aktien, aber nur 100 davon erhalten das Qualitäts-Merkmal „Champion“. Erfahren Sie jetzt, um welche Aktien es sich dabei handelt – klicken Sie hier…
Was hinter dem SpaceX-Deal steckt
Am Donnerstag hatte SpaceX den Kauf eines landesweiten Pakets an Niedrigband-Frequenzlizenzen in den USA vereinbart. Zusammen mit dem Satellitennetz Starlink will der Konzern von Elon Musk damit landesweit Mobilfunk anbieten. Sein Dienst Starlink Mobile könnte so zu einem ernstzunehmenden Anbieter auf dem US-Telekommarkt werden.
Für die Deutsche Telekom ist das ein heikler Punkt. Der Konzern hält rund 54 Prozent an T-Mobile US, und das US-Geschäft ist mit Abstand sein wichtigster Wachstums- und Gewinntreiber. Jeder neue Wettbewerber auf dem lukrativen amerikanischen Markt schlägt deshalb direkt auf die Bewertung der Deutsche Telekom Aktie durch.
Genau solche Kursrückschläge erfasst die Verlust-Ratio aus der boerse.de-Performance-Analyse. Bei der Deutsche Telekom Aktie liegt sie bei 2,35, das Anlage-Risiko gilt damit als moderat. Die Verlust-Ratio multipliziert die Häufigkeit eines Kursverlustes mit dem gewichteten Durchschnittsverlust: Je höher der Wert, desto höher das Risiko. Zusammen mit der geoPAK10 und der Gewinn-Konstanz bildet sie die Basis der Performance-Analyse, mit der der boerse.de-Aktienbrief die 100 Champions auswählt. Warum die Performance-Analyse so erfolgreich ist, können Sie hier nachlesen…
Analysten: Risiko ja – aber keine unmittelbare Bedrohung
Die Experten sind sich einig: Anleger müssen SpaceX künftig als Faktor einpreisen. Die Analysten der Citi sprechen von einem anhaltenden Risiko für Telekom- und Kabelwerte. Die Gefahr, dass SpaceX zu einem Wettbewerber mit eigenem Netz wird, dürfte schon zur jüngsten Schwäche der Branche beigetragen haben.
Gelassener sieht es Stéphane Beyazian von ODDO BHF. Er erwartet SpaceX als „ernstzunehmenden Wettbewerber“ bei der Frequenzauktion der US-Regulierungsbehörde FCC im Jahr 2027. Dort werden 160 MHz im oberen C-Band versteigert. Eine unmittelbare Bedrohung für das Geschäft der Telekom sieht er aber nicht. Ohne Roaming-Abkommen mit einem Partner würde es nach seiner Einschätzung Jahre dauern, bis Starlink ein hochwertiges Produkt aufbauen und vermarkten kann.
Auch die jüngsten Einstufungen großer Häuser sind überwiegend positiv. UBS (07.10.), Deutsche Bank (06.10.), Goldman Sachs (05.10.) und Berenberg (01.10.) empfehlen die Aktie zum Kauf. Bernstein Research stuft sie mit „Market-Perform“ ein (30.09.).
Langfristig ein Depotbremser
Kurzfristige Kaufempfehlungen ändern nichts an der langfristigen Bilanz. Wer die Deutsche Telekom Aktie 2016 gekauft hat, erzielte bis 2025 je nach Verkaufsjahr im Schnitt nur einstellige Jahresrenditen. Einige Haltezeiträume brachten sogar Verluste. Im Vergleich zu den Champions ist die Telekom deshalb ein Depotbremser: Die 100 Champions-Aktien aus dem boerse.de-Aktienbrief verbuchen seit 2016 durchschnittliche jährliche Kursrenditen von +18,5%. Ein Investment in die Deutsche Telekom entwickelte sich deutlich schwächer, und das bei höherem Anlage-Risiko.
Dementsprechend: Fordern Sie jetzt den boerse.de-Aktienbrief gratis an und profitieren Sie wie bereits tausende Anleger von den konkreten Aktien-Empfehlungen. Klicken Sie hier…
Einordnung: Was bedeutet das für Anleger?
Der Kurssturz zeigt, wie stark die Deutsche Telekom Aktie vom US-Geschäft abhängt. Kurzfristig überwiegt die Sorge vor einem Preiskampf im amerikanischen Mobilfunk. Mittelfristig zählt, wie schnell SpaceX tatsächlich ein konkurrenzfähiges Netz aufbauen kann. Frequenzen allein ersetzen weder ein dichtes Mastennetz noch einen festen Kundenstamm.
Anleger sollten deshalb weitere Details zum SpaceX-Deal im Blick behalten, ebenso mögliche Roaming-Partnerschaften von Starlink und die FCC-Frequenzauktion 2027. Bis dahin dürfte die Telekom-Aktie empfindlich auf Schlagzeilen aus den USA reagieren.