Deutsche Top-Aktie auf Rekordhoch - wenn der Markt crasht, sollte sie noch besser laufen!
Die Deutsche Börse (WKN: 581005) hat bei über 311 Euro ein neues Allzeithoch erreicht, während die Märkte schwanken und Anleger aufgrund steigender Zinsen und hoher Ölpreise nervös werden.
Doch das sollte die Deutsche Börse eigentlich freuen, denn der Frankfurter Börsenbetreiber verdient gerade dann, wenn es an den Handelsplätzen hektisch zugeht.
Warum das so ist, und wo die Grenzen dieses Prinzips liegen, zeigt ein Blick auf die Zahlen und das Geschäftsmodell.
Aktie auf Rekordhoch mit solidem Fundament
Die Aktie klettert, und Investoren wissen offenbar warum. Sie setzen auf strukturelles Wachstum statt auf kurzfristige Kursfantasie.
Die Bilanz für 2025 stützt diese Sicht. Das EBITDA ohne Treasury-Ergebnis legte um 14 % auf 2,7 Mrd. Euro zu, der Nettogewinn für die Aktionäre kletterte auf knapp 2 Mrd. Euro. Zinseffekte allein erklären das nicht. Auch das operative Kerngeschäft wächst.
Mehr als nur Börsenhandel
Die Deutsche Börse betreibt längst nicht nur Handelsplätze. Clearing, Abwicklung, Verwahrung, Daten, Indexlösungen und Services für institutionelle Anleger gehören ebenso dazu.
Besonders das Investmentmanagement gewinnt an Gewicht. Die Zukäufe von SimCorp und ISS stärken diese Sparte, ebenso die B2B-Fondsplattform Allfunds.
Wiederkehrende Erlöse machen den Konzern unabhängiger von einzelnen Handelsphasen. So lautet zumindest die Strategie, die meiner Meinung nach gut umgesetzt wird. Dennoch gelten noch die alten Gesetzmäßigkeiten.
Wenn es kracht, klingelt die Kasse
In turbulenten Zeiten handeln Anleger öfter. Sie sichern Portfolios ab, schichten um und passen ihre Derivatepositionen an. Das spült Handels- und Clearinggebühren in die Kasse.
Vor allem bei Futures und Optionen wird Risikomanagement plötzlich zur Pflichtaufgabe. Die Deutsche Börse liefert die zentrale Infrastruktur dafür und verdient an vielen Stationen der Transaktionskette mit.
Ein Kurssturz schadet dem Betreiber also nicht automatisch. Mehr Volatilität kann das Geschäft sogar beleben, auch wenn die Kurse fallen. Das konnten wir regelmäßig in der Vergangenheit beobachten.
Die Regel hat aber Grenzen. Bricht die Liquidität plötzlich weg, schrumpfen die Handelsvolumina oder blockiert eine Krise den Markt über längere Zeit, geraten auch diese Erlöse unter Druck.
Strategie „Leading the Transformation“
Bis 2028 und darüber hinaus soll die neue Strategie Wachstum, Skaleneffekte und Effizienz sichern. Für 2026 peilt der Konzern Nettoerlöse von rund 6,4 Mrd. Euro an, Treasury-Ergebnis eingerechnet. Das EBITDA soll bei etwa 3,8 Mrd. Euro liegen.
Das wären neue Rekorde. Gute Voraussetzungen also, dass auch der Aktienkurs mitzieht.
Fazit zur Aktie der Deutschen Börse: Krisengewinner, aber keine Crash-Versicherung
Wiederkehrende Infrastrukturumsätze plus Zusatzerträge in unruhigen Marktphasen. Es ist diese Mischung, die die relative Stärke der Deutschen Börse erklärt. Ein hochmargiges regionales Monopol macht sie zum Qualitätswert.
Billig ist die Aktie nach dem Rekordhoch allerdings nicht mehr. Mit einem erwarteten KGV von 24 fällt die Bewertung ernüchternd aus. Das Momentum bleibt trotzdem stark, und die strukturellen Wachstumstreiber sprechen für weiteren Rückenwind. Ich bleibe investiert.