Deutscher Autozulieferer macht dicht: 730 Menschen verlieren ihren Job
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Harzgerode (Sachsen-Anhalt) – Ein deutscher Autozulieferer verschwindet, Hunderte Menschen verlieren ihren Job und für manche Familien bricht gleich mehrfach die berufliche Zukunft weg. Nach mehr als 150 Jahren Industriegeschichte wird das Bohai-Werk in Harzgerode in wenigen Monaten geschlossen. Bei der Belegschaft und in der Region sitzt der Schock tief.
Der Kampf um Bohai dauerte 1,5 Jahre, die traditionsreiche Alugießerei in Harzgerode in Sachsen-Anhalt produzierte vorrangig Bauteile für VW‑Motoren. Aber mit dem Umstieg auf Elektroautos gingen die Aufträge zurück. Im Frühling letzten Jahres meldete das Unternehmen Insolvenz an. Eine internationale Suche nach Investoren lief an, um den damals noch 680 Mitarbeitern im Harz die Jobs zu sichern.
Wann das Unternehmen den Betrieb einstellt
Allerdings führten alle Gespräche zu nichts. Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann informierte am Montag die Belegschaft, dass der Geschäftsbetrieb zum 31. Januar 2027 eingestellt wird. Zum Scheitern äußerte er sich auf BILD-Anfrage: „Bis zuletzt gab es einen Interessenten mit Sanierungserfahrung in der Automobilindustrie . Trotz intensiver Verhandlungen konnte keine wirtschaftlich tragfähige Gesamtlösung für die Beteiligten erreicht werden.“ Der Investor sprang erst letzte Woche ab. Nun wird die Produktion schrittweise zurückgefahren, ein Sozialplan soll die zuletzt noch 550 Mitarbeiter unterstützen.
Warum das Aus noch mehr Jobs kostet
Besonders schlimm: Das Bohai-Aus trifft auch Schlote . Der Zulieferer verarbeitet in Harzgerode die von Bohai gegossenen Aluminiumteile weiter und verliert mit dessen Schließung seine Aufträge. Deshalb stellen die bereits insolventen Schlote-Werke in Harzgerode und Wernigerode ebenfalls zum 31. Januar die Produktion ein, rund 180 Jobs fallen weg.
Das sagt die Gewerkschaft zur Schließung
Auch die IG Metall hatte intensiv nach einer Zukunft für das Bohai-Werk gesucht, mögliche neue Kunden und Produkte geprüft, potenzielle Interessenten vermittelt. Gewerkschafter Janek Tomaschefski aus Halberstadt hatte den Prozess mitbegleitet: „Die gestrige Nachricht ist für die Beschäftigten und ihre Familien ein schwerer Schlag. Viele Kolleginnen und Kollegen haben über Jahre und Jahrzehnte hervorragende Arbeit geleistet. Für die Region Harzgerode ist der schlagartige Verlust so vieler Arbeitsplätze besonders hart.“
Bürgermeister kämpft weiter um Standort