Deutscher Einzelhandel mit stärkstem Umsatzeinbruch seit fünf Jahren
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„Auf Niveau des zweiten Corona-Lockdowns“: Einzelhandel mit stärkstem Umsatzeinbruch seit fünf Jahren
Von: Patrick Huljina
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„Der Konsum liegt vorerst an der Leine“ – zu diesem Fazit kommen Experten mit Blick auf die neuen Zahlen zum Einzelhandel. Der Umsatz ist stark eingebrochen.
München – Der deutsche Einzelhandel hat einen erschreckend schwachen Start in die zweite Jahreshälfte hingelegt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte, sank der reale Umsatz im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat um 3,4 Prozent – der stärkste Rückgang seit Juli 2021. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. Stattdessen: ein Absturz, der Erinnerungen an die dunkelsten Monate der Pandemie weckt.
Einzelhandel mit stärkstem Umsatzeinbruch seit fünf Jahren: „Niveau des zweiten Corona-Lockdowns“
„Aktuell liegen wir auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns, das ist extrem unbefriedigend und trifft den Einzelhandel hart“, sagte Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Die schlechte Konsumstimmung, die den Handel schon seit Langem belastet, zeige nun auch in den harten Zahlen ihre Wirkung.
Besonders heftig traf es die Tankstellen. Nachdem der im Mai und Juni geltende Tankrabatt auslief, brachen die realen Umsätze dort um 9,1 Prozent ein. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, bringt es auf den Punkt: „Konkret bedeutet dies: Es wurde weniger Auto gefahren“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die hohen Energiepreise hätten die Fahrt im eigenen Auto für viele Menschen schlicht zu teuer gemacht.
„Konsum liegt vorerst an der Leine“: Inflation, hohe Preise und Hitzewellen sorgen für Umsatzeinbruch
Der Lebensmitteleinzelhandel kam mit einem realen Minus von 0,8 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon. „Am Essen lässt sich wesentlich schwieriger sparen“, so Gitzel. Andere Segmente traf es hingegen weit härter: Der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln sank real um 4,8 Prozent, der Internet- und Versandhandel sogar um 5,6 Prozent.
Hintergrund der Kaufzurückhaltung im Einzelhandel ist auch die wieder anziehende Inflation. Im August kletterte die Teuerungsrate auf 2,9 Prozent – angetrieben unter anderem durch den Iran-Krieg, der die Energiepreise in die Höhe treibt. Die Bruttomonatslöhne wuchsen im zweiten Quartal zwar um 4,1 Prozent, doch nach Abzug der Inflation blieb davon nur ein realer Zuwachs von rund 1,5 Prozent übrig .