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Deutscher Importeur für Premium-Zigarren ist insolvent: ungewöhnlicher Grund

Wirtschaft

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Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg) – Hat es sich bald ausgequalmt mit den edelsten Zigarren der Welt? Der Exklusiv-Importeur der berühmten kubanischen Habanos-Marken für Deutschland, Österreich und Polen hat Insolvenz angemeldet. Für die 5th Avenue Products Trading GmbH wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.

Die Firma wurde 1989 von Heinrich Villiger gemeinsam mit der kubanischen Habanos S.A. gegründet. Sie ist der einzige Vertriebspartner für 27 kubanische Premium-Zigarrenmarken, darunter Cohiba, Montecristo und Romeo y Julieta. Beliefert werden rund 200 Händler in Deutschland .

Der Grund für die Insolvenz

Besonders brisant: Hinter der Insolvenz stecken keine Absatzprobleme oder Managementfehler. Auslöser sind EU‑Strafen. Insolvenzverwalter Dr. André Berbuer zu BILD: „Die Insolvenz geht ausschließlich auf Sanktionen der Europäischen Union zurück, die gegen einen mittelbaren Gesellschafter verhängt worden sind.“

Die Folgen sind dramatisch: Alle Vermögenswerte sind seit Ende August eingefroren. Der Importeur kann nicht mehr zahlen, obwohl genug Geld da sein soll. Hintergrund: Zahlungen sind seither nur noch nach Zustimmung der Bundesbank möglich, die sich bei der Freigabe an Vorgaben der entsprechenden EU-Verordnung halten muss. „Wir sind hier im Gespräch mit den Behörden und haben auch erste Freigaben erhalten“, so der Sanierungsexperte. Auch für die 49 Mitarbeiter ist die Situation sehr schwer. „Wir rechnen auch damit, dass wir kurzfristig wieder in der Lage sind, Löhne zu bezahlen“, sagt Dr. André Berbuer.

Verbrecherboss im Hintergrund

Die Spuren führen zu der kambodschanischen Prince Holding Group und deren Gründer Chen Zhi. Gegen ihn verhängte die EU Sanktionen . Der Unternehmer steht im Verdacht, Teil eines kriminellen Netzwerks zu sein. Auch das US-Justizministerium hat ihn verklagt und wirft ihm unter anderem Betrug , Menschenhandel und sogar Folter vor.

Chen Zhi soll über Holdinggesellschaften mittelbar Anteile an der kubanischen Habanos S.A. in Kuba halten. Diese wiederum ist an der 5th Avenue Products Trading GmbH beteiligt. Genau diese Beteiligung veranlasste Banken dazu, die Konten von 5th Avenue zu sperren. Dem Zigarren-Importeur selbst werden dabei keinerlei Straftaten vorgeworfen.

In einem Schreiben bezeichnete die Unternehmensführung daher die Pleite als Folge „außergewöhnlicher externer Umstände“. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb „so bald wie möglich wieder aufzunehmen“.

Unterdessen müssen Zigarrenliebhaber auf Lagerbestände setzen. Denn für die Habanos-Marken gibt es derzeit keine alternative Bezugsquelle.

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