Deutscher in Russland wegen „Söldnertums“ für die Ukraine festgenommen
Russische Sicherheitsbehörden haben einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der in den ukrainischen Streitkräften gedient haben soll. Anschließend soll er jedoch nach Russland desertiert sein, weil ihm die vereinbarte Vergütung nicht ausgezahlt worden sei. Das teilte das Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB am Mittwoch mit.
Der FSB habe „einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der aktives Mitglied der ukrainischen Streitkräfte ist“, hieß es in einer von mehreren russischen Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung des FSB. Der Inlandsgeheimdienst veröffentlichte ein Video, in dem sich der Mann während seiner Festnahme auf Deutsch äußert.
„Derzeit wird über die Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Festgenommenen wegen des Verdachts einer Straftat nach Artikel 359 des russischen Strafgesetzbuches (Söldnertum) entschieden“, teilte der FSB mit.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax soll der Deutsche bereits von 2004 bis 2010 als Teil des deutschen Kontingents an Kampfeinsätzen in Afghanistan teilgenommen haben. Von 2006 bis 2008 habe er am bewaffneten Konflikt in Somalia teilgenommen und anschließend von 2008 bis 2010 als Söldner in Syrien gekämpft.
Deutscher soll als Scharfschütze für Ukraine im Einsatz gewesen sein
„Von 2016 bis 2018 diente er in der Ukraine als Scharfschütze in einer Struktureinheit der territorialen Verteidigungskräfte der ukrainischen Streitkräfte. Dieser Einheit gehörten auch britische Staatsbürger an“, zitierte Interfax den FSB. Angeblich war er an der Frontlinie im Gebiet Donezk im Einsatz, das damals teils von prorussischen Separatisten kontrolliert wurde.
Im April hatten russische Behörden nach eigenen Angaben eine Deutsche mit einer selbstgebauten Bombe im Rucksack festgenommen. Sie warfen ihr vor, im Auftrag der Ukraine eine öffentliche Einrichtung in die Luft sprengen zu wollen.
FSB meldet immer wieder Festnahme proukrainischer Verdächtiger
Der FSB hatte in der Vorwoche auch die Festnahme eines angeblich für die Ukraine kämpfenden schwedischen Staatsangehörigen gemeldet. Der Mann soll als Kommandeur einer Drohnen-Einheit an der Seite von Kiews Truppen gekämpft haben. Er war laut FSB beim illegalen Grenzübertritt im Gebiet Pskow im Westen Russlands festgenommen worden. Er wird verdächtigt, Sabotage- und Terroranschläge auf militärische Einrichtungen in Russland geplant zu haben.