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Deutscher KI-Gründer im Mittelpunkt eines möglichen Milliarden-Deals

Wirtschaft

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Von Katie Roof

Ein deutscher Gründer steht im Mittelpunkt eines möglichen Milliarden-Deals im Silicon Valley: Florian Juengermann gründete 2023 gemeinsam mit Alfred Wahlforss das KI-Start-up Listen Labs. Nun hat der US-Softwarekonzern Salesforce nach Informationen von Business Insider, das wie BILD zum Axel Springer Global Reporters Network gehört, Gespräche über einen Kauf des Unternehmens für rund zwei Milliarden Dollar geführt.

Eine Einigung gibt es bislang allerdings nicht. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen und könnten auch ohne einen Deal enden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Salesforce und Listen Labs reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

Das Potenzial von KI für die Marktforschung

Juengermann war zuvor deutscher Meister im Competitive Programming. Wahlforss und er lernten sich während ihres Studiums an der Harvard University kennen. Dort arbeiteten sie gemeinsam an einer KI -Avatar-App, die viral ging und laut Sequoia Capital bereits am ersten Tag 20.000 Nutzer gewann.

Bei der Befragung der Nutzer ihrer App setzten die beiden eine frühe Version dessen ein, was später Listen Labs werden sollte. Dabei erkannten sie das Potenzial von Künstlicher Intelligenz für die Marktforschung. Die Software von Listen Labs automatisiert große Teile der qualitativen Marktforschung – ein Bereich, der traditionell teuer und zeitaufwendig ist.

Prominente Kunden

Zu den Kunden zählen Microsoft, Anthropic, Google, Nestlé, Sweetgreen und Perplexity. Anfang des Jahres teilte Listen Labs mit, sein auf Jahresbasis hochgerechnetes Umsatzniveau innerhalb eines Jahres um das 15-Fache gesteigert zu haben. Innerhalb von neun Monaten habe das Unternehmen zudem mehr als eine Million Menschen befragt.

Für Salesforce würde die Übernahme in die Strategie passen, die eigene KI-Plattform Agentforce über die reine Automatisierung wiederkehrender Aufgaben hinauszuentwickeln.

Listen Labs könnte Agentforce dabei helfen, besser zu verstehen, was Kunden denken und wollen. Die Technologie könnte etwa empfehlen, welche Produkte sie möglicherweise kaufen würden, und Vertriebsmitarbeitern dabei helfen, die passende Ansprache für einen Geschäftsabschluss zu entwickeln.

Ein Kauf von Listen Labs wäre Teil einer jüngsten Welle milliardenschwerer KI-Übernahmen. Nvidia übernahm Hugging Face für rund 12,9 Milliarden Dollar, Stripe kaufte OpenRouter für rund acht Milliarden Dollar.

Salesforce arbeitet seit einiger Zeit daran, seine Position im KI-Geschäft zu stärken, mit besonderem Fokus auf KI-Agenten für Unternehmenskunden. Laut The Information hatte der Konzern zuvor auch eine Übernahme von Hugging Face erwogen, bevor das Unternehmen an Nvidia verkauft wurde.

Listen Labs wurde bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde Anfang dieses Jahres noch mit 500 Millionen Dollar bewertet. Zu den Investoren gehören Sequoia Capital, Ribbit Capital, Conviction Partners und Pear VC.

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