Deutscher Online-Sadist soll Jungen zu Mord getrieben haben
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Karlsruhe – Ein junger Mann, der im März in Rheinland-Pfalz festgenommen wurde, soll Anführer einer rechtsextremistischen Gruppe und einer Gruppe von Online-Sadisten sein. Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe wirft Kai M. nach Angaben vom Donnerstag mehrere entsetzliche Taten vor. Die Vorwürfe erinnern an den „White Tiger“-Komplex . Im aktuellen Fall soll M. einen minderjährigen Jungen in Russland dazu gebracht haben, an einer Schule ein Kind mit einem Messer zu töten. Außerdem soll er in einer Chatgruppe zur Tötung eines US-Bürgers aufgerufen und Jugendliche in den USA sowie in Schweden zu Brandanschlägen auf Fahrzeuge angestiftet haben. Videos von Gewalttaten im Internet verbreitet Hinzu kommt der Verdacht, dass Kai M. ein Kind im europäischen Ausland zu schweren sexuellen Selbstverletzungen mit einem Messer gedrängt und die Taten anschließend teilweise als Videos im Internet verbreitet hat. Nach Angaben der Ermittler gründete der junge Deutsche spätestens Ende März 2024 gemeinsam mit anderen eine rechtsextreme Online-Gruppierung. Ziel sei es gewesen, durch schwere Gewalttaten und öffentliche Aufrufe dazu die gesellschaftliche Ordnung zu destabilisieren. Bild- und Videoaufnahmen von Gewalttaten wurden demnach gezielt verbreitet, um Nachahmer zu gewinnen und für weitere Anschläge zu werben. Internationales Netzwerk der „COM-Szene“ Beide Gruppen werden von den Ermittlern der sogenannten „ COM-Szene “ zugerechnet – einem internationalen Netzwerk gewaltverherrlichender Online-Communities. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) suchen Täter über Social Media, Messenger-Dienste und Gaming-Plattformen gezielt Kontakt zu potenziellen Opfern zwischen 8 und 17 Jahren. Besonders gefährdet seien psychisch belastete, weibliche Minderjährige oder Jugendliche aus gesellschaftlichen Minderheiten. Die miese Masche der Täter Die Täter gewinnen laut BKA zunächst das Vertrauen ihrer Opfer und setzen sie dann mit Erpressung unter psychischen Druck. Betroffene werden teils zu Selbstverletzungen, sexuellen Handlungen, Tierquälerei, Sachbeschädigungen oder sogar Suizidversuchen gedrängt. Die Taten werden häufig gefilmt oder live übertragen. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang auch das berüchtigte Online-Netzwerk „764“ . Gegen mutmaßliche Mitglieder laufen Ermittlungen in mehreren Bundesländern. Der Verfassungsschutz sieht in Teilen der „COM“- und „764“-Szene eine Form des „gewalttätigen Extremismus “, bei der extreme Gewalt, Menschenfeindlichkeit und teils rechtsextreme Bezüge zusammentreffen. Kai M. war bereits am 17. März 2026 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.