Deutschlands größter Offshore-Windpark offiziell eröffnet
Stand: 17.09.2026 18:48 Uhr
In der Hamburger Hafencity ist am Donnerstag die Inbetriebnahme des Windparks He Dreiht gefeiert worden. Der größte deutsche Windpark auf See kann umgerechnet bis zu 1,1 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Der Eröffnungstermin ist allerdings nur zeremoniell.
Die 64 Windkrafträder des Windparks He Dreiht stehen rund 90 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum. Mehr als zwei Drittel der Turbinen haben laut dem Betreiber EnBW zufolge bislang Strom eingespeist. Das Unternehmen aus Karlsruhe erwartet, dass die volle Kapazität des Windparks erstmals im Oktober erreicht wird. Die soll bis zu einem Gigawatt betragen.
Großer Sprung für die Windenergie in Deutschland
Der Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie Offshore, Stefan Thimm, sprach von einem großen Sprung für die Offshore-Windenergie in Deutschland. Die Gesamtleistung der Windräder in der deutschen Nord- und Ostsee habe zum Ende des ersten Halbjahres bei rund 10,8 Gigawatt gelegen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte in Hamburg, He Dreiht mache Deutschland unabhängiger von fossiler Energie. "In der Entwicklung der Offshore-Windenergie liegt enormes wirtschaftliches Potenzial für die Küstenregionen, aber auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt."
Ohne öffentliche Zuschüsse finanziert
Der 2,4 Milliarden teure Windpark wurde komplett privatwirtschaftlich finanziert. Durch direkte Stromlieferverträge mit Großkonzernen wie Google, DHL und anderen Großunternehmen will EnBW dafür sorgen, dass der Ökostrom auch garantiert abgenommen wird. Denn derzeit machen hohe Zinsen, Lieferkettenprobleme, der immer noch ungenügende Netzausbau und Milliardeninvestitionen für den Kauf der Ausbaurechte auf Hoher See den Konzernen zu schaffen.
Windparkbetreiber hoffen auf Mindesterlöse
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) forderte bei dem Startschuss für He Dreiht, die Installation neuer Windkrafträder zu beschleunigen. Einen konkreten Effekt erhoffen sich viele Investoren durch die im nächsten Jahr EU-weit kommenden sogenannten Differenzverträge. Die sollenden Windparkbetreibern Mindesterlöse für Windstrom garantieren.