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Deutschlands Männer sind Hockey-Weltmeister

Sport

Als auch der letzte Schritt dieses Turniers bewältigt war, wollte sich vor lauter Erschöpfung zunächst noch keine rechte Ekstase einstellen. Doch die Jubelstimmung der deutschen Herren steigerte sich, sobald sie wieder zu Luft kamen nach einem hochintensiven Endspiel, das ihnen den größtmöglichen Lohn des Hockey-Sommers einbrachte: Weltmeister!

Die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes setzte sich im Finale 1:0 gegen Spanien durch. „Ich bin sehr sprachlos, kann das noch gar nicht realisieren. Dass es diesen Ausgang genommen hat, ist unglaublich“, sagte Justus Weigand dem TV-Sender Magenta. Das Tor zur Goldmedaille erzielte aber nicht der Torjäger vom Dienst, sondern der 23-jährige Michel Struthoff (44. Minute). Einer der Youngster im Team, die großen Anteil an der „Traumreise der vergangenen Wochen“ (Bundestrainer André Henning) hatten.

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Weltmeisterlich verteidigt und effizient im Angriffsspiel – das war die Mischung, welche die deutsche Equipe im Stadion von Wavre auf einen weiteren Gipfelpunkt gebracht hat.

Die deutschen Herren krönten mit der erfolgreichen WM-Titelverteidigung in Belgien am Sonntagabend ihre famose Erfolgsserie, die 2023 begonnen hat. Seitdem ist die DHB-Auswahl zweimal Weltmeister, einmal Europameister und einmal Olympia-Silbermedaillengewinner geworden. Mit dem nunmehr vierten WM-Titel ihrer Geschichte sind die Deutschen zudem mit Rekordweltmeister Pakistan gleichgezogen.

Mentalitätsmarathon und Meisterleistung

Dieses Mal setzten sich die deutschen Herren in einem immens harten Ringen hinweg über die Spanier, gegen die sie im Turnierverlauf ihre einzige Niederlage kassiert hatten. Ebenso komplex war es für die deutschen Herren schon am Freitagabend im Halbfinale gegen Argentinien zugegangen. Der 2:1-Erfolg, sagte Bundestrainer Henning, der häufiger eigene Wortschöpfungen hervorbringt, sei „ein Mentalitätsmarathon“ gewesen, den die Mannschaft mit „einer Meisterleistung“ bewältigt habe.

Die vierte Finalteilnahme bei einem großen Turnier seit 2023 in Serie bezeichnete Henning als „überragend und auch etwas überraschend“. Sie beruhte auf top abgestimmten „Achsen“ auf dem Feld; der ausgeprägten Fähigkeit, Drucksituationen und schlechte Phasen im Team zu überwinden; fraglos jeder Menge individueller Klasse, aber gleichzeitig auch einer sehr gelungenen Integration der jungen WM-Debütanten (sechs Aktive sind 23 Jahre alt oder jünger), welche das erfolgreiche Spiel im Turnier mitentscheidend trug.

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Bei diesem Championat zeichnete die DHB-Auswahl aus, immer „voll da“ – und erfolgreich – zu sein, wenn es darauf ankam. Beispielsweise in der Vorrunde gegen Belgien (1:0) und der Zwischenrunde gegen Australien (4:2). Dagegen blieb die Mannschaft deutlich hinter ihrem Leistungsmaximum zurück, als sie nicht musste, also als es für ihr Weiterkommen nicht unbedingt nötig war: in der Vorrunde gegen Frankreich (1:1) und beim ersten Duell gegen die starken Spanier (1:2) in der Zwischenrunde.

Das abermalige Aufeinandertreffen im Finale von Wavre begann temporeich und energetisch mit einigen Offensivszenen auf beiden Seiten. Beide Teams kamen früh im Match zu je einer Strafecke, welche die Abwehrreihen zu entschärfen wussten. Im zweiten Viertel war der deutsche Torhüter Jean-Paul Danneberg reaktionsschnell auf dem Posten bei einem Rückhandschuss der Spanier (25.), die Deutschen wiederum kamen zu aussichtsreichen Chancen bei Kontern.

Es war eine erste Halbzeit auf hohem Niveau. Das konnte im dritten Viertel von der deutschen Equipe zunächst nicht gehalten werden. Die Iberer, zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder in einem WM-Finale und zuvor im Turnier siegreich gegen die beiden Gastgeber Belgien und Niederlande, waren nun deutlich spielbestimmend. Doch wenn sich die Deutschen bei diesem Turnier auf eines verlassen konnten, war es ihre Defensive. Und auf ihre Effizienz im Angriff. Das Führungstor von Struthoff, herausgearbeitet mit technischer Extraklasse, fiel überraschend (44. Minute). Auch eine spanische Strafecke kurz vor der letzten Viertelpause überstanden die Deutschen unbeschadet.

Der Schlussabschnitt begann mit starken Angriffen auf beiden Seiten. Nach einer Doppelchance durch Justus Weigand und Struthoff kamen die Spanier nach schöner Kombination vor das deutsche Tor und zwangen Keeper Danneberg zu einer weiteren starken Tat. Die Schlussoffensive der Iberer überstanden die deutschen Defensivkünstler sogar mit einer Spur unaufgeregter Hartleibigkeit. Dann folgte peu à peu die große Ausgelassenheit.

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