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Deutschlands Stromnetz im Visier: Feuer in Berlin, Loch im Zaun am Umspannwerk Wesel

Nation

Die Serie verdächtiger Vorfälle rund um die deutsche Stromversorgung reißt nicht ab. Innerhalb weniger Stunden rückten Polizei und Feuerwehr zu zwei Umspannwerken in Berlin und Nordrhein-Westfalen aus. Ob es sich tatsächlich um gezielte Attacken handelte, ist noch ungeklärt.

In der Nacht zu Montag brach auf einer Baustelle in der Bissingzeile im Berliner Bezirk Mitte ein Feuer aus, wie Bild berichtet. Die Flammen griffen auf ein Umspannwerk über. Gegen 2 Uhr rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an, um den Brand zu löschen und die empfindliche Infrastruktur zu schützen.

Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Ermittler untersuchen das Gelände akribisch. Die Brandursache ist bislang ebenso unklar wie die Frage, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Stromausfälle wurden nicht gemeldet.

Loch im Sicherheitszaun des Umspannwerks Wesel

Nur vier Stunden zuvor hatte ein verdächtiger Fund am Umspannwerk Niederrhein in Wesel einen Polizei-Großeinsatz ausgelöst. Zahlreiche Einsatzkräfte umstellten am Sonntag gegen 22 Uhr das weitläufige Gelände der RWE-Anlage. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Umspannwerk.

Auf dem Werksgelände waren zuvor Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Bei einer ersten Überprüfung entdeckten die Einsatzkräfte ein Loch im Sicherheitszaun. Unbekannte waren offenbar dadurch auf das Gelände gelangt.

Die Polizei durchsuchte daraufhin das gesamte Areal. Zu den Hintergründen machte sie vor Ort zunächst keine näheren Angaben. Noch wird ermittelt, ob die Eindringlinge technische Anlagen beschädigt oder manipuliert haben.

Fahndung nach Daniel V.

Die beiden Alarmfälle treffen auf eine angespannte Lage. Zuletzt hatte es eine Reihe versuchter Sabotageaktionen gegen Umspannwerke und Hochspannungsleitungen gegeben – in Turnow-Preilack in Brandenburg, Bergheim und Dormagen in Nordrhein-Westfalen sowie Görlitz und Bautzen in Sachsen.

Wegen dieser Serie fahnden die Ermittlungsbehörden seit Tagen intensiv nach dem 48 Jahre alten Daniel V. Am Samstag veröffentlichten sie einen Fahndungsaufruf und baten die Bevölkerung um Hinweise.

„Mehrere Menschen haben sich daraufhin gemeldet. Die Hinweise werden geprüft“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Bild. Während die Fahndung läuft, müssen nun auch die Vorgänge in Wesel und Berlin aufgeklärt werden. Bis dahin bleibt offen, ob sie zur Serie gehören – oder ob zwei Umspannwerke binnen weniger Stunden aus unterschiedlichen Gründen zum Schauplatz von Großeinsätzen wurden.

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