DFB-Elf in der Einzelkritik Nur Rückkehrer Bisseck überzeugt
Alexander Nübel: Der Torwart von Besiktas Istanbul strahlte Ruhe aus und hatte immer den Überblick. Bei Flanken und Ecken war er souverän - genau wie im Passspiel. So richtig gefährliche Situationen für ihn gab es aber auch nicht zu überstehen. Beim abgefälschten Schuss von Dimitrios Kourbelis, der zum Gegentor führte, war er machtlos.
Josha Vagnoman: Was die Offensive angeht, kam vom Stuttgarter nicht viel. Das deutsche Angriffsspiel über die rechte Seite blieb deshalb eher blass. Hinten zeigte er die ein oder andere Unsicherheit - insgesamt kein gutes Spiel. So ging er vor dem 0:1 viel zu zögerlich zu Werke, sodass der Ball über seine Seite in den Strafraum kam.
Jonathan Tah: Hielt als Abwehrchef die deutsche Defensive zusammen und hatte sehr gute Szenen im Aufbauspiel, das fast immer über ihn lief.
Yann Aurel Bisseck: Der Mann von Inter Mailand lieferte in der Innenverteidigung bei seiner Rückkehr nach anderthalb Jahren DFB-Pause eine abgeklärte Vorstellung ab: starkes Passspiel, starkes Stellungsspiel, starkes Kopfballspiel. Schon in der 17. Minute sah er früh eine Gelbe Karte, was er aber gut wegsteckte.
Nathaniel Brown (bis 84. Minute): Seine linke Seite machte der Münchner dicht und kam dabei in der Offensive immer auch wieder zu gefährlichen Flügelläufen. Seine Flanken landeten aber dann meist bei den griechischen Abwehrspielern. Und bis zur Grundlinie kam er nur selten durch. Dennoch: Klar besser als sein Pendant Vagnoman auf der rechten Seite.
Joshua Kimmich: Einige gute Chancen des DFB-Teams leitete er mit schönen Pässen in die Spitze gut ein, zum Beispiel eine Großchance von Karim Adeyemi. Auf der Sechserposition war er gewohnt zweikampfstark und viel unterwegs. Unermüdlich versuchte er, das deutsche Spiel anzukurbeln. Doch auch ihm fehlte es an Kreativität. In der zweiten Halbzeit scheiterte er mit einem Freistoß nur knapp an Konstantinos Tzolakis. Kimmich war es aber auch, der den Griechen nach einem Ballverlust in der 67. Minute eine Riesenchance ermöglichte.
Felix Nmecha (bis 84. Minute): Kampf und Einsatz stimmten beim Dortmunder - bis zum 0:1. Beim Gegentor verpasste er es, Druck auf Kourbelis zu machen und ermöglichte ihm den Treffer - das war schlechtes Zweikampfverhalten. Nmecha ging da viel zu lasch hin. Was die Offensive angeht, agierte er auch eher unglücklich und ideenlos. Bei einer guten Chance kurz nach der Pause war er zu überhastet.
Bambasé Conté (bis 65. Minute): Auf der zentralen Position eingesetzt, konnte der Hoffenheimer gegen die dicht gestaffelte griechische Abwehr wenige Akzente setzen und blieb blass. Zum Start der zweiten Halbzeit hatte er wenigstens einmal einen guten Abschluss. Ansonsten war die Bürde wohl zu groß und der griechische Block nicht zu überwinden.
Florian Wirtz (ab 65. Minute): Der hochtalentierte Wirtz machte es anschließend nicht viel besser als Conté und hatte wenige gute Szenen.
Karim Adeyemi (bis 75. Minute): Immer wieder versuchte er, zu Abschlüssen zu kommen, agierte dabei aber eher unglücklich. In der 27. Minute vergab er frei vor dem Tor die Riesenchance zur Führung, vier Minuten später scheiterte er an Konstantinos Tzolakis. Dennoch: Auf dem Platz war der Barca-Spieler noch einer der Agilsten.
Serge Gnabry (ab 75. Minute): Mit ihm kam in der Schlussphase noch einmal mehr Schwung ins deutsche Angriffsspiel. So prüfte er kurz nach seiner Einwechslung Tzolakis mit einem strammen Schuss.
Younes Ebnoutalib: Wenn einmal ein Ball in den Strafraum kam, war der Frankfurter zumindest in der Nähe. Zum Abschluss kam er aber nicht - gute Flanken gab es aber auch viel zu wenig. Im direkten Zweikampf prallte er ein ums andere Mal an seinen Gegenspielern ab. So ein wenig war er in der Spitze aber auch auf sich allein gestellt. In der zweiten Halbzeit tauchte er dann völlig ab.
Kevin Schade (bis 65. Minute): Gerade in der ersten Halbzeit ging der Mann vom FC Brentford völlig unter und hatte kaum einmal eine Aktion. Das Zusammenspiel mit Ebnoutalib, Adeyemi und Conté funktionierte nicht. Im zweiten Durchgang wurde er wesentlich agiler - mehr aber auch nicht.
Jonathan Burkardt (ab 65. Minute): Der Frankfurter hatte ähnliche Probleme wie Schade und kaum Bindung zum Spiel.