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DFB-Frauen schlagen Japan - doch Wück, Dallmann und Bühl sehen Baustellen

Sport

Zweiter Sieg im zweiten Spiel

Der Schein trügt ein wenig

14.10.2026 - 10:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Die DFB-Frauen gewinnen ihre ersten beiden Länderspiele der Saison. Das Team erkennt dennoch Probleme. Der Bundestrainer rückt eine Position besonders in den Fokus.

Aus Bremen berichtet Jan Schultz

Klara Bühl strahlte bis über beide Ohren. "Auf dem Platz hat es unglaublich viel Spaß gemacht", berichtete Deutschlands Flügelstürmerin nach dem Spiel gegen Asienmeister Japan in den Katakomben des Weserstadions. Überglücklich hielt sie fest: "Wir haben kompakt gestanden und attraktiven Fußball gespielt." Auch das Ergebnis stimmte. Die DFB-Frauen setzten sich mit 2:1 (1:1) gegen den Fünften der Weltrangliste durch, fuhren damit nach dem 4:2 über Australien den zweiten Sieg im zweiten Länderspiel der Saison ein.

"Wir können heute alle stolz sein", lobte Christian Wück bei der Pressekonferenz nach dem Spiel seine Mannschaft. "Es war außergewöhnlich, was die Mädels gezeigt haben – vor allem die Arbeit gegen den Ball." Knapp acht Monate vor dem Beginn der Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien ist die deutsche Frauen-Nationalmannschaft mit zwei Siegen in die Saison gestartet. Doch der Schein trügt ein wenig.

Dallmann fordert mehr Reife vom Team

Auf einer Skala von null bis zehn bewertete Bühl die Länderspielpause für Deutschland mit "einer 6,5 oder 7 – ich sehe noch Potenzial". Es liege in ihrem Naturell, immer mehr zu wollen. Und mit den DFB-Frauen sieht sie den "einen oder anderen Bereich, in dem wir uns weiterentwickeln können".

Mit dieser Einschätzung war die Siegtorschützin, die zudem den ersten deutschen Treffer vorbereitet hat, nicht allein. "Zum Ende hin muss man das Spiel etwas mehr kontrollieren, weniger Bälle verlieren. Da müssen wir noch erwachsener werden", merkte Linda Dallmann kritisch an. Man dürfe die Gegnerinnen nicht dazu einladen, das Spiel "wieder spannend zu machen. Das war schon im ersten Spiel ein Thema".

Gegen Australien hatte die deutsche Nationalelf kurz vor der Pause mit 2:0 geführt, mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit aber noch den Anschlusstreffer kassiert. Das Team hatte versucht, den Ball tief in der gegnerischen Hälfte zu erobern, war dabei aber ins Leere gelaufen und öffnete den Australierinnen somit große Räume. Wück wurde anschließend deutlich: "Ich mag keine vermeidbaren Fehler." Elisa Senß appellierte an sich und ihre Mitspielerinnen, "vor der Halbzeit schlau" zu sein und nicht mehr derart hoch zu pressen.

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Gegen Japan war es am Dienstagabend in Bremen nun nicht übereifriges Anlaufen, was den DFB-Frauen kleinere Probleme bereitete. "Wir haben richtig gute Phasen, aber auch Phasen, in denen wir oftmals noch falsche Entscheidungen treffen oder die Abstände nicht stimmen", beobachtete Wück.

Er blickte dabei vor allem auf die Anfangsphase, als sein Team kaum Zugriff erhielt und in Rückstand geriet. "Wir hatten teilweise nicht die Chance, überhaupt in den Zweikampf zu kommen", sagte der Bundestrainer und verwies auf die japanische Überzahl im Mittelfeld. Die deutschen Spielerinnen aber reagierten, änderten ihre eigene Struktur leicht und übernahmen in der Folge das Kommando.

Im Mittelfeldzentrum hat Wück ein Problem

Auch vor dem Hintergrund dieser Anpassungsfähigkeit seines Teams sprach Wück von "wichtigen" Erkenntnissen. Eine solche fand sich auch im zentralen Mittelfeld. Ausgerechnet in der laufintensiven Schaltzentrale finden sich mit Sjoeke Nüsken und Elisa Senß die einzigen beiden Feldspielerinnen, die bei beiden Testspielen über die vollen 90 Minuten auf dem Platz standen. Eine klare Alternative fehlte im Aufgebot. Und offenbar auch außerhalb des Kaders.

"Wir haben noch die eine oder andere Position, auf der ich nicht zufrieden bin", sagte Wück und sprach die mangelnde "Quantität im defensiven Mittelfeld" an. "Wenn Sjoeke Nüsken oder Elisa Senß ausfallen, wird es eng. Für die Nationalmannschaft müssen wir viel mehr Alternativen finden."

Eine solche könnte Lena Oberdorf darstellen, die Bayern-Spielerin fällt seit September aber erneut mit Kniebeschwerden aus. Ohnehin, berichtete Wück, hatte er zuvor mit der 51-fachen Nationalspielerin ausgemacht, dass sie in diesem Jahr nicht mehr für die DFB-Frauen nominiert wird. Sie soll sich nach ihren zwei aufeinanderfolgenden Kreuzbandrissen zunächst einmal im Klub vollständig zurückkämpfen.

Perspektivisch könnte es unterdessen mit Vanessa Diehm eine weitere Spielerin aus dem U23-Kader in die A-Nationalmannschaft schaffen. Die Hoffenheimerin ist auf der Sechs heimisch und steht bei Wück "auf der Liste".

Trotz der vereinzelten Baustellen überwiegt rund um die deutsche Auswahl das positive Gefühl. Einen "großen Schritt" hat der Bundestrainer während der Oktober-Länderspiele ausgemacht. "Wir sind gefestigt", stellte er zufrieden fest und zog die Japan-Partie als Beweis heran: "Vor einem halben oder dreiviertel Jahr hätten wir ein solches Spiel nicht gedreht." Es soll ein Schritt auf der Treppe des Erfolgs gewesen sein. Einer von vielen. Oder wie Jule Brand sagte: "Wir haben Weltklasse-Spielerinnen. Mit der Mannschaft ist es möglich, Weltmeisterinnen zu werden."

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