DFB-Pokal: Arminia Bielefeld verliert im Elfmeterschießen bei SG Sonnenhof Großaspach
Erstmals nach sechs Jahren wird die zweite Runde des DFB-Pokals ohne Arminia Bielefeld stattfinden. Der Zweitligist und Überraschungsfinalist von 2025 schied am Samstag mit 0:3 im Elfmeterschießen bei Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach aus. Nach der regulären Spielzeit hatte es 2:2 (2:1) gestanden.
Im Elfmeterschießen avancierte Großaspachs Torwart Maximilian Reule zum Helden. Er parierte die Schüsse von Maximilian Bauer und Tim Handwerker. Als dann Robert Uldrikis den dritten Bielefelder Versuch über das Tor setzte, war die Partie entschieden.
Doppelschlag von Russo und Grodowski
In der regulären Spielzeit hatte Elias Rahn (12.) die SG in Führung gebracht. Die Bielefelder Stefano Russo (40.) und Joel Grodowski (42.) drehten die Partie mit einem Doppelschlag, aber Fabian Eisele (55.) sorgte per Foulelfmeter noch einmal für Spannung. Nach einer Gelb-Roten Karte für Joel Felix (90.+2) musste Bielefeld die Verlängerung in Unterzahl bestreiten.
Es war ein gefühltes Heimspiel für Bielefeld, obwohl die Partie nicht in Ostwestfalen, sondern im baden-württembergischen Aspach stattfand. Unter den 5.719 Zuschauern im nur etwa halbvollen Stadion befanden sich rund 2.000 lautstarke Arminia-Fans.
Der dritte Schuss sitzt zur Großaspacher Führung
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase hatte leitete eine Standardsituation die Führung der Gastgeber ein. Ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld und eine Kopfballablage verursachten Chaos in Bielefelds Strafraum. Die ersten beiden Abschlüsse wurden noch geblockt, der dritte saß: Rahn traf links oben, Jonas Kerskens Ballkontakt mit den Fingerspitzen änderte daran auch nichts mehr.
Kurz darauf verhinderte Kersken mit Glück und Geschick einen nächsten Gegentreffer: Er ließ einen Distanzschuss von Tim Rossmann nach vorne abprallen, rappelte sich aber rechtzeitig auf und blockte Fabian Eiseles Nachschuss spektakulär mit der linken Hand.
Abwehr-Slapstick vor Bielefelds zweitem Tor
Die Führung war durchaus verdient, Großaspach war in einer ausgeglichenen Partie die leicht bessere Mannschaft. Bielefeld kam kaum gefährlich vors Tor und brauchte dann seinerseits eine Standardsituation für den Ausgleich.
Sicker schlug einen Eckball von der linken Seite, in der Mitte gewann Maximilian Bauer sein Kopfballduell und am zweiten Pfosten nickte Russo ein.
Nur wenig später nutzte Bielefeld Großaspacher Missgeschicke im eigenen Strafraum. Luca Molinari blieb mit zwei Befreiungsschlägen nacheinander hängen, dann behinderte Arbnor Nuraj seinen Teamkollegen Eisele bei dessen Klärungsversuch. Der Ball landete vor den Füßen Grodowskis, der ohnehin einen Lauf hat: Zuletzt hatte er beim 3:0 gegen Cottbus dreifach getroffen.
Handelfmeter bringt Großaspach zurück
Der Doppelschlag hatte Wirkung, die Arminia übernahm die Kontrolle, Großaspach taumelte. Da kam der Handelfmeter gerade recht: In einer Zweikampfsituation bekam Bielefelds Joel Felix den Ball aus kurzer Distanz auf Kopfhöhe an den angewinkelten Unterarm.
Es war ein Kann-Elfmeter, ein Video-Assistent (fehlt in der ersten Pokalrunde) wäre wohl nicht eingeschritten. Eisele verwandelte den Strafstoß sicher.
Erst Handspiel, dann Gelb-Rot: Gebrauchter Tag für Joel Felix
Plötzlich waren die Gastgeber wieder obenauf, waren dem dritten Treffer näher als die Bielefelder, richtig große Chancen blieben aber aus.
In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit hatte Pechvogel Felix seine zweite unglückliche Aktion: Bei einer versuchten Rettungsaktion verfehlte er den Ball und traf stattdessen den heranrauschenden Marlon Faß. Gelb-Rot war die passende Bestrafung.
Wörl trifft in der Verlängerung den Pfosten
Die Arminia musste die Verlängerung also in Unterzahl bestreiten und beschränkte sich dort zunächst aufs Verteidigen. Großaspach hatte einige Abschlüsse, aber keine wirklich zwingenden.
Wild war die 111. Minute: Erst setzte Bielefelds Marius Wörl einen Distanzschuss an den Innenpfosten, dann entschärfte Bielefelds Kersken einen Abschluss von Faß mit einer starken Parade.
Im Elfmeterschießen sorgten dann Nuraj, Molinari und Franz Xaver Bleicher für eine perfekte Ausbeute bei den Gastgebern. Erstmals in der Vereinsgeschichte zog die SG Sonnenhof Großaspach in die zweite DFB-Pokal-Runde ein.