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DFB-Pokal: Edin Dzeko bewahrt Schalke 04 vor Blamage bei Hallescher FC

Sport

"Wir sind heute den schwierigen Weg gegangen, den Schalke-Weg - aber das sind wir gewohnt. Es war wichtig, nicht den Kopf zu verlieren, das haben die Jungs richtig gut gemacht", sagte S04-Trainer Miron Muslic im Sportschau-Interview. Und Schalke-Debütant Robin Gosens meinte: "Die Mannschaft war sehr resilient, das hat mir imponiert, auch wenn es einiges zu verbessern gibt. Wir gehen mit einem positiven Gefühl in die Woche, die Euphorie im Verein ist riesig."

Seit Monaten freut sich Schalke auf die Rückkehr in die Bundesliga, doch eine Woche vor dem Spiel am kommenden Sonntag beim FC Augsburg (17.30 Uhr) stand der Aufgalopp beim Tabellenzehnten der Regionalliga Nordost auf dem Programm. Und trotz des Klassenunterschieds und der Euphorie in Gelsenkirchen nach dem Aufstieg, entpuppte sich das Pokalspiel als sehr zähe und problembehaftete Angelegenheit.

Hallescher FC jubelt vergeblich nach Hartmann-Freistoß

Muslic versuchte es mit nur einem Neuzugang, Junior Dina Ebimbe feierte seine Premiere, während unter anderem Gosens zunächst auf der Bank saß. Dort sah der Ex-Nationalspieler, wie die Gastgeber nach einem starken Freistoß von Fabrice Hartmann in Jubel ausbrachen, die Anzeigetafel zeigte 1:0 für Halle und die Tormusik wurde eingespielt. Das Problem war nur: Der Ball war knapp am Tor vorbei gegangen, das Lied "Es rappelt im Karton" verstummte wieder.

Damit hatte eine wenig unterhaltsame Partie immerhin einen (kuriosen) Höhepunkt, in der Folge war es dann wieder viel Leerlauf. Es gab aber ein paar Schalke-Gelegenheiten, erst für Adil Aouchiche (21.), dann rutschte Vitalie Becker eine Flanke so aus, dass der Ball auf die Latte titschte (27.), die größte Chance vergab Sylla aus kurzer Distanz nach einer Hereingabe von Dina Ebimbe (36.). Doch dann "rappelte es im Karton" - und diesmal wirklich.

Kastull schockt Schalke kurz vor der Pause

Nach einer Ecke der Gastgeber verlor die Schalker Hintermannschaft die Orientierung, der Ball landete vor den Füßen von Vin Kastull und der Verteidiger verwandelte ins lange Eck - 1:0 für Halle (45.). Kurz darauf ging es für beide Teams in die Kabine, der Neu-Bundesligist verschwand dort etwas desillusioniert, während der Viertligist voller Euphorie in die Pause ging. Schließlich war die Pokal-Sensation nur noch 45 Minuten entfernt.

Im Sportschau-Interview hatte Muslic vor der Partie gesagt, seine Mannschaft sei bereit für den Kampf, den die Hallenser seiner Mannschaft bieten würden - den Beweis blieben die Spieler im ersten Durchgang schuldig. Es drohten ein Fehlstart in die neue Saison und ein Stimmungskiller etwas mehr als drei Monate nach dem Aufstieg aus der 2. Liga.

Halili legt Ljubicic den Ausgleich auf

Nach der Pause fand Schalke allerdings deutlich besser ins Spiel und drückte auf den Ausgleich. Nikola Katic kam dem mit einem Kopfball im Anschluss an eine Ecke schon recht nah (54.), nachdem in den vorigen Minuten bereits einige Schüsse der Gäste geblockt worden waren. Noch enger wurde es für Halle, als Sylla nach einem weiten Einwurf aus sieben Metern zum Abschluss kam, sein Ball aber zu zentral geriet (59.).

Wenig später passierte es dann aber doch, weil Burim Halili nach einer harmlosen Hereingabe ein eklatanter Fehler unterlief, nach dem Ljubicic nur noch zum 1:1 vollenden musste (62.). Schalke hatte sich diesen Treffer verdient, in dieser Situation wäre er aber leicht zu verhindern gewesen. So waren die Gelsenkirchener der zweiten Runde wieder deutlich näher, Muslic brachte direkt danach Edin Dzeko und Gosens, sendete damit das klare Signal, in Kürze den Sieg erzwingen zu wollen.

Dzeko trifft aus elf Metern, aber Stierlin trifft auch

Es schien auch tatsächlich nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Schalke die Wende vollendet. Halle verteidigte nur noch und machte kaum noch was nach vorne, es unterliefen dem Außenseiter auch viel zu viele Fehler. Bis zur ersten Siegchance dauerte es aber bis zur 78. Minute, es war wieder ein Zufallsprodukt, das Dzeko in diesem Fall aber nicht nutzen konnte. Doch es folgte eine noch viel größere Chance für den Bosnier, die er sich nicht nehmen ließ.

Nach einem tiefen Ball von Gosens versuchte Kastull zu ungestüm, den Ball zu klären und traf Sylla am Fuß - es gab Elfmeter. Dzeko, der sich vor kurzem erst für eine Schalke-Zukunft entschieden hatte, zeigte vom Punkt seine ganze Erfahrung und schob den Ball problemlos hoch in die Mitte zum 2:1 (81.). Doch dieser Moment war nicht die Entscheidung, sondern das Hallo-Wach-Signal für die Gastgeber. Erst rettete Loris Karius in der 90. Minute noch stark, nach der folgenden Ecke war der Schalker Keeper nach dem Geschoss von Niclas Stierlin aber machtlos (90.+1).

Dzeko legt Sylla den Siegtreffer auf

Es ging in die Verlängerung - und in der fing sich Schalke wieder. Wieder war die Erfahrung von Dzeko ein entscheidender Faktor, eine Flanke von der linken Seite ließ er sofort perfekt für Sylla tropfen, der die Vorlage seines Sturmpartners perfekt verwandelte (98.). Und in diesem Fall ließ sich Schalke den Vorsprung tatsächlich nicht mehr nehmen, Halle gelang kein zweites Comeback - auch, weil Adamu (105.+1) und Dzeko (117.) erhöhten.

So darf sich das Muslic-Team über das Weiterkommen freuen, es führte dem Trainer allerdings nochmal vor Augen, dass für die Saison in der Bundesliga noch einiges an Arbeit notwendig ist. Die Eindrücke aus Halle bestätigten, dass es für Schalke eine schwere Saison im Abstiegskampf werden dürfte. Fürs Erste sind sie aber immerhin im DFB-Pokal mit einem königsblauen Auge davongekommen.

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