DFB-Pokal: Rot-Weiss Essen besiegt den FC St. Pauli
Die erste Runde des DFB-Pokals ist um eine weitere Überraschung reicher: Drittligist Rot-Weiss Essen hat am Sonntag Zweitligist FC St. Pauli mit 2:0 (1:0) ausgeschaltet. Marek Janssen (36.) und Semir Telalovic (53.) nutzten bei ihren Treffern den üppigen Platz, den ihnen die gegnerische Abwehr ließ.
St. Pauli wartet damit nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga weiter auf den ersten Pflichtspielsieg unter dem neuen Trainer Marcel Rapp. In der 2. Bundesliga waren die Hamburger mit zwei Remis gestartet.
Die Essener hatten im Sommer den Zweitligaaufstieg erst in der Relegation gegen Greuther Fürth knapp verpasst. Nach verpatztem Saisonstart (2:5 in Saarbrücken) ist der leidenschaftlich erkämpfte Pokalerfolg nun der dritte Pflichtspielsieg in Folge.
Ben Voll braucht neue Schuhe
Die Partie hatte mit einer kuriosen Szene begonnen: St. Paulis Torwart Ben Voll wollte einen Rückpass nach vorne schlagen, blieb dabei aber mit den Stollen in seinem Schnürsenkel hängen. Der Ball flog zwar aus der Gefahrenzone, aber der Schuh war hinüber. Die Partie wurde unterbrochen, bis St. Paulis Zeugwart Ersatz brachte.
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase leistete sich Essens Max Geschwill einen Abwehrfehler und ermöglichte St. Pauli eine Riesenchance. Arkadiusz Pyrka legte quer zu Martijn Kaars, der nur noch ins leere Tor hätte schieben müssen. Allerdings kam der Pass etwas in den Rücken und Kaars war schon zu weit durchgestartet. So konnte er den Ball nur noch im Fallen und in Rücklage erreichen und schoss aus vier Metern über das Tor.
Chancenwucher auf beiden Seiten
Auch die nächste dicke Gelegenheit gehörte Gästeangreifer Kaars. Nach gut einer halben Stunde klatschte Essens Torhüter Jakob Golz eine Flanke nach vorne ab, wo Kaars den Nachschuss über das Tor drosch.
Kurz darauf ließ dann auf der anderen Seite Essens Marek Janssen eine Riesenchance aus. Nach einem robusten, von Schiedsrichter Tobias Reichel aber nicht geahndeten Körpereinsatz war er frei durch, scheiterte aber am stark parierenden Voll.
Janssen verwertet Obuz-Flanke
Die Partie hatte jetzt richtig Schwung. Während St. Paulis Spielmacher Branimir Hrgota auf der einen Seite nur Zentimeter fehlten, sorgte Janssen auf der anderen Seite für den Essener Führungstreffer: Nach einer Flanke von Marvin Obuz - für Dickson Abiama in die Startelf rotiert - hatte er am zweiten Pfosten erstaunlich viel Platz und köpfte aus kurzer Distanz ein.
Die Pausenführung war schmeichelhaft, weil St. Paulis Kaars noch eine weitere Chance ausließ: Er spitzelte eine Flanke zu unplatziert Richtung Tor, sodass Golz keine Probleme bekam.
Große Lücken in St. Paulis Abwehr
Allerdings erwischten die Hamburger einen denkbar schlechten Start in die zweite Hälfte. Nach einer Flanke von Jannik Hofmann aus dem rechten Halbfeld ließen sie zentral vor dem Tor gleich zwei Essener ungedeckt. Hätte Telalovic nicht schon aus fünf Metern eingeschoben, hätte auch Janssen dies übernehmen können.
In der Folge schaffte der Drittligist es mit viel Leidenschaft, die Offensive des Zweitligisten zu entschärfen, auch Hrgota fand kaum ins Spiel. Von einem Klassenunterschied war bis zuletzt nichts zu sehen.