DFB-Präsident Neuendorf attackiert Infantino deutlich wie nie
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Klartext von DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65)! In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ greift er Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) in einer nie da gewesenen Schärfe an.
Neuendorf: „Gianni Infantino ist als Fifa-Chef nicht mehr tragbar. Er hat dem Fußball sehr geschadet. Ich habe mich zuletzt bereits klar von ihm distanziert. Im DFB-Präsidium haben wir jetzt auch offiziell einstimmig beschlossen, Infantino im März beim Fifa-Kongress nicht wiederzuwählen.“
Neuendorf hatte zuvor das Reform-Angebot Infantinos an die 211 Mitgliedsverbände des Weltverbandes als „durchschaubares Manöver“ bezeichnet. Es gehe dem Schweizer darum, seine Wiederwahl im kommenden Jahr zu sichern.
Der DFB-Präsident weiter: „Beim DFB sind wir uns einig: Gianni Infantino hat nach den Vorgängen während und nach der letzten WM jegliches Vertrauen verspielt. Wir müssen ihn vom Platz stellen.“
An diesem Mittwoch ist ein Treffen aller 55 Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union ( Uefa ) in Berlin angesetzt. Dabei dürfte eine große Einigkeit bezüglich der Zukunft Infantinos herrschen. Die Europäer sind geschlossen in der Ansicht, dass Infantino keine Zukunft mehr als Fifa-Präsident hat.
Infantino klammert sich an die Macht
Infantino hatte zuletzt Gespräche über mögliche Reformen in der Fifa angeboten. Gleichzeitig stellte er aber klar, dass er weiterhin der Boss bleiben will. Von einem Rücktritt will er nichts wissen. Diesen fordern seine Kritiker um Uefa-Präsident Aleksandar Ceferin (58).
Das Problem: Einen Gegenkandidaten zu Infantino gibt es bisher nicht. Bis zum 18. November müssen seine Gegner jemanden finden, der bei der Präsidentschaftswahl vier Monate später in Marokko antritt. Dann endet die Fifa-Frist.
Investorenpläne und WM-Skandal
Ende August war der Streit im Zusammenhang mit den WM-Investorenplänen gegen Infantino eskaliert. Bei der WM verbrüderte sich Infantino mit US-Präsident Donald Trump. Im Verlauf des Turniers wurde sogar eine Rot-Sperre für US-Star Folarin Balogun (25) zurückgenommen.
Neuendorf: „Für mich war danach klar: Das ist vollkommen inakzeptabel. Spätestens nach diesem Vorgang musste man sich von der Person und von dem distanzieren, was ich das ‚System Infantino’ nenne.“
Bis zum 18. November ist Zeit, um den Kandidaten für ein Ende des „Systems Infantino“ zu finden.