DFB-Präsident Neuendorf: "System Infantino" muss beendet werden
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat sich klar wie nie von FIFA-Boss Gianni Infantino distanziert und will dessen "System" zum Einsturz bringen. "Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino, zu dieser FIFA-Führung ist natürlich zerrüttet", sagte Neuendorf am Rande der Sitzungen des UEFA-Exekutivkomitees und des FIFA-Rates im griechischen Thessaloniki bei "RTL/ntv". Infantino steckt vor allem wegen seiner mittlerweile zurückgenommenen Investorenpläne in der größten Krise seiner Amtszeit.
Neuendorf wünscht sich "integre Persönlichkeit"
Obwohl Infantino massiv unter Druck steht, wird er sich im März 2027 zur Wiederwahl als FIFA-Präsident stellen. Zehn europäische Fußballverbände haben ihm bereits offiziell ihre Unterstützung entzogen, zuletzt Frankreich und Österreich. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) tat dies noch nicht, Neuendorf aber wurde jetzt sehr klar. Vonseiten der UEFA spreche man aktuell mit anderen Mitgliedsverbänden, um "Mehrheiten zu organisieren" gegen Infantino. Außerdem prüfe man, "wie wir dieses System FIFA nachhaltig verändern können".
Die UEFA wird bis zum Fristende am 18. November mit großer Wahrscheinlichkeit einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Spätestens in Berlin, wo alle UEFA-Mitgliedsverbände am 8. und 9. Oktober zusammenkommen, werde man "hierzu dann auch wichtige Entscheidungen treffen", kündigte Neuendorf an.