DFB-Team: Jürgen Klopp als Nagelsmann-Nachfolger? Watzke sieht noch einige Hürden für neuen Bundestrainer
Wird Jürgen Klopp neuer Bundestrainer? Die Personalie des früheren Erfolgscoaches von Borussia Dortmund und des FC Liverpool ist derzeit die mit Abstand heißeste Aktie, der DFB hat Gespräche mit Klopp bereits bestätigt, ebenso wie der 59-Jährige selbst. Eine Einigung zwischen den beiden Parteien, wie sie Transferexperte Fabrizio Romano am Sonntag verkündet hatte, ist aber wohl noch nicht vollzogen. "Nein, nichts zu berichten. Sobald es etwas gibt, erfahrt ihr es zuerst", sagte Klopp am Sonntagabend in seiner Rolle als TV-Experte bei "MagentaTV". Bundestrainer Jürgen Klopp? Woran der Deal noch scheitern könnte Und auch DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke, der beim BVB eine gemeinsame Ära mit Klopp prägte, sieht noch einige Hindernisse zu überwinden. "Es gibt mehrere Hürden. Eine der wesentlichen ist, dass Jürgen einen Vertrag hat. Er ist Angestellter des Red-Bull-Konzerns", sagte er im "ZDF", betonte aber: "Wir wollen unseren Masterplan A versuchen durchzusetzen." Das betrifft auch die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler. "Ich spreche nur für mich und glaube, da das Gefühl von vielen anderen beim DFB zu treffen: Ich würde gerne mit Rudi weitermachen", meinte Watzke: "Rudi mit seiner Erfahrung und seiner Art und Weise - ich glaube, dass er und Jürgen wunderbar zusammenarbeiten würden. Die müssten sich da irgendwann mal kurzschließen." WM 2026 - Bringt Jürgen Klopp zwei alte Weggefährten mit? Watzke bezifferte die grundsätzliche Wahrscheinlichkeit, dass Klopp die Nachfolge des zurückgetretenen Julian Nagelsmann antreten werde, auf "größer als 50 Prozent, davon bin ich überzeugt. Aber es ist auch nicht 100. Wenn ich die Medien verfolge, dann ist das ja schon abgehakt. Das ist definitiv noch nicht abgehakt", stellte er klar. Jürgen Klopp: DFB-Gespräche wohl in New York Wie "Sky" berichtet, soll am Samstag ein erstes Telefonat zwischen DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Red Bull über die Personalie Klopp stattgefunden haben. Kommende Woche werde eine DFB-Delegation in New York mit dem Coach und seinem Berater Marc Kosicke zusammentreffen. Offen sei auch noch, ob sich beide Seiten bis 2028 oder bis 2030 aneinander binden. Die Gespräche über einen Deal sollen demnach noch mehrere Tage andauern. Red-Bull-Aktionäre würden auf eine Entschädigungszahlung pochen, sollte Klopp das Unternehmen verlassen. Die Erwähnung von Klopp als Wunschkandidat durch den DFB bei der Verkündung des Nagelsmann-Rücktritts soll zudem bei Red Bull "nicht jedem gefallen" haben. Bei dem Brausekonzern steht der Schwabe noch bis 2029 unter Vertrag. Dass er den Job als Head of Global Soccer für Red Bull annahm, kam bei vielen Fans nicht sonderlich gut an. Seiner Popularität tat das aber keinen Abbruch. Klopp feierte große Erfolge als Trainer Romano hatte am Sonntag bereits von einer Zusage Klopps Richtung DFB berichtet. Über die Einzelheiten eines langfristigen Vertrags mit dem DFB würde zwar aktuell noch diskutiert, genauso wie Klopp aktuell noch über den Ausstieg aus seinem Job als Head of Global Soccer bei Red Bull verhandle. Aber es gebe keine Zweifel mehr daran, dass Klopp der neue Bundestrainer werde. Klopp hatte mit dem DFB zuletzt bereits "intensive Gespräche" angekündigt. "Die Probleme, die wir aktuell haben, hängen nicht an der Personalie Julian Nagelsmann", sagte der 59-Jährige. Der deutsche Fußball stehe "am Wendepunkt: Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern. Ob das am Ende dann ich sein werde oder wer auch immer das sein wird, das ändert nichts daran, dass die Veränderungen notwendig sind." Julian Nagelsmann war einige Tage nach dem enttäuschenden WM-Aus des DFB-Teams im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 n.E.) als Bundestrainer zurückgetreten. Klopp, der derzeit bei der WM als TV-Experte im Einsatz ist, galt von Anfang an als logischer Nachfolger. Der 59-Jährige hat in seiner Karriere mit dem FC Liverpool die Champions League gewonnen und ist englischer Meister geworden, Borussia Dortmund führte er zu zwei Meisterschaften und dem ersten Double der Vereinsgeschichte.