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DFB: Tresoldi gibt Einblick in Austausch mit Klopp und Mancini

Sport

Nicolò Tresoldi lässt seine Zukunft auf Nationalmannschaftsebene weiter offen. Der 22 Jahre alte Stürmer vom Club Brügge hat in einer Medienrunde erstmals ausführlich geschildert, wie seine Gespräche mit Bundestrainer Jürgen Klopp und Italiens Nationalcoach Roberto Mancini verlaufen sind. Eine finale Entscheidung zwischen Deutschland und seinem Geburtsland will Tresoldi erst nach der U21-EM 2027 treffen. Bis dahin setzt er seinen Weg beim DFB-Nachwuchs fort. Auch auf Vereinsebene hätte es für den Ex-Hannoveraner im Sommer beinahe schon den nächsten Karriereschritt gegeben.

Für viele Experten kam die Nicht-Berücksichtigung Tresoldis in Klopps erstem und 43 Spieler umfassenden Aufgebot für die A-Nationalmannschaft überraschend. Hatte der Angreifer doch schon im Sommer laut Angaben von Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann nur knapp den Sprung auf den WM-Zug verpasst. Dass der seit einem Jahr in Belgien aktive Profi übergangen wurde, hatte allerdings keine rein sportlichen Gründe. So habe es vor der Nominierung einen ausführlichen Austausch gegeben, berichtete Tresoldi und betonte, dass er sich dafür entschieden habe, vorerst weiter für die deutsche U21 zu spielen.

„Wir hatten gute Gespräche. Ich habe Kloppo meine Situation erklärt und er hat es verstanden. Er ist ein super Mensch“, sagte Tresoldi. Besonders die Art des Austauschs habe ihn beeindruckt: „Das war kein Trainer-Spieler-Gespräch, sondern wie ein Vater-Sohn-Gespräch. Er meinte, dass die Tür für mich immer offen ist.“ Der vorläufige Verzicht auf die A-Nationalmannschaft sei klar von ihm ausgegangen. „Ich trage mit Stolz das Deutschland-Trikot, bin super gerne hier. Ich möchte noch die EM hier spielen. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht.“

Klopp hatte die ungewöhnliche Situation bereits bei der Bekanntgabe seines ersten Kaders erläutert. Dass Tresoldi nicht unter den 43 Nominierten sei, bedeute weder eine Entscheidung gegen Deutschland noch für Italien. Man wolle dem Angreifer keinen Druck machen, sondern ihm Perspektiven aufzeigen und die notwendige Zeit für seine Entscheidung geben. Die Aussagen decken sich mit Tresoldis Schilderung. „Ich habe ihm erklärt, wie meine Situation ist. Er ist ein Supertyp und ein Supermensch. Er wollte mir nur mit der Entscheidung helfen, hat meine Entscheidung verstanden und mich in Ruhe gelassen“, erklärte Tresoldi, der im Jahr 2026 der treffsicherste Deutsche ist.

Neben DFB-Trainer Klopp wirbt auch Italien-Coach Mancini um Tresoldi

Auch Italiens Nationaltrainer Mancini hat sich persönlich um Tresoldi bemüht und will den in Cagliari geborenen Stürmer für die Squadra Azzurra gewinnen. „Zu ihm habe ich das Gleiche gesagt wie zu Kloppo“, erklärte Tresoldi. „Mancini hätte sich gefreut, wenn ich für Italien gespielt hätte. Es war ein gutes Gespräch.“ Seine Verbundenheit zu beiden Ländern beschrieb der Angreifer entsprechend: „Mein Herz ist 50:50. Beide Länder bedeuten mir sehr viel.“

Tresoldi wurde auf Sardinien geboren und wuchs dort auf, ehe er im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie nach Deutschland zog und sich später der Nachwuchsabteilung von Hannover 96 anschloss. Sein Vater Emanuele war selbst Profi in Italien. Über seine Mutter wäre Tresoldi zudem für Argentinien spielberechtigt. Beim DFB wird sein Vorgehen akzeptiert. U21-Trainer Antonio Di Salvo wertete Tresoldis Entscheidung zuletzt ausdrücklich positiv.

DFB-Junior Tresoldi mit Durchbruch in Brügge – Transfer gescheitert

Dass sich Deutschland und Italien intensiv um Tresoldi bemühen, hängt auch mit dessen Entwicklung seit dem Wechsel nach Belgien zusammen. Innerhalb eines Jahres schraubte er seinen Marktwert von 9 Millionen auf 25 Millionen Euro hoch – eine Steigerung um knapp 178 Prozent. Sportlich untermauerte er diese Entwicklung mit 23 Toren und neun Vorlagen in 58 Spielen. Als Torschützenkönig schoss er Brügge zum Meistertitel. Auch international machte Tresoldi durch Treffer in der Champions League gegen den FC Barcelona und Atlético Madrid auf sich aufmerksam.

„Dass alles so schnell geht, da habe ich mich wahrscheinlich auch ein bisschen selbst überrascht“, erklärte er und schob nach: „Ich bin 22, also ich muss noch so viel lernen – ich fühle mich körperlich, aber auch mental sehr gut und glaube, dass ich auf einem guten Weg bin.“ Dieser hätte ihn im vergangenen Transferfenster beinahe schon wieder aus Brügge weggeführt. Ein Wechsel zu einem größeren Verein sei durchaus konkret gewesen, bestätigte er. „Es gab schon Interesse von sehr vielen Klubs, auch von Top-Klubs in Europa – aber am Ende hat irgendwas nicht geklappt“, sagte der Angreifer. An einem Abschied aus Brügge sei er bereits „nah“ dran gewesen.

Welche Vereine konkret um ihn warben, ließ Tresoldi offen. Auf die Frage, woran ein Transfer letztlich scheiterte, verwies er darauf, dass für einen Wechsel nicht nur der Spieler, sondern auch beide Klubs eine Einigung erzielen müssten. Für ihn sei das ausgebliebene Geschäft inzwischen eher Bestätigung als Enttäuschung: „Das zeigt: Ich sollte einfach nur so weitermachen.“ Mit seinem Marktwert von 25 Mio. Euro gehört Tresoldi zu den fünf wertvollsten deutschen Mittelstürmern.

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