DFL hält an 50+1-Regel fest und will Gerichtsstreit vermeiden
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Frankfurt – Die Bundesliga hält an der 50+1-Regel fest. Das Präsidium stellt sich nach seiner Klausurtagung hinter die Regel und will einen Gerichtsstreit unbedingt vermeiden.
Das Präsidium des Bundesliga e.V. (ehem. DFL) hat das weitere Vorgehen in Frankfurt mit den Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga besprochen. Es sieht 50+1 als ein zentrales Grundprinzip des deutschen Profifußballs, das die Verankerung des Sports in der Gesellschaft sichert. Anlass ist die finale Bewertung des Bundeskartellamts vom 12. August. Die Behörde hat die Regel grundsätzlich für zulässig erklärt. Sie stuft 50+1 zwar als Wettbewerbsbeschränkung ein, hält sie aber für gerechtfertigt, weil sie breiten Bevölkerungsschichten die Mitsprache im Fußball sichert.
Die Regel besagt, dass der Verein und seine Mitglieder immer das letzte Wort behalten müssen, wenn ein Klub seinen Profifußball in eine Kapitalgesellschaft ausgliedert.
Das Kartellamt fordert Nachbesserungen
Das Kartellamt fordert dennoch Nachbesserungen – bei den Förderausnahmen, bei der Offenheit der Vereine und bei den Regeln des Ligaverbands. Das Kartellamt gibt einen Rahmen vor. Darin soll der Ligaverband die Regel juristisch besser absichern.
Die Entscheidung liegt am Ende bei den 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga. Sie beschließen als Mitgliederversammlung, wie die Regel konkret aussehen soll und wie die Hinweise des Kartellamts in die Satzung einfließen sollen. Das Präsidium will sich im Dezember zunächst die Bestätigung der Klubs holen, dass 50+1 ein zentrales Grundprinzip bleibt. Die Klubs sollen die Linie gemeinsam tragen. Schon im März 2018 hatten sich die Klubs mehrheitlich dafür ausgesprochen, an der Regel festzuhalten und dabei die Rechtssicherheit zu stärken.
Keine schnellen Beschlüsse, kein Gerichtsstreit
Im ersten Halbjahr 2027 will das Präsidium dem Ligaverband finale Vorschläge für eine einheitliche Anwendung der Regel bei allen Klubs vorlegen. Das Ziel ist eine Lösung, die alle Klubs mittragen. Nur so ließen sich ein langer Rechtsstreit vermeiden und die Regel dauerhaft rechtssicher machen. Vorschnelle Beschlüsse könnten der Rechtssicherheit dagegen schaden. Das Präsidium fordert daher in den nächsten Wochen und Monaten weitere intensive Gespräche und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten.