DGB: 64 Milliarden Euro Schaden durch Mindestlohn
35 Milliarden Euro der Summe hätten betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer getragen, die den Mindestlohn nicht in voller Höhe erhalten hätten, heißt es in einer Auswertung des DGB, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Weitere 22 Milliarden Euro Verlust entfielen demnach auf die Sozialkassen, an die zu wenig Beiträge gezahlt worden seien. Zudem hätten dem Staat sieben Milliarden Euro Einkommensteuer gefehlt, hieß es weiter. DGB: Kriminelle Arbeitgeber lassen Milliarden in eigenen Taschen verschwinden - Geld fehlt dann für Renten und Kitas Der stellvertretende DGB-Vorsitzende Körzell sagte, Mindestlohnbetrug sei kein Kavaliersdelikt und müsse rigoros verfolgt und hart bestraft werden. Denn während die Politik über Sozialabbau und weitreichende Kürzungen diskutiere, ließen kriminelle Arbeitgeber Milliarden in ihren eigenen Taschen verschwinden. Mit diesem Geld ließen sich Renten- und Krankenversicherung stärken, Kitas und Schulen finanzieren und dringend notwendige Investitionen ermöglichen. Gleichzeitig würde dies die Binnennachfrage stärken und die Konjunktur stützen, denn wer zum Mindestlohn arbeite, gebe dieses Geld meist direkt für den Konsum aus. Grundlage der Auswertung waren Auskünfte von Beschäftigten zu Einkommen und Arbeitszeiten in der Langzeitbefragung "Sozioökonomisches Panel". Daraus ergibt sich laut dem DGB, dass durchschnittlich etwa 2 Millionen Beschäftigte pro Jahr zu wenig Lohn erhalten hätten. Im Schnitt fehlten demnach 1,70 bis 2,40 Euro pro Stunde. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll überprüft jährlich Zehntausende Firmen auch auf Einhaltung des Mindestlohns. 2024 wurden nach Angaben aus dem jüngsten Bericht der Mindestlohnkommission knapp 6.200 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz eingeleitet. 45 Prozent davon entfielen auf Fälle, in denen der Mindestlohn nicht oder nicht rechtzeitig gezahlt wurde. Insgesamt wurden 25,4 Millionen Euro an Bußgeldern verhängt. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 13,90 Euro. Die Untergrenze darf nur in wenigen Ausnahmefällen unterschritten werden. Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.