DAX +0,35 % 25.449,58 Pkt 10:05:31 MDAX +0,46 % 32.255,40 Pkt 10:05:32 Euro Stoxx 50 -0,43 % 6.262,28 Pkt 10:05:15 Dow Jones +1,03 % 52.747,32 Pkt 23:10:23 S&P 500 +0,21 % 7.428,78 Pkt 23:10:14 Nasdaq -0,22 % 24.876,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -1,49 % 61.434,19 Pkt 08:45:03 Gold +1,59 % 4.100,60 USD 10:10:24 Silber +1,45 % 58,13 USD 10:10:24 Brent +3,66 % 87,17 USD 10:07:34 WTI +3,72 % 82,21 USD 10:10:26 Bitcoin +0,69 % 64.312,76 USD 10:20:29 EUR/USD +0,27 % 1,14000 USD 10:20:21 EUR/GBP +0,14 % 0,85660 GBP 10:20:31 EUR/CHF +0,21 % 0,93340 CHF 10:20:31 EUR/JPY +0,16 % 186,491 JPY 10:20:31

DHDL-Juror aus Hamburg: Ralf Dümmels größter Deal wurde zum Fiasko

Wirtschaft

Insolvenz seiner Firma Der größte Deal seiner Karriere wurde für Ralf Dümmel zum Fiasko Von t-online, kg 29.07.2026 - 07:06 UhrLesedauer: 5 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Als "Mister Regal" bringt Ralf Dümmel unzählige Produkte in deutsche Supermärkte. Dann wird sein größter Deal zum teuersten Fehler seiner Karriere. Als "Mister Regal" hat der Unternehmer Ralf Dümmel unzählige Produkte in deutsche Supermärkte gebracht. Der Investor aus der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" gilt als Unternehmer mit einem Gespür für erfolgreiche Geschäfte. Doch ausgerechnet der größte Deal seiner Karriere entwickelte sich zum Fehlschlag. Mit dem Verkauf seiner DS Gruppe an die Social Chain AG wollte der Hamburger Unternehmer den großen Durchbruch erzielen und einen milliardenschweren Handelskonzern schmieden. Am Ende rutschte das Projekt in die Insolvenz. Dümmel musste das Unternehmen zurückkaufen, das er zuvor selbst verkauft hatte. DS Produkte ist für Dümmel weit mehr als eine gewöhnliche Beteiligung. Er kam 1988 als Verkaufsassistent zu dem Unternehmen, wurde später Gesellschafter und übernahm im Jahr 2000 die Geschäftsführung. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Firma zu einem großen Anbieter von Haushaltswaren, Küchenhelfern und anderen Konsumgütern. DHDL-Juror Ralf Dümmel: Warnung an Sohn von Verona Pooth Dümmel in der Löwen-Höhle Seinen großen Durchbruch hatte Dümmel als Juror in "Die Höhle der Löwen". Seit 2016 sitzt er in der Jury der Vox-Sendung und brachte dadurch viele der dort vorgestellten Produkte durch seine DS Gruppe in Supermärkte, Drogerien und Discounter. Für ihn eine Win-Win-Situation: Aufmerksamkeit für sich und seine Firma und zeitgleich neue Produktideen, die den Umsatz seiner Firma wachsen ließen. Aber: DS Produkte blieb ein vergleichsweise provinzielles Unternehmen. Ansässig auf der grünen Wiese in Stapelfeld war das Wachstum begrenzt. Das Angebot, das sein Mit-Juror Georg Kofler ihm machte, klang daher umso verlockender. Im Oktober 2021 folgte der größte Deal seiner Karriere. Die Social Chain AG, dessen Chef Kofler damals war, übernahm die DS Gruppe für insgesamt 220,5 Millionen Euro. Davon sollten 100 Millionen Euro in bar und der übrige Teil mit 2,855 Millionen neu ausgegebenen Social-Chain-Aktien bezahlt werden. Dümmel zog in den Vorstand des börsennotierten Unternehmens ein. Die Erwartungen waren beträchtlich. Die DS Gruppe brachte nach damaligen Unternehmensangaben mehr als 4.000 Produkte, rund 550 Beschäftigte und einen für 2021 erwarteten Jahresumsatz von mehr als 270 Millionen Euro ein. Social Chain verfügte dagegen über Onlineshops, Marken und große Reichweiten in sozialen Netzwerken. Gemeinsam sollten beide Unternehmen 2023 mehr als eine Milliarde Euro umsetzen. Dümmel nannte die Übernahme damals einen "Schritt in die Zukunft". Die Unternehmen wollten zeigen, wie Einzelhandel und Social Commerce zusammenarbeiten können. Die Finanzierung bricht zusammen Die großen Pläne hielten nicht lange. Social Chain kämpfte unter anderem mit steigenden Kosten, gestörten Lieferketten und einem hohen Finanzierungsbedarf. Als ein Investor zugesagte Mittel für eine Kapitalerhöhung nicht einzahlte und weitere Finanzierungsgespräche scheiterten, kam es zum Kollaps. "Der Vorstand der The Social Chain AG (...) ist heute nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Gesellschaft keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht", teilte das Unternehmen damals mit. Man gehe davon aus, "dass keine hinreichende Wahrscheinlichkeit mehr besteht, dass der kurzfristige Finanzbedarf der Gesellschaft gedeckt werden kann". Am 24. Juli 2023 kündigte die Gesellschaft einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung an. Die DS Holding und ihre Tochtergesellschaften waren von dem Insolvenzantrag zunächst nicht unmittelbar betroffen und setzten ihren Geschäftsbetrieb fort. Aktie startet bei 54 Euro und liegt am Ende bei 5 Cent Für Dümmel war dennoch die Grundlage seiner Wachstumsstrategie zusammengebrochen. Aus der geplanten internationalen Social-Commerce-Plattform wurde ein Insolvenzfall. Die Aktien, die einen erheblichen Teil des Kaufpreises für die DS Gruppe ausgemacht hatten, verloren massiv an Wert. Lag der Eröffnungspreis der Aktie im November 2021 bei 54 Euro, brach das Papier nach der Bekanntgabe des Insolvenzantrags ein – bis auf 0,35 Euro. Aktuell notiert die Aktie sogar bei nur noch 5 Cent. Nach dem Zusammenbruch des Unternehmens räumte Dümmel ein, wie schwer ihn die Entwicklung getroffen habe. "Beruflich waren die letzten Wochen sehr stürmisch", schrieb er im August 2023 auf Instagram. Zugleich machte er deutlich, worauf er sich nun konzentrieren wollte: auf die DS Gruppe, die er als "mein Baby" bezeichnete. Dümmel kauft sein früheres Unternehmen zurück Nur wenige Monate nach dem Insolvenzantrag stand Dümmel auf der anderen Seite eines Verkaufsprozesses. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte suchte nach einem Käufer für die DS Gruppe, die als besonders wertvolle Beteiligung von Social Chain galt. Nach Angaben der beteiligten Wirtschaftskanzlei wurden Angebote zahlreicher Interessenten geprüft. Am Ende erhielt eine Gruppe um Dümmel und weitere frühere Gesellschafter den Zuschlag. Die Gläubigerversammlung stimmte dem Verkauf im November 2023 ohne Gegenstimme zu. Nach Angaben der Kanzlei Görg hatte sich Dümmels Gruppe in einem Verfahren mit rund 60 Beteiligten durchgesetzt. Zum Angebot gehörten auch die Rückführung von Bankdarlehen, die Übernahme erheblicher Verbindlichkeiten sowie der Verzicht auf Forderungen gegen Social Chain. Insolvenzvorstand Gerrit Hölzle sprach von einem "für die Gläubiger wirtschaftlichen Angebot". Loading... Loading... Loading... Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. Instagram-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Dümmel hatte sein Unternehmen damit zurück – aber nicht den Zustand vor dem Verkauf wiederhergestellt. Der Zusammenschluss hat Kapital vernichtet, Aktionäre getroffen und Vertrauen gekostet. Wie hoch Dümmels persönlicher Verlust ausfiel, ist öffentlich nicht nachvollziehbar. Fest steht jedoch, dass ein großer Teil des 2021 vereinbarten Kaufpreises aus Aktien bestand, die inzwischen kaum noch einen Wert besitzen. Die Folgen reichen bis in die Gegenwart. Das Insolvenzverfahren der Social Chain AG ist auch 2026 noch nicht abgeschlossen. Aus dem im Juni 2026 veröffentlichten Insolvenzplan geht hervor, dass die operative Beteiligungsstruktur weitgehend abgewickelt wurde. Neben der DS Gruppe wurde auch die Beteiligung am Lebensmittelhändler KoRo verkauft. Zurück zu weniger Produkten Dümmels Antwort auf das Scheitern ist keine neue Großfusion. Die wieder eigenständige DS Gruppe konzentriert sich stärker auf ihr ursprüngliches Geschäft. Nach einem Bericht von "Unternehmer.de" wurde das Sortiment gegenüber früheren Zeiten nahezu halbiert. Im Mittelpunkt stehen weiterhin einfach erklärte Konsumgüter, die sich schnell in großen Stückzahlen im Einzelhandel verkaufen lassen. Damit verabschiedete sich die DS Gruppe von der Idee, Tausende Produkte, soziale Netzwerke, Direktvertrieb und internationale Marken unter dem Dach eines börsennotierten Konzerns zu vereinen. Dümmel setzt wieder auf das, was er beherrscht: Produkte auswählen, entwickeln, verpacken und möglichst schnell in die Regale bringen. Mit dem Scheitern geht er inzwischen offen um. Rückblickend bezeichnete er den Zusammenschluss als "miese Erfahrung". Zugleich übernahm er öffentlich zumindest einen Teil der Verantwortung. Er habe an einen Mehrwert für alle Beteiligten geglaubt. Eine eigene Sendung als nächster Schritt Dümmels neuer Anlauf findet nicht nur am Unternehmenssitz in Stapelfeld statt. Im Herbst 2026 soll er bei Sat.1 erstmals eine eigene Primetime-Sendung bekommen. Das Konzept von "Die Millionenidee" passt genau zu seinem alten Geschäftsmodell: Bewerber benötigen weder eine fertige Firma noch ein marktreifes Produkt. Eine Idee soll genügen. Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. Instagram-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Mehr als 6.500 Bewerbungen seien eingegangen, teilte Dümmel in einem Interview mit Joyn mit. Dümmel beschreibt den möglichen Bewerberkreis gewohnt groß: Er glaube, dass von 83 Millionen Menschen "40 Millionen eine Idee haben". Die neue Sendung soll Menschen ansprechen, die nicht wissen, wie sie ein Produkt schützen, entwickeln und in den Handel bringen können. Ob daraus tatsächlich ein wirtschaftliches Comeback entsteht, lässt sich vor der Ausstrahlung nicht beurteilen. Der Neustart beruht jedoch auf einer erkennbaren Konsequenz aus dem Social-Chain-Debakel: Dümmel setzt nicht mehr auf den schnellen Aufbau eines internationalen Börsenkonzerns. Er beginnt wieder mit einer einzelnen Idee – und der Frage, ob sich daraus ein Produkt für das nächste Supermarktregal machen lässt. Verwendete Quellen The Social Chain AG: Übernahme der DS Gruppe und damalige Wachstumsziele Deutsche Börse/EQS: Wegfall der positiven Fortbestehensprognose und angekündigter Insolvenzantrag Onlinehändler News: Ralf Dümmels Stellungnahme zur Insolvenz der Social Chain AG Wirtschaftskanzlei Görg: Verkauf der DS Gruppe an Ralf Dümmel und weitere Altgesellschafter The Social Chain AG: Zusammenfassung des Insolvenzplans vom 9. Juni 2026 Unternehmer.de: Ralf Dümmels Strategiewechsel und Neuaufbau der DS Gruppe Joyn: Interview mit Ralf Dümmel über "Die Millionenidee" Transparenzhinweis Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Wir freuen uns über Hinweise an t-online@stroeer.de. Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading...

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