DHDL: Ralf Dümmel schlägt zu und investiert in Zenny
„Ich bin mit dem Fuß in der Tür, der First-Mover in dieser neuen Produktkategorie zu werden“, sagt die Gründerin Jelena Meyer Vicente in der Sendung „Die Höhle der Löwen“. Mit Akkupressur-Kits für das Ohr zur Selbstanwendung will sie sich einen Platz im Markt sichern. Dafür braucht die Gründerin für ihr Startup Zenny 100.000 Euro. Im Gegenzug bietet sie zehn Prozent ihrer Firmenanteile.
Janna Ensthaler testet das Produkt
An Investorin Janna Ensthaler führt Meyer Vicente ihr Produkt vor. Die Akkupressur-Patches bestehen aus medizinischem Silikon und haben in der Mitte eine kleine goldene Metallkugel. Sie können etwa bei Stress, innerer Unruhe, Verspannung oder Kopfschmerzen angewendet werden. Wo sie dafür am Ohr angebracht werden müssen, steht auf den Kärtchen, die jedem Kit beiliegen.
Für den Vorführeffekt soll Enstahler den Punkt namens „Shen Men“ an ihrem Ohr suchen. Er gilt in der chinesischen Medizin als zentraler Punkt zur Beruhigung. Ensthaler findet den Punkt ohne Probleme, klebt das Patch darauf – und fertig. Bis zu fünf Tage kann sie die Metallkugel am Ohr lassen und durch kurzes Massieren immer wieder aktivieren, sagt die Gründerin.
So kam es zur Gründung von Zenny
Auf die Idee für die „Zennys“, wie Meyer Vicente sie nennt, kam sie durch die Krebserkrankung ihrer Mutter, erzählt sie in der Show. Aufgrund der Chemotherapie habe sich Meyer Vicente gemeinsam mit ihrer Mutter verschiedene komplementäre medizinische Verfahren angeschaut und sei so auf Akkupressur gestoßen.
Das habe ihrer Mutter gegen Schwindel und Übelkeit geholfen. „Da ist mir aber aufgefallen, es ist sehr schade, dass der Zugang zu Akkupressur nicht für jeden wirklich geschaffen ist“, sagt Meyer Vicente. „Sondern meistens über eine Heilpraktikerin oder einen Osteopathen.“
Maschmeyer und Ensthaler ist der Markt zu klein
Die Löwen sind von der Gründerin und ihrem Auftritt begeistert. Meyer Vicente hat auf alles eine Antwort. Als Carsten Maschmeyer anmerkte, dass die Akkupressur-Patches mit einem „wuchtigen Leistungsversprechen“ daherkommen, entgegnet Meyer Vicente, dass es ja aber kein Heilversprechen sei und sie auch keine neue Methode erfunden habe, sondern in einen „neuen Markt“ möchte. Denn bis auf Zenny gebe es solche Patches von keiner anderen Marke in der Drogerie, so die Gründerin.
Über den Markt wird dann auch in der Show gesprochen. Denn Meyer Vicente kommt aus dem Marketing und hat schon mal versucht, eine Marke aufzubauen, aber im Bereich der Naturkosmetik, erzählt sie in der Show – und sagt dazu auch, dass die Branche ein „Haifischbecken“ sei. Deswegen wolle sie sich auf ihr neues Business fokussieren. Mit Zenny wolle die Gründerin in einen „Gartenteich“, der dann zum „Ozean“ wird, denn „wenn ich der größte Haifisch bin, dann ist es nicht schlimm“, sagt Meyer Vicente.
Diese Ambition sollte die Gründerin auch haben, denn ein Gartenteich ist für Investoren natürlich zu klein. Und die Marktgröße, beziehungsweise, dass Meyer Vicente nicht sagen kann, wie groß der Markt in Deutschland in Zahlen ist, ist, ist auch der Grund, weshalb zwei Löwen aussteigen: Ensthaler und Maschmeyer.
Frank Thelen hingegen glaubt nicht an alternative Medizin und Johannes Kliesch sieht das Produkt nicht im E-Commerce. Dafür sei es mit einem Verkaufspreis von knapp zehn Euro zu günstig, sagt er. Das E-Commerce jedoch seine Stärke als Investor sei, ist er raus.
Deal mit Ralf Dümmel
Bleibt nur noch Ralf Dümmel – und er schlägt zu. „Ich wusste ganz, ganz früh: Wow, wow, wow“, sagt er. „Ich würde es unbedingt machen wollen, aber nie zu dem Kurs.“ Heißt: Dümmel will mehr Prozente am Unternehmen. Die bekommt er auch. Am Ende einigen sich Vicente und Dümmel auf 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
So ging es nach der Sendung weiter
Der Deal hat nach Aufzeichnung der Sendung tatsächlich stattgefunden, wie Gründerszene aus dem Unternehmensumfeld von Dümmel erfahren hat. Nach der Due Diligence „wurde uns schnell klar, dass wir auf jeden Fall zusammenarbeiten wollen“, sagt Meyer Vicente gegenüber Gründerszene. Danach folgte ein Besuch bei Dümmel in Hamburg. Dort lernte die Gründerin das Team kennen.
Gemeinsam haben sie geschaut, wie sie das Produkt so vereinfacht darstellen können, dass es für möglichst viele Kunden in den Läden verständlich ist, sagt die Gründerin. „Man denkt immer zu kompliziert über sein eigenes Produkt, aber vergisst dann, dass man ja ein gewisses Vorwissen mitbringt und der Endkonsument ja ohne dieses Vorwissen dem Produkt gegenüber tritt.“ Aber auch am Social-Media-Auftritt von Zenny haben sie laut Meyer Vicente gefeilt.
Und auch im stationären Einzelhandel habe sich seit der Show einiges getan. So soll Zenny ab Januar 2027 in jedem Rossmann bundesweit zu kaufen sein, sagt Meyer Vicente. Und auch in Läden wie zum Beispiel Kaufland, Lidl und Netto soll es nach Ausstrahlung der Sendung im TV Displays mit den Zenny-Patches als Aktionsware geben.
Die Zusammenarbeit mit Dümmel und seinem Team beschreibt Meyer Vicente als „schön“. Zenny entwickle sich so, wie sie es sich vorstelle. „Es gab nichts ohne Rücksprache von mir und nichts ohne eine Freigabe von mir“, sagt die Gründerin.
Was als Nächstes kommen soll? „Wir wollen auf jeden Fall in den Sportbereich gehen, weil er super interessant für uns ist. Und Apotheken sind für uns auch noch ein spannender Markt“, sagt Meyer Vicente.