Diabetes: Diese Pflanzenstoffe schützen vor diabetischer Arterienverkalkung
Alkaloide aus den Zweigen des Maulbeerbaums entfalten über die Modulation der Darm-Leber-Achse eine signifikante Wirkung gegen diabetische Arterienverkalkungen. Damit könnten die pflanzlichen Verbindungen bei Diabetes einen signifikanten Beitrag zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten.
Inwiefern die Alkaloide aus Ramulus-Mori (Maulbeerbaum-Zweige) gegen die Arterienverkalkung bei Diabetes helfen können, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „npj Science of Food“ veröffentlicht.
Pflanzenstoffe zur Diabetes-Therapie?
Diabetes erhöht das Risiko für verschiedene weitere gesundheitliche Komplikationen wie beispielsweise eine Retinopathie, Nierenschäden und Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Mit den herkömmlichen Behandlungsansätzen lassen sich diese nur eingeschränkt vermeiden und neue effektive Wirkstoffe sind daher weiterhin dringend gesucht. Dabei haben sich pflanzliche Verbindungen in neueren Studien als durchaus vielversprechende Option erwiesen.
Beispielsweise berichteten Forschende erst kürzlich in dem „Chinese Journal of Natural Medicines“, dass Hederagenin als Pflanzenstoff gegen Nierenerkrankungen bei Diabetes durchaus überzeugende Wirkungen zeigt. Hederagenin ist zum Beispiel in Efeu und Schwarzkümmel enthalten.
Auch wurden verschiedene Heilpflanzen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) in früheren Untersuchungen bereits mit positiven Effekten bei Diabetes in Zusammenhang gebracht. Zum Beispiel belegt eine vor wenigen Monaten veröffentlichte Studie, dass ein Wirkstoff aus der Wurzel des Mongolischen Tragants zur Linderung von Diabetes beitragen kann.
Können Maulbeerbaum-Alkaloide helfen?
Zudem gelten Präparate aus den Zweigen des Maulbeerbaums (Ramulus-Mori) in der traditionellen chinesischen Medizin als bewährte Mittel gegen Stoffwechselstörungen, weshalb die Forschenden in der neuen Studie nun deren Einfluss auf das Risiko diabetischer Atherosklerose analysierten.
Besondere Aufmerksamkeit widmete das Team dem Einfluss der Alkaloide auf die Produktion von Trimethylamin-N-oxid (TMAO) durch die Darmflora, da TMAO als wichtiger Faktor für die Verbindung zwischen Stoffwechselstörungen und Gefäßschäden gilt.
Signifikante Wirkung nachweisbar
Bei diabetischen Mäusen reduzierte die Verbreichung der Ramulus-Mori-Alkaloide die atherosklerotische Läsionen deutlich und entfaltete auch eine Schutzwirkung auf mehrere Organe, berichtet das Forschungsteam.
Unter anderem wurde die Darmbarriere gestärkt, das Vorkommen von Trimethylamin-produzierenden Bakterien in der Darmflora gesenkt und insgesamt der TMAO-Spiegel reduziert, so die Forschenden weiter.
Darüber hinaus verbesserten sich laut den Fachleuten der hepatische Lipidstoffwechsel und die Gallensäuresynthese, die systemischen Entzündungen und der oxidativen Stress wurden reduziert sowie die Aufnahme von oxidiertem LDL durch Endothelzellen und Makrophagen gehemmt.
Therapieoption gegen diabetische Atherosklerose
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse das Potenzial der Alkaloide aus Ramulus-Mori als Multitarget-Regulatoren der Darm-Leber-Achse, die auch ein natürliches Therapeutikum gegen diabetische Atherosklerose bieten können, resümieren die Forschenden. Nun sollten weitere Studien den tatsächlichen präventiven und therapeutischen Nutzen überprüfen. (fp)