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Diabetes-Risiko: FNIP1-Gen senkt Erkrankungschance um 60%

Allgemein

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich der Humangenetik deuten auf einen bedeutenden Durchbruch beim Verständnis kardiometabolischer Erkrankungen hin. In einer im August 2026 im Fachjournal Nature veröffentlichten Studie identifizierte ein Team um Luca A. Lotta eine seltene Variante des FNIP1-Gens, die das Risiko für Typ-2-Diabetes, koronare Herzkrankheiten und Leberzirrhose massiv senkt. Den Ergebnissen zufolge verringert die genetische Besonderheit die Wahrscheinlichkeit für diese Erkrankungen um etwa 60 Prozent, indem sie spezifische Entzündungsprozesse in der Leber reguliert. Die Rolle der FNIP1-Inaktivierung im Stoffwechsel Das Gen FNIP1 fungiert im menschlichen Körper unter normalen Bedingungen als Bremse für den Energieverbrauch. Die nun beschriebene seltene Variante führt zu einer Inaktivierung dieses Gens. Diese Veränderung bewirkt laut den Forschern eine Steigerung der mitochondrialen Aktivität und damit eine erhöhte Kalorienverbrennung. Träger dieser Mutation weisen demnach signifikant niedrigere Werte beim Body-Mass-Index (BMI) sowie einen geringeren Körper- und Leberfettanteil auf. Zudem korreliert die Genvariante mit verbesserten Werten bei Blutzucker, Cholesterin und Triglyceriden. In der Leber führt die Hemmung von FNIP1 zu einer verstärkten Expression von Genen, die für den Fettabbau zuständig sind. Während Mausmodelle diese kausalen Effekte bereits bestätigten, weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass die vollständige Übertragbarkeit der Mechanismen auf den Menschen noch Gegenstand weiterer Forschung bleibt. Datengrundlage und statistische Relevanz Anzeige Die Entdeckung des FNIP1-Gens könnte die Prävention von Diabetes und Fettleber revolutionieren. Wer sein eigenes Risiko besser einschätzen möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Erkenntnisse der Studie – von genetischen Tests bis zu praktischen Vorsorge-Tipps. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern Die Entdeckung basiert auf einer umfassenden Genanalyse durch das Regeneron Genetics Center, bei der Daten von 1.032.116 Menschen aus Nordamerika, Europa und Asien ausgewertet wurden. Diese breite Stichprobe aus insgesamt 11 Kohorten ermöglichte es, die sehr seltene Mutation präzise zu lokalisieren. In der Analyse wurden 155 Personen, welche die Mutation tragen, mit einer Gruppe von 227.636 Erkrankten sowie 265.114 Kontrollpersonen verglichen. Statistisch gesehen trägt etwa einer von 7.000 Menschen diese FNIP1-Variante. Weltweit entspricht dies einer Gruppe von zirka einer Million Menschen, wobei etwa 48.000 Träger in den USA vermutet werden. Die identifizierte Mutation schützt die Betroffenen nicht nur vor Adipositas und Typ-2-Diabetes, sondern zeigt auch präventive Effekte gegen die metabolische Fettleber (MASLD) und koronare Herzerkrankungen. Therapeutisches Potenzial und pharmazeutische Perspektiven Anzeige Entzündungsprozesse in der Leber gelten als Schlüssel für viele Stoffwechselerkrankungen. Die neue Forschung zeigt, wie Sie diese Prozesse positiv beeinflussen können – mit einer Checkliste für Ihren Alltag. Checkliste zur Stoffwechsel-Prävention jetzt sichern Die systematische Auswertung der genetischen Profile lieferte über die FNIP1-Variante hinaus Erkenntnisse für die pharmazeutische Entwicklung. Insgesamt identifizierten die Forscher 59 Gene mit potenziellem therapeutischem Nutzen. Davon sind 23 Gene, was einem Anteil von 39 Prozent entspricht, bereits Ziel aktueller medikamentöser Behandlungen. Die gezielte Hemmung von FNIP1 in der Leber wird als vielversprechender neuer Therapieansatz für eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen vorgeschlagen. Für Individuen, die ihren genetischen Status in Bezug auf diese Variante bestimmen lassen möchten, stehen bereits Tests zur Verfügung. Die Kosten für eine entsprechende genetische Untersuchung auf die FNIP1-Variante werden derzeit auf 1.000 bis 2.000 US-Dollar beziffert. Die pharmazeutische Industrie könnte diese Erkenntnisse nutzen, um Wirkstoffe zu entwickeln, welche die schützenden Effekte der Gen-Inaktivierung bei Menschen ohne diese natürliche Mutation imitieren.

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