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Dicht & Ergreifend: Wiesn-Experiment endet bei der Polizei

Unterhaltung

Die bayerische Hip-Hop-Band "Dicht & Ergreifend" hat mit einer ungewöhnlichen Aktion auf dem Münchner Oktoberfest für Aufsehen gesorgt. Als Punks verkleidet mischten sich die Musiker unter die in Tracht gekleideten Besucher, um die Reaktionen auf ihr Äußeres zu testen – alles festgehalten auf Video. Doch das Gesellschaftsexperiment endete für die beiden Künstler bei der Polizei. Was war passiert?

"Hast du mal 16 Euro für eine Maß Bier?"

Wie Rapper Lef Dutti, der mit bürgerlichem Namen Fabian Frischmann heißt, in der Bayern 2-Sendung "Zündfunk" erzählte, waren er und sein Musikerkollege Michael Huber (alias Urkwell) in stilechter Montur auf dem Festgelände unterwegs. Heißt: Gekleidet in Lederjacken und dicken Stiefeln, mit Buttons und Ketten geschminkt und dazu aufgestellte Haare – ganz so, wie man es noch aus den 80er Jahren kennt.

"Wir haben dann ein Experiment gemacht, dass wir auf die Wiesn gegangen sind in diesen Klamotten und geschnorrt haben", so Frischmann. Die Frage lautete: "Hast du mal 16 Euro für ein Maß Bier?" Entgegen ihrer Erwartung, abgewiesen zu werden, sei die Reaktion überraschend positiv gewesen, erklärte Lef Dutti. "Das ging ziemlich schnell und dann hat mir ein Typ einfach, ja logisch, da komm her und hat mir einen Zwanziger in die Hände gedrückt."

Polizei nimmt Musiker mit auf Wiesnwache

Die Aktion endete jedoch vorläufig bei der Wiesenwache der Münchner Polizei. Die Musiker wurden abgeführt, da Betteln auf dem Oktoberfest und in der bayerischen Landeshauptstadt verboten ist.

Für Lef Dutti zeigte die Erfahrung, wie stark die äußere Erscheinung die Wahrnehmung prägt. Als Punks inmitten tausender Trachtenträger habe man extrem herausgestochen. "Man merkt halt dann einfach, okay, wie viel Identität steckt eigentlich einfach nur in der Optik, wenn man sich kleidet. Wie viel macht das aus? Das macht extrem was aus", erklärte der Rapper.

Aktion als Teil eines Musikvideos

Die tiefere Botschaft des Experiments sei, dass unter der Kleidung "letztendlich [...] ja alle gleich" seien. Dies werde auch in einem zugehörigen Video symbolisiert, in dem die Punks am Ende mit den Trachtlern um ein Feuer tanzen und ihre Kleidung verbrennen.

Die Aufnahmen von der Theresienwiese sollen auch Teil des Musikvideos für den neuen Track von "Dicht & Ergreifend" sein. Er heißt "Identität" und ist die erste Nummer auf der neuen CD der Band. Das Ihr insgesamt viertes Studioalbum "Zweiländerdreieck" erscheint am 16. Oktober.

Vom Verdachtsfall zum Fotomotiv

Auf Instagram postete die Musikgruppe eine Stellungnahme zu ihrer Festnahme. Darin rufen die beiden Künstler zur Unterstützung von Vielfalt und der Freiheit der öffentlichen Rede auf. "Damit wir auch künftig frei sprechen und uns so kleiden dürfen, wie wir wollen, ohne dafür verurteilt zu werden oder in polizeidienstliche Raster zu fallen", heißt es.

Der Vorfall mit der Polizei hat laut "Dicht & Ergreifend" ebenfalls ein versöhnliches Ende gefunden. Die Beamten seien "extrem nett" gewesen, hätten die Musiker erkannt und um Selfies gebeten. Auch darauf weisen sie in ihrem Post klar hin.

Rappern könnte aber noch eine Strafe drohen

Allerdings droht "Dicht & Ergreifend" noch ein juristisches Nachspiel mit der Stadt München. Denn für den Dreh auf der Wiesn wäre eine Genehmigung erforderlich gewesen, die offenbar nicht vorlag. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke) berichtet, prüft die Polizei derzeit mit Vertretern der Stadt, ob es Konsequenzen für die Band gibt.

Für den Verstoß gegen das Bettelverbot ist demnach das Kreisverwaltungsreferat zuständig, das eventuell ein Bußgeld verhängen könnte. Für ihr Video hätten die Musiker eigentlich eine Drehgenehmigung beim Wirtschaftsreferat erwirken müssen. Eine solche Lizenz ist bei kommerzieller Nutzung gebührenpflichtig.

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