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Dick Brave holt Publikum beim European Elvis Festival nach zwei Takten von den Stühlen

Unterhaltung

Startseite Region Wetteraukreis Bad Nauheim Dick Brave holt Publikum beim European Elvis Festival nach zwei Takten von den Stühlen Uns auf Google folgen Der Sänger trat nach zwölf Jahren Bühnenpause in Bad Nauheim auf. Am „Checkpoint Elvis" in Friedberg werden Erinnerungen für eine Soundcollage aufgezeichnet. Bad Nauheim/Friedberg – Es gibt schon wirklich vieles, für das Elvis herhalten muss: Elvis-Cocktails, Elvis-Spaghettieis, Grillteller und Bagels – was die jeweiligen Gerichte zu Elvis-Gerichten macht, bleibt kryptisch, doch der Stimmung tut das keinen Abbruch. Am zweiten Tag des European Elvis Festival haben gefühlt noch mehr Fans den Weg in die Wetterau gefunden. Richtig viel Charme versprühen die kleinen Bühnen, die in der Stadt eingerichtet wurden, beispielsweise in der Fußgängerzone, am Marktplatz oder im Hof der „Auszeit Korff“, wo der Elvis-Stammtisch Bad Nauheim sitzt. Auch Mitglieder des Elvis-Presley-Vereins zeigen sich davon begeistert. Es sei doch toll, dass es so überall in der Stadt Orte gebe, die sich Elvis zuwenden, das mache die Veranstaltung lebendiger und vielseitiger. Genau wie die Workshops oder auch der Gottesdienst, der im Rahmen des Friedberger Elvis Weekend auf dem Elvis Presley Platz gehalten wurde. Schließlich war Elvis auch tiefgläubig. Viel zu selten werden seine Gospel-Interpretationen beachtet, mit denen er seinen einzigen Grammy gewann. Was ist eigentlich mit Friedberg? Diese Stadt braucht sich nicht vor Bad Nauheim zu verstecken. Sicher, die größeren Konzerte finden in Dolce und Trinkkuranlage statt, aber dafür hat Friedberg die Ray Barracks und vor allem den sehr reizenden Checkpoint Elvis, konzipiert und realisiert vom Kinderlokal: Am Eingang zur Altstadt, zwischen Elvis-Presley-Platz und Stadtkirche, war ein Zollhäuschen aufgebaut worden. Hier mussten Elvis’ Erinnerungen verzollt werden, damit sich der Schlagbaum hob und man einen Passierschein erhielt. Und auch Elvis selbst musste hier über die „Grenze“. Besonders reizend: Die Erinnerungen wurden aufgezeichnet und werden über die kommenden Monate zu einer Soundcollage verarbeitet, die auf dem kommenden Elvis-Weekend präsentiert werden soll. Lachen und Tanzen „Are you ready to get this party started?“, fragt Dick Brave rhetorisch das Publikum, das er mit seiner Band bereits nach nur zwei Stücken von den Stühlen geholt hat – ehrlich gesagt waren es wohl nur zwei Takte, die es dazu brauchte. Man tanzte und lachte zu sensationellen Covern, wie „Back for Good“ von Take That oder „Take on Me“ von A-Ha in einer Downtempo-Rockabilly-Version. Der Band und dem Sänger sind das Dutzend Jahre Bühnenabstinenz nicht anzusehen. Der Hüftschwung sitzt, und Brave weiß nicht nur mit großen Gesten zu begeistern – er nimmt das Publikum aufrichtig mit. Auch, wenn er die Leute animiert, ihn und die Band (klassisch besetzt mit Klavier, Schlagzeug, Gitarre und Bass – übrigens hervorragend abgemischt) zu unterstützen, was oft genug auf Konzerten eher peinlich und gezwungen wirkt. Anders bei Brave: Das Publikum feiert sich selbst mindestens genauso arg wie die Band auf der Bühne. „Den Elvis-Fan an sich gibt es gar nicht.“ Auch dieser Satz ist in einem Gespräch gefallen, und vielleicht ist das der schönste und bleibendste Eindruck von diesem Wochenende. Eine gemeinsame Leidenschaft kann Brücken bauen, gerade in einer Zeit, in der viel zu oft das Trennende anstelle des Verbindenden betont wird. Man kann sich gleichzeitig Udo Lindenberg und Elvis auf die Waden tätowieren und Rastalocken tragen. Umso wichtiger bleibt es, den inklusiven Charakter des Festivals zu erhalten. Als Paar investiert man schnell 1000 Euro und mehr in das Wochenende in Bad Nauheim und Friedberg, je nachdem, von wo man anreist, wird es noch teurer. Übernachtungsmöglichkeiten und gerade Stellplätze für Camper sind rar – wäre es da nicht eine Möglichkeit, wie auf anderen Festivals auch, für die Zeit der Veranstaltung eine temporäre Campingwiese zu finden? Die Fans mit kleinerem Geldbeutel wären darüber sicher dankbar. Und die mit größerem Budget konnten sich direkt beim Stand des Tourismus-Büros Visit Mississippi die Reise in die USA planen lassen, um mit Nina Simone im Ohr Graceland zu besuchen.

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