Die bittersten DHDL-Pleiten: Hier verzockte sich Ralf Dümmel aus Hamburg
Vom Verkaufsschlager zum Flop Das sind Ralf Dümmels bitterste "DHDL"-Pleiten Von t-online, kg 31.07.2026 - 05:28 UhrLesedauer: 4 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Ralf Dümmel feiert mit "Die Höhle der Löwen" viele Erfolge. Doch einige Investments gehen auch daneben und er vergibt echte Chancen. Ralf Dümmel gilt als "Mister Regal": Erkennt er in der TV-Show "Die Höhle der Löwen" einen massentauglichen Alltagshelfer, steht das Produkt direkt nach der Ausstrahlung in Supermärkten, Discountern und Drogerien. Dieses Tempo brachte ihm Verkaufsschlager wie den Rostschreck oder die Abfluss-Fee ein. Doch Dümmel lag mit seinem Gespür nicht immer richtig. Manche Produkte blieben in den Lagern liegen, andere verschwanden nach massiver Kritik vom Markt. Zudem scheiterten einige vielversprechende Vereinbarungen nach der Aufzeichnung. 120.000 Pannenfächer blieben liegen Einer der größten wirtschaftlichen Flops war der Pannenfächer. Erfinder Richard "Richy" Kaulartz präsentierte 2016 reflektierende Schilder mit Botschaften wie "Brauche Benzin" oder "Hilfe kommt". Autofahrer sollten damit bei einer Panne anderen Verkehrsteilnehmern mitteilen können, welche Hilfe sie benötigen. Während die übrigen Investoren skeptisch blieben, sah Dümmel eine große Chance. "Ich glaube, dass es einen Riesenmarkt gibt", sagte er in der Sendung. Er investierte 75.000 Euro und erhielt dafür 25,1 Prozent der Unternehmensanteile. Bei dieser Summe blieb es offenbar nicht. Nach Angaben von "Deutsche Startups" steckte Dümmel zusätzlich einen wohl sechsstelligen Betrag in die Produktion in Asien. Der Pannenfächer wurde anschließend breit im Handel angeboten, fand jedoch kaum Käufer. Später räumte der Investor gegenüber "Spiegel Online" ein: "Wir haben noch 120.000 Pannenfächer auf Lager liegen, die keiner kaufen will." Das Produkt kostete ursprünglich knapp 20 Euro, wurde später aber auf verschiedenen Plattformen für wenige Euro angeboten. Besonders schwer traf der Misserfolg die Familie des Erfinders. Kaulartz' Schwester hatte laut "Spiegel" ihre private Altersvorsorge in Höhe von 58.000 Euro in das Produkt gesteckt. Die Schwägerin des Gründers beschrieb den Absturz später so: "Es fühlt sich an, als ob wir von einem zehn Meter hohen Turm hinuntergestürzt wären." Eine Person aus dem DS-Umfeld teilt allerdings hinter vorgehaltener Hand mit, dass sich der Einstieg von Dümmel und die großangelegte Produktion finanziell nicht nachteilig für die Familie ausgewirkt haben soll. Dass Dümmel hingegen viel Geld mit dem Pannenfächer verloren hat, gilt als sicher. Er übernahm für die Familie die Produktionskosten und die Marketingausgaben. Nach dem Flop des Fächers soll er der Familie sogar angeboten haben, ihnen seine Anteile zurückzuschenken. Pinky Gloves verschwinden nach wenigen Tagen Ein anderer Deal scheiterte nicht an fehlender Aufmerksamkeit, sondern an heftiger öffentlicher Kritik. Eugen Raimkulow und Andre Ritterswürden präsentierten 2021 mit Pinky Gloves pinkfarbene Einweghandschuhe, in denen Frauen benutzte Tampons und Binden entsorgen sollten. Dümmel sagte 30.000 Euro für 20 Prozent der Unternehmensanteile zu. Nach der Ausstrahlung entbrannte ein Shitstorm. Kritikerinnen warfen den Gründern vor, Menstruation als schmutziges oder beschämendes Problem darzustellen und zusätzlich Plastikmüll zu verursachen. Nur wenige Tage später stoppten die Gründer und Dümmel die Produktion. Der Investor äußerte sich danach ungewöhnlich selbstkritisch. "Wir haben uns die berechtigte Kritik zu Herzen genommen und sehr genau verstanden, dass wir einige Punkte nicht ausreichend und richtig bedacht haben", erklärte Dümmel. Zudem stellte er fest: "Eine gute Idee ist nichts wert, wenn sie nicht angenommen wird und es massive Kritik daran gibt." Waterdrop: Der verpasste Millionen-Deal Nicht jede geplatzte Beteiligung erweist sich im Rückblick als Glücksfall – manchmal ist sie eine verpasste Chance. Das bekannteste Beispiel ist Waterdrop. Das österreichische Unternehmen stellte 2018 kleine Würfel vor, die Wasser Geschmack verleihen. Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. Instagram-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Dümmel und Dagmar Wöhrl boten den Gründern gemeinsam eine Million Euro. Die Zusammenarbeit mit Dümmel scheiterte später jedoch. Ein Grund waren unterschiedliche Vorstellungen vom Vertrieb: Dümmels Modell beruht darauf, Produkte schnell und breit in den stationären Handel zu bringen. Waterdrop wollte die eigene Marke kontrollierter aufbauen und das Risiko eines zu frühen Massenstarts vermeiden. Das Unternehmen wuchs später international. Waterdrop ist deshalb kein gescheitertes Dümmel-Investment – schließlich kam die Beteiligung gar nicht erst zustande. Im Rückblick gilt die Nicht-Einigung dennoch als verpasste Chance. Kritik der Verbraucherschützer Nicht jeder umstrittene Deal ist zugleich ein wirtschaftlicher Flop. Das zeigt ProtectPax. Dümmel investierte 2017 insgesamt 150.000 Euro für 20 Prozent der Anteile. Die Flüssigkeit sollte auf Smartphone-Displays eine unsichtbare Schutzschicht bilden und das Glas widerstandsfähiger gegen Kratzer und Brüche machen. Loading... Loading... Loading... Nach der Ausstrahlung verkaufte sich ProtectPax in großen Mengen. Dann geriet das Produkt unter Druck. Tests weckten Zweifel an der versprochenen Schutzwirkung. In einem Härtetest wurde ein behandeltes Display trotzdem beschädigt. Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verwies auf negative Kundenbewertungen. Die "Welt" schrieb, Dümmel habe sich mit dem Produkt "verzockt". ProtectPax ist inzwischen aus dem Handel verschwunden. Der Fall zeigt, dass sich der Erfolg eines Produkts bei "Die Höhle der Löwen" nicht allein am Umsatz messen lässt. "Es gibt Produkte, da sind wir als Investoren mit einem Minus rausgegangen. Aber das ist das normale Geschäft eines Investments", sagt Ralf Dümmel zum "Hamburger Abendblatt". Dass die Gründer am Ende kein Geld verlieren, das sei ihm wichtig. "Wir übernehmen bei unseren Investitionen grundsätzlich das Working Capital und tragen das Risiko. Alle verdienen, aber viele eben nicht das, was sie sich erhofft haben." Verwendete Quellen deutsche-startups.de: "Beim Pannenfächer lag Ralf Dümmel so richtig daneben" spiegel.de: "„Die Höhle der Löwen": Wie es mit Ralf Dümmels Beteiligungen weiterging“ spiegel.de: "„Die Höhle der Löwen": Warum der Pannenfächer gefloppt ist“ gala.de: "Ralf Dümmel: „Wir hören auf mit #pinkygloves"“ derstandard.de: "Nach Shitstorm: Produktion von Pinky-Gloves-Menstruationshandschuhen eingestellt" startbase.de: "Die pinken Handschuhe sind Geschichte" businessinsider.de: "DHDL-Investor Ralf Dümmel investiert in Wippstuhl für bequemes Stehen – Deal platzt nach der Sendung" businessinsider.de: "DHDL: Darum ist der Deal zwischen Plux und Ralf Dümmel geplatzt" (kostenpflichtig) computerbild.de: "Die Höhle der Löwen: Verbraucherzentrale warnt vor Produkten" welt.de: "Waterdrop aus „Höhle der Löwen": "Der Deal mit Ralf Dümmel ist noch nicht unterschrieben"“ welt.de: "Höhle der Löwen: Investor Ralf Dümmel verzockt sich mit Displayschutz Protectpax" chip.de: "Ist „Protect Pax" eine Pseudo-Erfindung? CHIP testet "Höhle der Löwen"-Produkt im Labor“ abendblatt.de: Wird man in der "Höhle der Löwen" Millionär? Transparenzhinweis Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Wir freuen uns über Hinweise an t-online@stroeer.de. Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading...