DAX +0,19 % 26.141,52 Pkt 17:12:13 MDAX +0,80 % 32.077,24 Pkt 17:12:17 Euro Stoxx 50 +0,61 % 6.461,31 Pkt 17:12:15 Dow Jones -0,59 % 53.150,04 Pkt 17:27:17 S&P 500 -0,41 % 7.676,19 Pkt 17:27:13 Nasdaq -0,62 % 26.166,57 Pkt 17:27:12 Nikkei -0,30 % 66.016,36 Pkt 08:45:03 Gold +3,06 % 4.654,40 USD 17:17:07 Silber +1,88 % 69,31 USD 17:17:14 Brent +0,27 % 94,03 USD 17:17:10 WTI -1,30 % 86,69 USD 17:17:16 Bitcoin +6,49 % 77.771,38 USD 17:27:15 EUR/USD +0,03 % 1,16780 USD 17:26:56 EUR/GBP -0,20 % 0,85660 GBP 17:27:17 EUR/CHF +0,53 % 0,93610 CHF 17:27:17 EUR/JPY +0,47 % 185,630 JPY 17:27:17

Die Captcha-Falle: Ein Klick infiziert Ihren Rechner sofort

Technologie

Cyberkriminelle missbrauchen vertraute Sicherheitsabfragen, um Nutzer zur Ausführung von Befehlen zu bringen und sensible Daten zu stehlen. Wer regelmäßig im Internet unterwegs ist, kennt das Prinzip: Bevor eine Webseite ihre Inhalte freigibt, verlangt sie häufig den Nachweis, dass tatsächlich ein Mensch und kein Programm am Werk ist. Captchas sind aus dem digitalen Alltag kaum noch wegzudenken und begegnen Ihnen beim Online-Shopping ebenso wie beim Ausfüllen von Kontaktformularen, beim Anlegen neuer Konten, beim Login auf verschiedensten Plattformen oder beim Herunterladen von Dateien. Ihre Aufgabe ist eigentlich eine schützende, denn sie sollen automatisierte Zugriffe durch sogenannte Bots verhindern, die massenhaft Spam versenden, Passwörter erraten, Formulare missbrauchen oder Server mit Anfragen überlasten. Weil Captchas mittlerweile so verbreitet und vertraut sind, klicken sich viele Menschen ohne groß nachzudenken durch die kleinen Rätsel und Häkchen, ohne einen Betrug dahinter zu vermuten. Genau dieses Vertrauen machen sich Cyberkriminelle inzwischen gezielt zunutze, indem sie eine vermeintlich vertrauenswürdige Sicherheitsabfrage als Einfallstor missbrauchen. Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker forscht und berät als Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle. Wenn das vermeintliche Captcha zur Anleitung für Schadcode wird Bei der aktuellen Betrugsmasche tauchen auf präparierten oder gekaperten Webseiten Fenster auf, die täuschend echt wie eine gewöhnliche Sicherheitsabfrage aussehen. Statt wie gewohnt Bilder auszuwählen oder ein Häkchen zu setzen, werden Sie aufgefordert, eine bestimmte Tastenkombination zu drücken, etwa die Windows-Taste zusammen mit der Taste R, und anschließend einen bereits vorbereiteten Befehl einzufügen und mit der Eingabetaste zu bestätigen. ANZEIGE ANZEIGE Was viele nicht bemerken, ist der eigentliche Trick dahinter, denn der schädliche Befehl landet bereits beim Betreten der Seite automatisch in der Zwischenablage, ohne dass Sie ihn selbst kopiert haben. Führen Sie die angezeigten Schritte aus, wird im Hintergrund ein Programm gestartet, das eine Verbindung zu einem Server der Angreifer aufbaut und von dort weitere Schadsoftware nachlädt. Weil der Befehl scheinbar von Ihnen selbst ausgeführt wurde, schlagen viele Antivirenprogramme dabei zunächst keinen Alarm, was die Masche besonders tückisch macht. Verwandte Varianten dieser Masche tarnen sich zudem als fehlgeschlagenes Browser-Update oder als Fehlermeldung des Betriebssystems, verfolgen dabei aber stets dasselbe Ziel. Infostealer und Co: Warum diese Methode so gefährlich ist Besonders heimtückisch an dieser Betrugsmasche ist die Art der nachgeladenen Schadsoftware. Häufig handelt es sich um sogenannte Infostealer, also Programme, die gezielt nach sensiblen Informationen auf Ihrem Rechner suchen. Dazu zählen im Browser gespeicherte Passwörter, Zugangsdaten zu Online-Konten, Kreditkarteninformationen sowie die Zugänge zu Kryptowährungs-Wallets. Auch Cookies geraten ins Visier der Angreifer, da sich mit ihnen mitunter selbst ohne Passwort in fremde Konten einloggen lässt. Die gesammelten Daten werden anschließend an die Angreifer übermittelt und häufig im Internet weiterverkauft, sodass die Folgen eines einzigen Klicks lange nach der eigentlichen Infektion noch spürbar sein können. Wird ein Rechner innerhalb eines Firmennetzwerks infiziert, kann dies weitreichende Folgen haben, denn die gestohlenen Zugangsdaten dienen Kriminellen häufig als Sprungbrett für größere Angriffe bis hin zu Ransomware, bei der ganze Unternehmensnetzwerke verschlüsselt und erst gegen die Zahlung eines Lösegelds wieder freigegeben werden. So schützen Sie sich vor der Falle Der wirksamste Schutz beginnt mit gesundem Misstrauen: Werden Sie auf einer Webseite aufgefordert, eine Tastenkombination zu drücken oder einen Befehl in ein Fenster einzufügen, sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten, denn ein echtes Captcha verlangt niemals eine solche Eingabe. Verlassen Sie in einem solchen Fall die betreffende Seite umgehend und geben Sie unter keinen Umständen Befehle in die Eingabeaufforderung, die Powershell oder das Terminal Ihres Rechners ein, wenn diese Aufforderung von einer Webseite stammt. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Betriebssystem, Ihr Browser und Ihre Sicherheitssoftware stets auf dem neuesten Stand sind, da viele der ausgenutzten Sicherheitslücken durch Updates bereits geschlossen wurden. Ein aktuelles Antivirenprogramm bietet zusätzlichen Schutz, ersetzt jedoch nicht die eigene Wachsamkeit beim Surfen. Sollten Sie dennoch einmal versehentlich einen solchen Befehl ausgeführt haben, trennen Sie den betroffenen Rechner umgehend vom Internet, ändern Sie anschließend über ein anderes, sauberes Gerät alle wichtigen Passwörter und ziehen Sie im Zweifelsfall fachkundige Hilfe hinzu, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen.

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