Die Einzelentscheidung im Springen
23.08.2026 | 13:55 Uhr | Sabine Gregg
WM Aachen: Daniel Deußer beendet die WM als bester Deutscher
Steve Guerdat und Dynamix de Belheme werden Weltmeister/ Drei deutsche in den Top Ten
Die Entscheidung um die Einzelmedaillen im Springen ist gefallen: Steve Guerdat und Dynamix de Belheme gewinnen Gold. Der junge Belgier Thibeaut Spits holt mit Impress-K van't Kattenheye Z Silber vor dem Briten Harry Charles mit der Stute LT Holst Freda. Als bester Deutscher beendet Daniel Deußer das Finale auf Rang sechs, direkt vor seinem Teamkollegen Marcus Ehning. Rang neun für Sophie Hinners.
Alle vier deutschen Mannschaftsweltmeister zogen in das Finale der besten 25 ein. Drei von ihnen maßen sich mit den Top Zwölf dieser WM: Daniel Deußer mit Otello de Guldenboom, Marcus Ehning mit seinem Holsteiner Coolio und Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair.
Daniel Deußer wusste vor seinem Start, dass er eine Nullrunde braucht, um in der Medaillenentscheidung mitzumischen. Bis zum letzten Hindernis sah es gut aus. Doch dann klapperte es, Fehler, das Aus für den Einzel-Medaillentraum. Ihr Endergebnis von 8,86 bedeutete am Ende des Tages Platz sechs. Daniel Deußer sagte anschließend im Interview: „Ich bin als Führender in den letzten Tag gegangen. Heute hatten wir je Umlauf einen Fehler. Ich bin natürlich etwas enttäuscht und werde analysieren, wie der Fehler am letzten Sprung in der zweiten Runde zustande gekommen ist. Es war eine lange Woche für Pferd und Reiter, auch in Hinblick auf die Konzentration. Heute gab es viele technische Herausforderungen. Insgesamt bin ich vor allem aber stolz auf die Leitung meines Pferdes.“
„Coolio hat nach dem dritten Sprung das Eisen verloren. Er hatte zu wenig Grip in den Wendungen. Zu der Planke hätte ich ruhiger hinreiten müssen, das war mein Fehler. In der zweiten Runde hat er es wahnsinnig gut nach Hause gebracht. Die Woche hat unheimlich viel Spaß gemacht. Wir haben Team-Gold gewonnen und hätten heute sehr gern noch eine Medaille mitgenommen, doch ich bin mit dem siebten Platz sehr gut zufrieden", erklärte Marcus Ehning nach dem Finale.
Bundestrainer Otto Becker warf zum Abschluss einen Blick zurück auf die verganenen Tage: „Teamgold haben wir souverän gewonnen. Das war ein Erlebnis vor diesem Publikum. Im Einzelfinale hat das Quäntchen Glück gefehlt. Marcus Ehnings Coolio hat in der ersten Runde ein Eisen verloren. Das macht einen Nullfehlerritt zusätzlich schwer auf dem Rasen. Die Weltspitze ist hier, jeder Fehler ist in diesem Starterfeld ein Fehler zu viel. Und doch: Wir haben drei Paare in den Top Ten. Und eines ist klar: Die Weltspitze ist unheimlich eng beieinander und wir haben in dieser Woche bewiesen, dass wir weiterhin dazu gehören. Wir freuen uns über die Woche und die Mannschaftsgoldmedaille und hoffen, dass wir die guten Pferde im Land halten können.“
Der zweite Umlauf
Sophie Hinners eröffnete aus deutscher Sicht den zweiten Umlauf. Das Aachener Publikum begrüßte die 28-Jährige Mannschaftsweltmeisterin mit ihrem Iron Dames Singclair herzlich. Mit zwei Abwürfen und einem Zeitfehler gelang es ihr nicht, ihr sehr gutes Ergebnis zu halten. Ihr Endergebnis 14,84.
Marcus Ehning und Coolio erwischten genau wie Sophie Hinners und Coolio den Einssprung der zweifachen Kombination. Mit einem Endergebnis von 9,78 beendet der Borkener das Finale der Weltmeisterschaften in Aachen.
Der erste Umlauf
Keines der vier deutschen Paare blieb im ersten Umlauf fehlerfrei. Richard Vogel und United Touch S nahmen die Wendung auf die Mauer sehr eng. Der 29-jährige Reiter sagte im Anschluss, dass sein Pferd alles richtig machen wollte. Er habe ihm nicht gut genug den Weg zur Mauer gezeigt. „Ein Pferd, das so gut in Form ist, verdient es auch im Einzel weiter vorne zu stehen. Als Teil der Teamgold-Mannschaft hat er eine Medaille gewonnen, die er mehr als verdient hat. Er ist an allen Tagen fantastisch gesprungen", lobte Richard Vogel United Touch S.
Sophie Hinners und Iron Dames Singclair absolvierten den Parcours fehlerfrei - bis zum letzten Hindernis. Die schokobraune Stange fiel auf den Rasen. „Insgesamt hat er sich sehr gut angefühlt und ist fantastisch gesprungen. Dieses Gefühl möchte ich in den zweiten Umlauf mitnehmen", sagte Hinners. Die 28-Jährige liegt nach dem ersten Umlauf auf Platz sieben und ist damit die beste Reiterin im Ranking. Bisher gab es lediglich zwei Weltmeisterinnen im Springreiten: 1986 gewann die Kanadierin Gail Greenough mit dem Hannoveraner Mr. T als erste Frau der Geschichte eine WM. 2018 in Tryon sprangen Simone Blum und DSP Alice zum Titel.
Marcus Ehning und Coolio blieben bis zu Sprung neun fehlerfrei. An der Wellenplanke klapperte es. Vier Fehlerpunkte auch für sie, wobei Ehning sagte, dass sein Pferd gerutscht sei. Collio hatte ein Eisen verloren und daher Rang sechs vor dem Finale.
Daniel Deußer und Otello de Guldenboom mussten einen frühen Abwurf hinnehmen. Der weitere Parcours gelang ihnen fehlerfrei. Aktuell Platz vier. Einziges Paar ohne Abwurf sind im Zwischenranking der Schweizer Steve Guerdat und seine Ausnahmestute Dynamix de Belheme.
B
Der Parcours
Das Finale wird über zwei Umläufe entschieden. In beiden Umläufen werden die Hindernisse bis zu einer Höhe von 1,65 Meter aufgebaut. Im ersten Umlauf dürfen die Pferd-Reiter-Kombinationen sich maximal 81 Sekunden Zeit nehmen für den 540 Meter langen Parcours. Frank Rothenberger als Parcourschef hat die Linienführung so gewählt, dass die dreifache Kombination auf den Ein-und Ausritt zuführt. Darauf gilt es eine Tripplebarre zu absolvieren, dann dreitk den Wassergraben. Insgesamt entscheiden 13 Hindernisse mit 16 Sprüngen darüber, wer in den zweiten Umlauf einzieht.
Im zweiten Umlauf sind es zwölf Hindernisse mit 15 Sprüngen, wobei die Linienführung gänzlich verändert wird. Deshalb gibt es zwischen den beiden Umläufen auch eine große Pause. Der zweite Umlauf startet um 16.20 Uhr. Pferdesport Deutschland/sag
Der Text wird fortlaufend aktualisiert.