Die Finalentscheidung im Springen
21.08.2026 | 23:00 Uhr | Eva Borg
WM Aachen: Mannschafts-Weltmeister!
Marcus Ehning, Sophie Hinners, Daniel Deußer und Richard Vogel holen Gold
Richard Vogel und United Touch S waren das letzte Starterpaar - da war Gold schon sicher. Foto: S. Lafrentz
Die Entscheidung um die Mannschaftsmedaillen im Springen ist entschieden: Das deutsche Team von Bundestrainer Otto Becker mit Marcus Ehning und Coolio, Daniel Deußer und Otello de Guldenboom, Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair sind noch vor dem Ritt von Richard Vogel mit United Touch S Mannschafts-Weltmeister mit nur 3,48 Punkten! Silber geht an das Team aus Belgien mit 8,85 Punkte, Bronze an Großbritannien mit 8,98 Punkte.
Marcus Ehning und Coolio mit super Auftakt
Erster deutscher Starter war Marcus Ehning. Sein 13-jähriger Holsteiner Coolio machte seinem Namen mal wieder alle Ehre und blieb cool. Ohne Fehler beendeten die beiden den Parcours und das Publikum fieberte bei jedem Hindernis mit. Die Planke am Longines-Oxer wackelte, ein Raunen ging durchs Publikum. Auch die weiteren Sprünge wurden vom Raunen der Publikums begleitet, aber alles blieb liegen. Als er über den letzten Oxer flog, ging lautstarker Jubel durch das ausverkaufte Aachener Stadion. Die dritte Null-Runde für die beiden und ein super Auftakt für das deutsche Team.
Marcus Ehning war nach seinem Ritt sehr begeistert von seinem Coolio: "Er ist einfach unglaublich wieder gesprungen. Es war fast alles zu schön und zu gut und dann hab ich da am Ende noch so einen kleinen Bock reingebaut, aber er ist so bei mir und so konzentriert, da kann man als Reiter auch mal einen Fehler machen und man schafft es trotzdem."
Sophie Hinners "genießt" es ein bisschen zu sehr
Auch bei Sophie Hinners und Iron Dames Singclair blieben alle Stangen liegen. Mucksmäuschenstill war es im Aachener Stadion, ein Raunen ging durch das Publikm als sie die letzte Kombination sprangen, aber nichts wackelte, nichts klapperte und alle Stangen bleiben liegen. Das Publikum jubelte begeistert. So ganz schaffte sie es allerdings nicht in die erlaubte Zeit, ein Zeitfehler kam auf das Konto der beiden. "Er sprang wieder fantastisch, ich würde fast sagen, dass er noch einen Ticken besser sprang als gestern. Ich habe vielleicht ein bisschen zu sicher geritten und es zu sehr genossen, deswegen der eine Zeitfehler. Aber ich bin total stolz, wie er das wieder gemeistert hat, wie einfach er das gesprungen ist. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, dass ist so eine Kulisse hier", sagte Sophie Hinners nach ihrem Ritt.
Daniel Deußer ohne Fehler - Gold ist sicher!
Daniel Deußer und sein Otello de Guldenboom bleiben genauso cool, wie die Teamkollegen vor ihnen. Sie hätten sich sogar einen Springfehler erlauben dürfen und das deutsche Team wäre trotzdem Weltmeister. Aber sie blieben wie ihre Teamkollegen fehlerfrei - und das Aachener Publikum jubelte und sprang von den Plätzen auf. Deutschland ist Weltmeister und holt den Mannschaftstitel nach Hause!
Schlussreiter Richard Vogel und sein 14-jähriger Westfale United Touch S v. Untouched reiten schon als Mannschafts-Weltmeister ins Stadion ein. Wie die drei Teamkollegen zuvor blieben auch die beiden ohne Springfehler. Allerdins wurde auch bei ihrer Runde durch den Parcours die Zeit knapp, zwei Zeitstrafpunkte standen am Ende auf der Anzeigetafel. Für das Mannschafts-Ergebnis unwichtig - für die Einzelwertung am Sonntag zwei möglicherweise teure Fehler.
Einzelwertung: Drei deutsche Reiter in den Top-Five
Auch für die Entscheidung um die Einzelmedaillen am Sonntag haben sich die deutschen Springreiter gute Ausgangspositionen verschafft. Es führt Daniel Deußer punktgleich mit dem Schweizer Steve Guerdat mit Dynamix de Belheme, beide hatten im Zeitspringen am Mittwoch extakt die gleiche Zeit und haben beide nur 0,86 Strafpunkte auf ihrem Konto. Hinter den beiden auf Rang drei liegt der Brite Ben Maher mit Point Break mit 1,01, gefolgt von Marcus Ehning und Coolio auf Rang vier mit 1,78 Strafpunkten und Sophie Hinners und Iron Dames Singclair auf Rang fünf mit nur 1,84 Punkten. Aber auch Richard Vogel und United Touch S sind mit ihren 5,38 Strafpunkten zwar auf Rang 14, aber nur einen Springfehler von den vorderen Plätzen entfernt. Am Sonntag stehen noch einmal zwei Umläufe auf dem Programm, die besten 25 dürfen um die Einzelmedaillen reiten. Nur die besten zwölf Paare ziehen dann allerdings in den entscheidenden zweiten Umlauf ein. Weltmeister in der Einzelwertung ist der Reiter mit der geringsten Strafpunktzahl nach allen Prüfungen - Zeitspringen, Nationenpreis und Einzelfinale.
Insgesamt gingen 70 Paare in den 580 Meter langen Parcours mit 14 Hindernissen und 17 Sprüngen. Parcoursbauer Frank Rothenberger durfte die höchste Stange je Sprung auf einer maximalen Höhe von 1,65 Meter auflegen. Im Finale galt es erstmals bei dieser WM einen Wassergraben zu springen und zwar direkt nach der dreifachen Kombination.