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„Adler gegen Kanadagans“: USA eskalieren Streit mit Kanada – doch Bild erzählt eine ganz andere Geschichte
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Der „Adler-gegen-Gans“-Post des Weißen Hauses zum Handelskrieg zwischen den USA und Kanada sorgt im Internet für Spott.
Der Versuch des Weißen Hauses, im eskalierenden Handelskrieg mit Kanada zu punkten, ist im Netz nach hinten losgegangen. Nutzer wiesen darauf hin, dass das von der US-Regierung geteilte Bild eines Adlers bei genauerer Betrachtung die gegenteilige Geschichte erzählt. Am Dienstag (25. August) teilte der offizielle X-Account des Weißen Hauses ein Foto eines Weißkopfseeadlers, der eine Kanadagans auf dem Eis festhält, zu einem Beitrag der US-Regierung auf X mit dem Titel „President Trump Is Finally Ending Canada’s Free Ride“ (zu Deutsch: „Präsident Trump beendet endlich Kanadas Freifahrt“).
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Newsweek.com.
Offenbar sollte das Bild die Dominanz der USA über ihren nördlichen Nachbarn inmitten des jüngsten Handelsstreits zwischen den beiden Ländern symbolisieren. Doch die Fotografie hält nur einen einzigen Moment aus einer deutlich längeren Auseinandersetzung zwischen den beiden Tieren fest – und der Ausgang der Begegnung unterscheidet sich grundlegend von dem Eindruck, den das Bild offenbar vermitteln soll.
Die Aufnahme entstand bei einer Begegnung, die der Fotograf Mervyn Sequeira auf dem Ontariosee dokumentierte. Das Weiße Haus hatte dasselbe Bild bereits 2025 geteilt, damals als Reaktion auf einen X-Beitrag des damaligen Premierministers von Kanada, Justin Trudeau. Die vollständige Bildserie des Vorfalls zeigt, wie der Weißkopfseeadler über rund 20 Minuten hinweg mehrfach Angriffe auf die Kanadagans startet, die an mehreren Punkten reglos auf dem Eis zu liegen scheint und in Lebensgefahr wirkt.
Wie der Kampf zwischen Adler und Gans wirklich endete
Doch die Gans steht immer wieder auf, breitet ihre Flügel aus und stellt sich dem Adler entgegen. Am Ende der Begegnung gibt der Adler auf und fliegt davon, während die Gans am Leben bleibt. „Es gab Momente, in denen wir dachten, es sei vorbei für die Gans“, sagte der Fotograf Sequeira 2025, als er die Szene gegenüber CBC schilderte. Der Vogel überlebte jedoch, nachdem er wiederholten Angriffen widerstanden hatte.
Als Clips und Screenshots der vollständigen Auseinandersetzung nach dem Beitrag des Weißen Hauses erneut online kursierten, argumentierten viele Nutzer, das Ende untergrabe die Symbolik, auf die die US-Regierung offenbar abzielte. Der offizielle Account der Organisation Build Canada reagierte und teilte ein Bild aus einem späteren Teil der Serie, auf dem die Kanadagans zurückschlägt. Andere wiesen indes darauf hin, dass 55 Prozent der Population des Weißkopfseeadlers in Kanada leben – obwohl der Vogel als US-amerikanisches Nationalsymbol gilt.
Handelskonflikt heizt Symbolpolitik an
Der Post erschien vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Washington und Ottawa nach dem Scheitern der Handelsverhandlungen in der vergangenen Woche. Nachdem die Gespräche abgebrochen worden waren, setzte die Trump-Regierung 50-prozentige Zölle auf kanadische Exporte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar durch, betroffen sind Produkte von Wein, Möbeln und Molkereierzeugnissen bis hin zu Zement, Kleidung, Angelausrüstung und Eishockeyausrüstung.
Der kanadische Premierminister Mark Carney reagierte mit einer von ihm als „Dollar-für-Dollar“-Antwort beschriebenen Gegenmaßnahme, mit neuen Zöllen auf US-Stahl, Aluminium, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, Meeresfrüchte, Kleidung, Elektronik und andere Waren, die im September in Kraft treten sollen. Carney sagte, Kanada sei bereit gewesen, ein Abkommen zu schließen, habe sich jedoch zurückgezogen, nachdem die USA aus seiner Sicht unfaire Forderungen in letzter Minute gestellt hätten, und erklärte: „Sie haben zu viel verlangt und zu wenig geboten.“
Das Weiße Haus vertritt eine deutlich andere Sicht. In dem Beitrag, der zusammen mit dem Adlerfoto beworben wurde, warf die US-Regierung Kanada vor, seit Langem Hürden für US-amerikanische Produkte aufzubauen und argumentierte, US-Präsident Donald Trump beende damit Kanadas „Freifahrtschein“ auf dem US‑Markt. Vor diesem Hintergrund sollte das Bild von Adler und Gans offenbar visuell auf die wachsende wirtschaftliche Konfrontation zwischen den beiden Ländern anspielen.
Symbolik prallt auf Realität des Bildmaterials