„Die ganze Ware geht in Flammen auf“: Ukraine attackiert weitere Logistikzentren von „russischem Amazon“
Bei neuen ukrainischen Drohnenangriffen auf Logistikzentren des größten russischen Onlinehändlers ist Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet worden. 15 weitere Menschen wurden demnach verletzt. Die Geschäftsführerin des Onlinehändlers Wildberries, Tatjana Kim, erklärte, die Logistikzentren des Unternehmens in den südrussischen Städten Krasnodar und Newinnomyssk seien evakuiert worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Attacken. Auf X schrieb er, dass die Zentren auch für die Lieferung von Drohnenkomponenten an die russische Armee genutzt worden seien. Demnach erfüllten sie einen militärischen Zweck. Davon abgesehen funktioniert Wildberries für russische Privatkunden so ähnlich wie der Versandriese Amazon es außerhalb Russlands tut. „Wir bringen den Krieg, zu Recht, zurück nach Hause – nach Russland“, so Selenskyj. Seit Monaten greift die Ukraine außerdem Öl-Raffinerien sowie Militärfabriken in Russland mit Langstreckendrohnen und Marschflugkörpern an. Händlerin weint Das ukrainische Medium „Kyiv Independent“ hat auf Instagram ein Video geteilt, das eine Händlerin zeigen soll, die via Wildberries verkauft. „Die ganze Ware meiner Kunden geht in Flammen auf“, sagt die Frau laut englischer Übersetzung. In den Kommentaren bringen viele Nutzer ihre Freude über die Schäden zum Ausdruck. Sie treffen eine Gesellschaft, die sich öffentlich bisher kaum gegen den Angriffskrieg in der Ukraine ausspricht. Das russische Ermittlungskomitee kündigte die Einleitung einer Untersuchung an wegen eines „Anschlags“ aufgrund der „Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf die Logistikzentren in Krasnodar und Newinnomyssk“. Das Ermittlungskomitee ist in Russland für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständig. Den Behörden zufolge waren mehr als 100 Feuerwehrleute und ein Hubschrauber im Einsatz, um einen Lagerhallenbrand zu löschen. Attackierte Wildberries-Lager – die Übersicht Die ukrainischen Attacken auf Wildberries häufen sich: Bei dem vorherigen Angriff am Samstag auf zwei große Logistikzentren von Wildberries in der Nähe von Moskau (Elektrostal und Kotowsk) waren acht Mitarbeiter getötet worden. Der „Guardian“ berichtete am Dienstag über einen weiteren Angriff auf einen Wildberries-Standort (Industriepark Južnija Vrata). Dazu kommen nun die Attacken auf Zentren in Krasnodar und Newinnomyssk.