Die Gewinner des Klimawandels? Kältetechniker
Welche konkreten Jobs in Ihrer Branche geraten durch Hitzewellen und andere Wetterextreme besonders unter Druck – und welche Berufe verändern sich dadurch spürbar? Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Kältetechnik sind unterschiedliche Branchen und damit viele Berufe betroffen. Neben den produzierenden Unternehmen sind es vor allem handwerkliche Berufe, die zunehmend gefragt sind. Dazu gehören Kälteanlagenbauer bzw. Mechatroniker für Kältetechnik, die Kälteanlagen in der Regel direkt vor Ort montieren und in Betrieb nehmen. Neben der Meisterausbildung, die zum Führen eines eigenen Betriebes berechtigt, besteht auch die Möglichkeit, den Abschluss als Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Kältetechnik zu erwerben. Prof. Dr.-Ing. Uwe Franzke ist Institutsdirektor und Geschäftsführer des Instituts für Luft- und Kältetechnik Dresden und zählt mit über 30 Jahren Erfahrung zu den führenden Experten für energieeffiziente und nachhaltige Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik mit Fokus auf Raumluftqualität. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle. Bei größeren Kälteanlagen sind zusätzlich spezialisierte Fachplaner für das Gewerk Kältetechnik erforderlich, um eine fachgerechte Auslegung der Systeme zu gewährleisten. Anlagen im laufenden Betrieb müssen regelmäßig gewartet werden, sodass auch Mitarbeitende im Facility Management stark nachgefragt sind. Neben dem steigenden Bedarf an Kühlung sorgen auch der Ausbau von Wärmepumpen und verschärfte Anforderungen an energieeffiziente Gebäudetechnik für eine wachsende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Welche Folgen haben Hitzewellen wie im Juni für die Nachfrage nach Klimaanlagen? Die Nachfrage nach Klimaanlagen steigt erfahrungsgemäß insbesondere während längerer Hitzeperioden deutlich an. Fest installierte Splitanlagen mit Innen- und Außeneinheit müssen dabei vom Kältehandwerk montiert und in Betrieb genommen werden. ANZEIGE ANZEIGE In der jüngsten Hitzewelle war klar zu erkennen, dass kurzfristig kaum noch Termine verfügbar waren, um solche Anlagen zu installieren – die Kapazitäten waren schnell ausgeschöpft. Wie entwickelt sich die Bedeutung von Berufen in der Kältetechnik – und wirkt sich das schon auf Bewerbungen und Nachfrage aus? Ein Alltag ohne Kältetechnik ist heute kaum mehr vorstellbar. Ob Rechenzentren, Mikroelektronik, Gesundheitswesen, Lebensmittelindustrie oder der Gebäudebereich – überall ist Kältetechnik unverzichtbar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz, wodurch das benötigte Fachwissen immer komplexer wird. Einen spürbaren Anstieg an Bewerberinnen und Bewerbern sehe ich derzeit noch nicht. Klar ist aber: Kältetechnik ist ein Zukunftsmarkt, und das Handwerk wird auch in Zeiten von KI unverzichtbar bleiben. Wie ist die aktuelle Stimmung in der Branche, wie hoch ist die Auslastung – und welche Rolle spielt der Klimawandel? Die Stimmung in der Branche ist insgesamt positiv, die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Gleichzeitig ist das Arbeitspensum hoch, die Betriebe sind stark ausgelastet. Der Klimawandel spielt dabei eine zentrale Rolle – zum einen als Ursache für den wachsenden Kühlbedarf, zum anderen als Treiber für neue, energieeffiziente und klimafreundliche Technologien und Lösungen.