"Die Höhle der Löwen": Frank Thelen kämpft mit den Tränen
"Würde hier nicht stehen"
Frank Thelen kämpft vor laufenden Kameras mit den Tränen
Von t-online, jdo
21.09.2026 - 06:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Normalerweise verhandelt der Investor bei "Die Höhle der Löwen" knallhart. Bei einem Deal wurde Frank Thelen nun aber ganz emotional.
Nach fünf Jahren Pause kehrte Investor Frank Thelen im vergangenen Jahr zu "Die Höhle der Löwen" zurück und beweist seitdem wieder sein Gespür für die besten Deals. Normalerweise ist der Unternehmer dafür bekannt, knallhart auf Zahlen, Geschäftsmodelle und Rendite zu schauen. Doch in der neuen Folge der Vox-Show, die am Montagabend zu sehen ist, zeigt er seine weiche Seite.
Der Auslöser: Gründerin Alena Leeb. Die 37-Jährige will den Investoren eigentlich ihr "Poppy's Eis" vorstellen, doch bevor sie mit der Präsentation beginnt, richtet sie ganz persönliche Worte an Frank Thelen. "Ohne dich würde ich heute nicht hier stehen", offenbart sie dem Unternehmer und wird dabei von ihren Gefühlen überwältigt.
Die zweifache Mutter berichtet, dass sie vor einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann vor der Privatinsolvenz stand. In dieser schwierigen Zeit griff sie zu Frank Thelens 2018 erschienenem Buch "Startup-DNA", begann seine Ratschläge umzusetzen und konnte das finanzielle Fiasko schließlich abwenden. "Falls du dich mal fragst: Hat es was gebracht, das Buch zu schreiben? Ich bin der lebende Beweis. Es hat etwas gebracht", versichert sie dem Autor – und rührt ihn damit sichtlich.
"Bedeutet mir mehr als jeder Deal"
Frank Thelen kämpft plötzlich vor laufenden Kameras mit den Tränen. "Auch mir fehlen manchmal die Worte und das war so ein Moment", sagte er t-online nach der Aufzeichnung. "Ich habe mich sofort in meine eigene schwere Zeit zurückkatapultiert gefühlt und konnte ihren Schmerz nachvollziehen, weil ich ihn selbst kenne."
"Ich habe als Unternehmer und Investor selbst schwierige Phasen erlebt. Zeiten, in denen ich nicht wusste, wie es weitergeht. Zeiten, in denen ich dachte: Verdammt, wie komme ich hier bloß wieder raus? Genau dieses Gefühl habe ich bei Alena wiedererkannt", erklärte der 50-Jährige. "Kurz vor der Privatinsolvenz zu stehen, ist nicht nur eine Zahl – das ist Angst, Scham, schlaflose Nächte. Ich habe damals gelernt, wie ich aus meiner Niederlage wieder herauskomme, Schritt für Schritt. Diese Erfahrung habe ich aufgeschrieben, weil ich mir damals selbst jemanden gewünscht hätte, der mir sagt: 'Das ist nicht das Ende'."
Mit Mitte 20 war der Börsengang von Frank Thelens damaliger Software-Firma "Twisd" im Dotcom-Crash geplatzt. Für einen Firmenkredit hatte er privat gebürgt – "der dümmste Fehler meines Lebens", wie er in seinem Buch schreibt. Die Bank forderte rund eine Million D-Mark von ihm. Frank Thelen zog sich wochenlang in sein altes Kinderzimmer zurück, die Jalousien unten. Ein Deal mit der Bank rettete ihn schließlich. Er begann von vorn, gründete neu und wurde zu einem der bekanntesten Investoren Deutschlands.
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Dass sein Buch "einer Familie geholfen hat, die Privatinsolvenz abzuwenden, bedeutet mir mehr als jeder Deal", betonte Frank Thelen. "Genau das war mein Ziel: Dass Menschen wie Alena damit weiterkommen, nicht aufgeben und wieder Hoffnung schöpfen. Was sie mir im Studio gesagt hat, ist eines der größten Komplimente im Business-Kontext, die ich je bekommen habe. Das macht mich sprachlos."
Ob Alena mit ihrem Eis am Ende auch einen der Löwen zu einem Deal überzeugen kann, ist in der dritten Folge der neuen Staffel von "Die Höhle der Löwen" am Montagabend um 20.15 Uhr bei VOX oder vorab bei RTL+ zu sehen.