DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,63 % 3.884,90 USD 21:59:59 Silber -5,86 % 49,14 USD 21:59:59 Brent -2,22 % 112,33 USD 21:59:57 WTI +0,93 % 102,95 USD 21:59:59 Bitcoin +0,04 % 77.232,43 USD 01:42:27 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:43 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:26:43 EUR/CHF -0,37 % 0,92020 CHF 22:28:43 EUR/JPY -0,14 % 175,816 JPY 22:28:43

"Die Inflation ist zurück": Benzin, Diesel und Heizöl machen Alltag deutlich teurer

Wirtschaft

Das Statistische Bundesamt bestätigt seine Schätzung: Teure Kraftstoffe bringen die Inflation mit Wucht nach Deutschland zurück. Die Prognose des Ifo-Instituts ist düster. Es erwartet für das kommende Jahr höhere Preissteigerungen als bisher. Der Lichtblick: die Strompreise.

Teure Energie hat die Inflation in Deutschland im August hochgetrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten laut Statistischem Bundesamt 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Es bestätigte damit eine frühere Schätzung. Kräftiger zogen die Verbraucherpreise zuletzt Ende 2023 an.

Damit setzt sich ein beunruhigender Trend fort. Im Juli war die Teuerungsrate bereits auf 2,8 Prozent geklettert. Im Juni lag sie bei 2,3 Prozent. "Besonders deutlich hat sich die vor allem durch den Iran-Krieg verursachte Teuerung der Energie bei den Kraftstoffen gezeigt", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Von Juli auf August zogen die Preise um 0,2 Prozent an.

"Die Inflation ist zurück in Deutschland", kommentiert ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski die Entwicklung. Entspannung ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Gestern stieg der Ölpreis erstmals seit Mitte Juli wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, weil Anleger wegen der Angriffe im Nahen Osten eine Unterbrechung der Öllieferungen aus der Region befürchten.

Vor Beginn des Iran-Kriegs lag der Ölpreis bei rund 70 US-Dollar. Dem Ifo-Institut zufolge werden die Verbraucherpreise im kommenden Jahr mit 3,0 Prozent stärker steigen als im laufenden mit durchschnittlich 2,7 Prozent. Berichten zufolge wird in der US-Regierung ein jahrelanger Konflikt mit dem Iran befürchtet.

Strom ist der Lichtblick

Energie verteuerte sich im August um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 8,3 Prozent im Juli. Kraftstoffe wie Benzin kosteten 27,7 Prozent und Heizöl 49,6 Prozent mehr. Strom (-5,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 Prozent) und Fernwärme wurden (-1,0 Prozent) billiger.

Nahrungsmittel kosteten bundesweit 0,1 Prozent mehr (Juli: +0,4 Prozent). Dennoch wurden einige Lebensmittel deutlich teurer, unter anderem Eier (+15,2 Prozent), frisches Gemüse (+5,2 Prozent) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+4,4 Prozent). Günstiger binnen Jahresfrist waren Butter (-29,9 Prozent), frisches Obst (-5,6 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,5 Prozent). Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,8 Prozent mehr verlangt. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten erneut um 2,4 Prozent zu.

Auch in der Euro-Zone insgesamt liegt die Inflation deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Sie könnte deshalb an diesem Donnerstag bei ihrer Sitzung in Berlin den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben - von 2,25 auf 2,50 Prozent. Das wäre der höchste Stand seit anderthalb Jahren. Die Zentralbank hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und im Juli pausiert.

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