DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,18 % 4.031,00 USD 21:59:59 Silber -0,56 % 54,04 USD 21:59:54 Brent -0,42 % 110,27 USD 21:59:57 WTI -0,50 % 101,25 USD 21:59:57 Bitcoin +0,04 % 80.058,08 USD 22:51:46 EUR/USD -0,36 % 1,11810 USD 22:51:42 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 22:51:59 EUR/CHF +0,47 % 0,92430 CHF 22:51:46 EUR/JPY +0,20 % 175,954 JPY 22:51:59

Die KI-Panik eskaliert: Aktie von Siemens-Energy-Rivale bricht völlig ein!

Technologie

KI-Müdigkeit und wachsender Widerstand

Doch die Story bekommt zunehmend Risse. Einerseits sind viele noch unprofitable KI-Unternehmen, wie Neocloud-Anbieter, aber auch OpenAI und Anthropic, auf gigantische Mengen an Fremdkapital angewiesen. Das vergeben Investoren angesichts wachsender Zweifel an der finanziellen Nachhaltigkeit der Ausgaben immer häufiger nur noch zu teuren Konditionen.

Andererseits wächst der Widerstand gegen Datencenter-Projekte. Insbesondere in den USA protestieren immer mehr Kommunen gegen die Ansiedlung – aufgrund lascher Umweltauflagen sinken angesichts des hohen Wasserverbrauchs häufig die Grundwasserpegel. Gleichzeitig klagen Anwohnende über andauernde Lärmbelästigung durch Generatoren- und Kühlgeräusche. Viele Projekte geraten deshalb in Verzug oder werden gar nicht erst realisiert.

Kaum vertretbare Unternehmensbewertungen

Das hat Folgen auch für die prognostizierte Energienachfrage, erst recht vor dem Hintergrund enorm hoher Unternehmensbewertung, wie es insbesondere bei GE Vernova der Fall ist. Die Aktie hat seit dem Spin-Off von General Electric 560 Prozent an Wert gewonnen.

Zeitweise lag das Plus sogar jenseits von 750 Prozent. Demgegenüber hat sich Siemens Energy im gleichen Zeitraum um "nur" 400 Prozent verteuert. Entsprechend stark fallen die Bewertungsunterschiede aus – bei GE Vernova steht für 2026 ein KGVe von über 60 zu Buche, während Siemens Energy mit rund dem 30-Fachen seiner erwarteten Gewinne gehandelt wird.

Anleger verkaufen GE Vernova & Co. in Panik

In einem am Donnerstag für Technologiewerte ganz schwachen Gesamtmarktumfeld – vor allem an asiatischen Handelsplätzen war es im KI-Bereich erneut zu panikartigen Verkäufen gekommen – gehört die fundamental deutlich zu hoch bewertete Aktie von GE Vernova zu den größten Verlieren.

Sie brach zeitweise um mehr als 10 Prozent ein und belegte damit innerhalb des US-Gesamtmarktindex S&P 500 den letzten Platz. Aus technischer Perspektive wird das Papier vor allem dadurch belastet, dass nach der 50-Tage-Linie jetzt auch die 200-Tage-Linie deutlich unterschritten ist – hier zeichnet sich außerdem bereits ein Death Cross und damit ein weiteres Verkaufssignal ab. Mit 900 US-Dollar wurde außerdem gleichzeitig eine wichtige Horizontalunterstützung aufgegeben. Das lässt weitere Verluste in den kommenden Tagen und Wochen befürchten.

Branchenweiter Abverkauf zeigt neues Risikobewusstsein

Mit den hohen Verlusten standen Anlegerinnen und Anleger von GE Vernova nicht allein da, auch die Anteile von Mitbewerbern gaben deutlich nach. Im DAX büßte Siemens Energy mehr als 7 Prozent ein, für die Gasturbinen- und Gasturbinenschaufelhersteller Cummins, Caterpillar und Howmet Aerospace ging es ebenfalls deutlich nach unten. Hier beliefen sich die Abgaben auf etwa 5 Prozent.

Bitter: Insbesondere bei Cummins standen die Zeichen zuletzt eigentlich auf wieder steigende Kurse. Das zeigt, dass die Aussichten der Branche im Gesamten nun deutlich schlechter bewertet werden.

Fazit: Auf weitere Verluste einstellen – auch bei Siemens Energy

Die Furcht vor einer Verlangsamung des KI-Booms und mit ihr verbundene Aktienverkäufe haben ein neues Opfer gefunden. Nach Halbleiter- und Neocloud-Werten müssen am Donnerstag Zulieferer von Energieversorgern dran glauben – mit Blick auf zum Teil völlig aus dem Ruder gelaufenen Unternehmensbewertungen wie bei GE Vernova geht der Abverkauf jedoch in Ordnung.

Selbst nach zweistelligen Verlusten wird der Mitbewerber von Siemens Energy noch mit einem KGV von mehr als 55 für das laufende und von über 30 für das kommende Geschäftsjahr gehandelt. Das ist für eine zuletzt eher konservativ bewertete Branche schlicht zu viel. Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher bei einem Anhalten der KI-Panik auf weitere Verluste einstellen. Trotz günstigerer Bewertung dürfte sich einem solchen auch die Aktie von Siemens Energy nicht entziehen können.

Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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