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"Die Männer fallen schon nicht um"

Unterhaltung

Aktualisiert am 14.07.2026, 10:07 Uhr Ikkimel hat sich das Label "provokant" fleißig erarbeitet. © Funke Foto Services /Ralf Rottmann Lesedauer:8 Min. Der Auftritt zieht vor allem auf Social Media weite Kreise und die Diskussionen reißen nicht ab: War Ikkimels Performance im ZDF-"Morgenmagazin" cool? Oder ein kompletter Fehlgriff? Wir haben nach eurer Meinung gefragt – mit teils überraschenden Ergebnissen. Leserstimmen zusammengestellt von Doreen Hinrichs Dieser Artikel basiert auf Zuschriften unserer Leserinnen und Leser und gibt ihre Meinungen, Einschätzungen und Fragen wieder, die sie unserer Redaktion geschickt haben. Informiere dich über die verschiedenen journalistischen Textarten. Ikkimel muss man wohl kaum noch jemandem vorstellen. Die 29-jährige Rapperin, bürgerlich Melina Gaby Strauß, ist auch außerhalb ihrer Fangemeinde den meisten ein Begriff. Mit ihrem mittlerweile viralen Auftritt im ZDF-"Morgenmagazin", wo sie ausgerechnet in der WM‑Arena den Song "Fußballmänner" zum Besten gab, sorgt sie sogar in den USA für Aufsehen – Rapperin Doechii jedenfalls ist begeistert. Und hier so? Die Reaktion des Publikums im Studio war gespalten: ungläubiges Staunen, betretene Blicke, verstohlenes Kichern. Empfohlenes Video Gaby Köster spricht über Geldsorgen und ihr Leben nach dem Schlaganfall © 1&1 Mail & Media Provokant oder doch beleidigend? Wenn ein Auftritt im altehrwürdigen ZDF für so viel Erregung sorgt, wollen wir natürlich auch von euch wissen: Wie fandet ihr die Performance? Zu krass? Ein Affront gegen die Zuschauerinnen und vor allem Zuschauer? Oder brachte sie endlich mal frischen Wind auf den Lerchenberg? Eure Zuschriften waren wie immer zahlreich und interessant – ein paar davon haben wir hier zusammengestellt. Empfehlungen der Redaktion Ikkimels "MoMa"-Auftritt wird in den USA gefeiert Helene Fischers Outfit reißt auf der Bühne Rassismus-Vorwürfe gegen Kiewel: Jetzt reagiert das ZDF "Natürlich darf die das!" Ich hab es zufällig gesehen. Meistens finde ich die Musik im Moma langweilig, aber Ikkimel fand ich sehr witzig. Habe mich gewundert, so etwas zu hören. Aber - ich fands gut. Mehr davon. Nicht immer so ängstlich!!! (Annette, 62, Hamburg) Das ist jetzt nicht meine Musik, aber endlich wieder mal ein Aufreger in der Popkultur. Die hatten wir früher auch... Gilla mit "Ich weiß du machst es gut" oder G-g-g-g-Geil von Bruce & Bongo und so weiter. Und natürlich darf die das!!! (Kurt, 66, Nürnberg) Warum soll sie es nicht dürfen? Und für die Rundfunkgebühren bekamen wir schon weit Schlimmeres präsentiert. Das war wenigstens lustig. (Arthur) Das war provokante Kunst. Gut, dass sowas in unserer Gesellschaft möglich ist. Egal, ob es einem persönlich immer gefällt (Heinz-Jürgen, 70) Da fallen die Männer schon nicht um, wenn eine Künstlerin mal auf die Worttapete haut wie Rapper auf den Senkel. Ich finde, dafür haben alle genügend "Background", um sich nicht angesprochen zu fühlen. (Detlef, 62, Bottrop) Ja!!!! DAS ist Fußball! Wie blöd einem Verein oder der "Nationalmannschaft“ hinterherhecheln. Selber, mit adipösem Schmerbauch, am Grill alles "bewerten", der bessere "Trainer sein", nichts im Kopf als die eigene Mannschaft, keinen Blick auf die Gesellschaft und/oder die Politik. Aber: "Schlaaaaand!" Fußball ist nicht mehr Fußball, sondern ein globales Geschäft. Selber auf Hartz 4, aber: für über hundert Euro ein Trikot kaufen. Ein Nagelsmann kriegt über 6 Mio. für sein Versagen und seinen Abgang und das "bezahle ich auch noch!" Wie dämlich ist denn unsere Bevölkerung? Wenn dann eine junge (?) Frau dieses psychotische Verhältnis der deutschen Männerwelt (in einer Musikform, die mir persönlich überhaupt nicht gefällt) konterkariert, ist das nicht nur bemerkenswert, sondern: genau analysierend, treffend und schneidig und charmant den dumpfen Großteil der deutschen Männerwelt beschreibend. Toll, dass das mal jemand auf die Bühne gebracht hat!!!!! (Andreas, 64, Berlin) "Sie hält großen Teilen der Gesellschaft einen Spiegel vor" Hallo, ich finde den Auftritt von Ikkimel ganz witzig und ES MACHT MAL JEMAND ETWAS ANDERES, leicht provokantes NEUES! Wenn hier die "Fußballmänner" sich betreten fühlen, zeugt das nur von Humorlosigkeit!!! Ich bin schon ein etwas älteres Semester und finde es immer gut, wenn sich mal jemand etwas Neues einfallen läßt und nicht immer 'nen alten Stiefel wieder aufwärmt. Die meisten Hits sind eh entstanden, wenn jemandem etwas ganz Neues Besonderes eingefallen ist und sich nicht beirren ließ, dies so zu veröffentlichen...... weiter so !!!! (Brigitte, 72, Seeheim-Jugenheim) Ja klar! Sie hält großen Teilen der Gesellschaft einen Spiegel vor. Provokant und in der Sprache der Zeit. Dabei ist "Fußballmänner alles Penner" für mein Empfinden keine Beleidigung, sondern eher die Bewertung als potentielle Zielgruppe. Es wurde lediglich ein Statement gesetzt. Bierbauch, Bratwurst, Lecker, Schmecker! - das hat mich wirklich amüsiert, weil ich mir viele vorstellen konnte, denen da vor Entrüstung glatt die Wurst in die Maß gefallen wäre, was der denn einfällt. Diese 4 Worte drücken so viel aus und treffen so hart. Der Stil ist nicht mein Geschmack, aber ich fand es trotzdem sehr unterhaltsam. Und in einem freien Land darf sich jeder auslassen, nicht nur der Bundeskanzler. Auch ohne lange Vorgeschichte aus Sexismus, Bevormundung und Benachteiligung wäre es doch das Recht einer jeden Frau, ein Phänomen aus einem etwas anderen Blickwinkel vorzuführen. Sogar wenn es der Urtyp deutscher Männlichkeit höchstselbst ist. (Sascha, 51, Pfofeld) Ich fühle mich als Mann Mitte 60 in keiner Weise negativ berührt vom Auftritt der Rapperin. Sie verstößt gegen Seh- und Hörgewohnheiten und erfüllt viele Zuschauererwartungen nicht. Natürlich wirkt das provokant. Aber positiv, denn es langweilte doch nicht. War der Auftritt jugendgefährdend? Nein, er war wirklich harmlos. War er dumm? Nein, man muss als Popmusikerin nicht den kategorischen Imperativ von E. Kant vertonen. War es Kultur und hat das ZDF unverantwortlich gehandelt, da sie ja gebührenfinanziert senden? Nein, diese Musik ist Teil aktueller Jugendkultur, und darum greift der kulturelle Bildungsauftrag, denn man sollte doch als Fernsehsender Neuigkeiten bringen und nicht lediglich Zuschauererwartungen erfüllen, das passiert anderen Ortes bereits über Gebühr. Man sah eine hübsche Interpretin mit Ausstrahlung. Speziell vor diesem Publikum war der Auftritt lustig, denn da sind wohl verschiedene Welten aufeinander gestoßen. Alle haben alles richtig gemacht! (Aron, 64, Osnabrück) "Leider verstehen noch immer viele Menschen diese Kunstform nicht richtig" Tatsächlich finde ich den Auftritt klasse. Ich bin selbst außerhalb der Zielgruppe der Künstlerin (>40), aber die in dem Lied angesprochenen Probleme im Zusammenhang mit Fußball sind absolut real. Vor allem die Leute, die deswegen Schnappatmung bekommen, sollten sich dadurch eingeladen fühlen, mal über das kulturelle Phänomen Fußball in unserer Gesellschaft nachzudenken. Davon abgesehen hätte die Moderation vielleicht den Sarkasmus vorher ankündigen sollen - leider verstehen noch immer viele Menschen diese Kunstform nicht richtig und können das nicht einordnen. Problematisch ist hierbei auch, dass die "üblichen Verdächtigen" nicht korrekt verstandene Satire als Hebel zur Empörung nutzen, um auf Bauernfang zu gehen - so wie bspw. in der Vergangenheit geschehen durch die AfD mit sarkastischen Liedtexten von KIZ. Für mich war das der beste Fernsehmoment des Jahres bisher, dafür zahle ich gern Rundfunkgebühren. (Robert, 40, Dresden) Warum nur diese Aufregung? Kriegt euch mal wieder ein. Ikkimel ist grenzwertig, aber wer bestimmt die Grenzen? Provokation bringt uns weiter. Da spricht sie aus, was viele im Geheimen denken und es sich nicht trauen, in die Welt zu schreien. Nennt Ikkimel versaut, Steigerung pervers. Habt eure Meinung, gut so. Moma, danke, dass du diesen Moment den vor allem Ü50 geschenkt hast. Wer sich aufregt, der lebt!!! Ich habe Ikkimel live erlebt und die Massen haben gejubelt (so zwischen 17 und 30). Und ich auch. Frech, rotzig, unangepasst, so schön anders. Hurra!!! Nennt es Kunst - es passt. Bei Ikkimel grinse ich unentwegt, bei so manchem deutschen Schlager würgt mich der Brechreiz. Zu unterschiedlich sind die menschlichen Laufbahnen, und das ist gut, genauso. Wie gerne denke ich zurück an Nina Hagens Tabubruch, Schlingensief... die Besten gehen viel zu früh. Und wieder trifft es genau. Rosa L.: "Die Freiheit ist immer auch die Freiheit der anders Denkenden." Gesprochen, gesungen, egal.... (Andreas, 68, Dresden) Ich habe den Auftritt nicht gesehen und kann verstehen, wenn ältere Leute mit diesem Auftritt nicht so klarkommen. Aber wie schon gesagt ist es Kunst, Ikkimel ist eine klasse Performerin, die auch etwas kann und sich von den Weichspül-Artisten, die sonst in diesem Format auftreten, sicher abhebt. Allerdings positiv. Wenn Kinder die Begriffe kennen, die Ikkimel so von sich gibt, dann ist es nicht Ihre Schuld, andersherum gäbe es ja dann auch kein Problem. (Michael, 56) Ich finde, dass Kunst oder Musik durchaus provokativ oder kontrovers sein darf. Was mir jedoch in letzter Zeit schon auffällt, ist, dass die Hälfte der Bevölkerung von einigen wenigen der weiblichen Hälfte unter "Generalverdacht" gestellt werden darf und man das okay findet oder zumindest wohlwollend toleriert. Wenn aber ein Mann nicht zu 100% woke ist, dann haut man auf die betreffende Person, den Künstler oder generell auf alle Männer ein. Ich bin sehr für Gleichberechtigung, und vieles im Umgang zwischen Mann und Frau war in der Vergangenheit ganz sicher nicht in Ordnung, aber was derzeit an extremen Aussagen öffentlich gesagt oder gepostet wird, ist auch nicht mehr in Ordnung, und es wird über das Ziel hinausgeschossen. Und das geht gar nicht, denn auch wir Männer haben Gefühle und ein Recht darauf, dass man uns mit Respekt begegnet und uns anständig behandelt. Ein "mehr miteinander" und auch miteinander über kontroverse Dinge sachlich sprechen, wäre sicherlich sehr hilfreich! (Herbert, 58) Wenn die GEZ bzw. der Beitragsservice nicht wäre, wäre es meiner Meinung nach was anderes gewesen. Außerdem frage ich mich, ob so ein Auftritt sein muss, wo Kinder unter den Zuschauern sitzen. Ich bin alles andere als verklemmt und ich fühle mich als Kerl nicht mal beleidigt, aber es war zu 100% der falsche Ort! Die Leute sind zu Recht auf den ÖR und den Beitragsservice sauer, und dann wird das geliefert? (Christian, 41, Meckenheim) Voting Beim nächsten Auftritt von Ikkimel ... Ihre Anfrage konnte leider nicht bearbeitet werden. A ... schalte ich ganz schnell ab. B ... singe und tanze ich wie verrückt mit! "Provokation allein macht etwas nicht automatisch zu Kunst" Für mich war der Auftritt eine niveaulose und billige Provokation, die sich pauschal abwertender und beleidigender Aussagen bedient und auf mich zudem offen männerfeindlich wirkte. Mit Satire oder Kunst hatte das nichts zu tun. Provokation allein macht etwas nicht automatisch zu Kunst. Wäre die Situation umgekehrt und es würden vergleichbare Aussagen pauschal über Frauen gemacht, wäre die öffentliche Empörung vermutlich deutlich größer ausgefallen. Solche niveaulosen und pauschal herabwürdigenden Darbietungen haben im gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk nichts verloren. (Leone, 45, Weil im Schönbuch) Für mich ist dieser Auftritt mal wieder ein Beweis, dass die Menschen immer egozentrischer werden und immer weniger die Kompetenz besitzen, sich einer Gruppe anzuschließen und ein empathisches Gespür dafür zu entwickeln, was andere brauchen. Was hat Ikkimel mit diesem Auftritt gewonnen? Neue Fans sicher nicht. Wie cool ist es als Künstler, vor einem Publikum aufzutreten, das normalerweise nicht zum eigentlichen Fankreis gehört? Und wie stark wäre es von Ikkimel gewesen, ihre Songtexte dem Publikum entsprechend ein bisschen anzupassen? Aber nein, andere zu verschrecken, zu provozieren und zu diskriminieren, nur seine eigenen Bedürfnisse zu sehen und auf die Gefühle anderer zu "scheißen", scheint der neue Trend zu sein. Rapper diskriminieren in ihren Texten das weibliche Geschlecht und nun diskriminieren Rapperinnen in ihren Texten das männliche Geschlecht. Wow, was für ein Fortschritt. Ich persönlich finde das einfach nur erbärmlich. (Sabrina, 39) "Weder provokant, noch Kunst" Hm, grundlegend sollte eigentlich jeder Künstler frei seine Texte und Meinungen äußern dürfen, insofern sie keine Gesetze verletzen wie z.B. rechtsradikale Inhalte. Als Frau fühle ich mich z.B. besonders von frauenverachtenden Texten angegriffen, wie sie viele Rapper in ihren Songs haben, und gesellschaftlich hört bei mir der Spaß da auch auf. Als Künstler mit Reichweite hat man Verantwortung und ist zum Teil auch ein Vorbild. Von daher finde ich es auch überhaupt nicht gut, dass "Fußballmänner als Penner" dargestellt werden. Mein Mann ist großer Fußballenthusiast und der liebste Mensch, den ich kenne. Keine Gruppe von Menschen sollte in einem Songtext diskriminiert werden. Und dann wäre da noch der kulturelle Anspruch: Irgendwie haben wir Menschen den Anstand verloren. Mit zerrissenen Jeans in die Oper? Halbnackt auf dem roten Teppich? Im Moma solche Texte? Das ist für mich nicht modern und selbstbewusst, sondern einfach nur provokant und ohne jeden Anstand. (Monja, 45, Berlin) In einer Zeit, in der absolut sensibel und inklusiv mit Worten umgegangen wird - in der sich Comedians rückwirkend für den Humor des damaligen Zeitgeistes entschuldigen müssen, ist sowas absolut fehl am Platz. Das Kindermädchen hat nichts im Fernsehen zu suchen und der Programmchef gehört entlassen oder mal massiv zurechtgerückt. Das ist eine Frechheit und hebelt die feine Pädagogik belesener Eltern aus. (Peter, 35, Mainz) Meine Meinung ist wohl aufgrund meines Alters nicht mehr relevant. Ich gehöre zur aussterbenden Generation und bin froh darüber. Ich würde den Auftritt als dummdreist bezeichnen, wäre sie meine Tochter, würde ich mich schämen. (Günter, 81, Berlin)

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