DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,00 % 52.337,04 Pkt 20:52:33 S&P 500 +0,18 % 7.676,85 Pkt 20:52:34 Nasdaq +0,67 % 26.181,99 Pkt 20:52:32 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,44 % 4.025,40 USD 20:42:32 Silber -0,04 % 53,93 USD 20:42:32 Brent -0,74 % 110,87 USD 20:42:30 WTI -1,30 % 101,93 USD 20:42:25 Bitcoin -0,23 % 79.839,97 USD 20:52:32 EUR/USD -0,33 % 1,11840 USD 20:51:45 EUR/GBP +0,06 % 0,83760 GBP 20:52:34 EUR/CHF +0,55 % 0,92510 CHF 20:52:33 EUR/JPY +0,27 % 176,066 JPY 20:52:34

Die Psychologie zeigt: Die Großeltern, zu denen erwachsene Enkel die engste Bindung haben, sind nicht zwangsläufig diejenigen, die am häufigsten präsent waren

Wissenschaft

Oma und Opa und ihre Enkel haben eine besondere Beziehung. Beide Seiten profitieren davon. Studien haben etwa immer wieder gezeigt, dass Großeltern, die sich um ihre Enkel kümmern, länger fit bleiben. Die Enkel wiederum stärkt es, wenn Großeltern positive Erfahrungen schaffen. Doch nicht nur die Zeit, die sie miteinander verbringen, prägt, wie intensiv ihre Beziehung auch später noch ist.

Harleen Kaur schildert in ihrem aktuellen Beitrag auf „Bolde“ zwei verschiedene Großeltern-Typen:

Der eine fragt die Eltern nach der Arbeit und erzählt zum wiederholten Mal dieselben drei Geschichten über das Haus, das 1994 verkauft wurde. Er ist freundlich, präsent, vertraut – die Enkel mögen ihn, aber sie rufen ihn nicht an.

Der andere Großelternteil wendet sich dem Neunjährigen zu und fragt, was er gerade liest. Auf besondere Art: Diese Großmutter oder dieser Großvater hört wirklich zu. Er hakt nach, fragt, worum es in dem Buch geht, und möchte sogar wissen, welcher Teil langweilig war – und warum.

Der New Yorker Autorin zufolge macht genau das den Unterschied. Selbst wenn das Enkelkind in seinem Alter diesen noch nicht bemerkt oder in Worte fassen kann. Das Kind könne dennoch spüren, dass es als Gesprächspartner ernst genommen werde. Psychologen haben das regelmäßig bestätigt.

Wie Großeltern ihre Enkel emotional stark machen

Dieses echte Interesse am Gegenüber ist es, das die Beziehung so wertvoll macht. Ganz besonders in der heutigen Zeit. Das betont Kenneth Barish, klinischer Professor für Psychologie an der Weill Cornell Medicine, bereits in seinem vor ein paar Monaten erschienenen Buch „The Art and Science of Parenting and Grandparenting“.

ANZEIGE

ANZEIGE

Jetzt, wo psychische Probleme junger Menschen immer größer würden, seien Großeltern wichtiger denn je, schreibt das Fachportal „Science Daily“. Barish argumentiert, dass die Kinder unterstützende Beziehungen, sinnvolle Gespräche und Sinnhaftigkeit brauchen – und nicht nur Leistungsdruck. Großeltern könnten helfen, indem sie zuhören und ermutigen. Das stärke die emotionale Belastbarkeit.

Der Kinderpsychologe kommt sogar zu dem Schluss: Großeltern sind möglicherweise einer der mächtigsten – und am meisten übersehenen – Schlüssel, um Kindern bei der Bewältigung der heutigen psychischen Herausforderungen zu helfen.

Kinder brauchen jemanden, der zuhört

Großeltern tragen seiner Einschätzung nach sehr viel zur seelischen Gesundheit ihrer Enkel bei. Er nennt es „Moleküle emotionaler Gesundheit“, die sie aussenden. Damit meint Barish kleine, aber bedeutungsvolle Momente der Ermutigung, Aufmerksamkeit und des Verständnisses. All das stärke das „emotionale Immunsystem“ von Kindern.

„Die sichere Erwartung eines Kindes, dass jemand zuhört und versteht, ist der beste Schutz vor den emotionalen Krankheitserregern, denen es im Laufe seiner Kindheit ausgesetzt sein wird. Mehr als alles andere brauchen Kinder jemanden in ihrem Leben, der zuhört, der ihnen hilft, sich weniger allein zu fühlen, und der ihnen beibringt, dass Probleme gelöst, Beziehungen repariert werden können und schlechte Gefühle nicht ewig anhalten“, erklärt Barish.

Spiele, gemeinsames Vergnügen und echter Enthusiasmus für die Interessen und Ziele der Kinder – all das sind weitere Zutaten für eine starke familiäre Beziehung. So kann diese bis ins Erwachsenenalter stabil bleiben. Nicht nur Erinnerung überdauert, sondern auch das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Diese bleibenden Bausteine für das Leben beschreibt auch Psychiater Thomas R. Verny zur Bindung zwischen den Generationen: „Die Lehren aus den Beziehungen zwischen Großeltern und Enkelkindern in der Kindheit, insbesondere im Zusammenhang mit Spiritualität und moralischer Entwicklung, bleiben bis ins frühe Erwachsenenalter bestehen.“ Da zeigt sich dann, wie intensiv die Gespräche der erwachsenen Enkel mit Oma und Opa nun sind. Wie sie auch ihnen zuhören.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren