Die schnellste Elektro-Drohne der Welt kommt aus Deutschland - jetzt bekämpft sie Bedrohungen für die Ukraine
Die Apex Recordhunter soll am 26. Juni im Horizontalflug 699 km/h geschafft haben. Entwickelt wurde sie von N3XT, dem Experimentalbereich von Quantum Systems. Das Unternehmen will die Technik nach eigenen Angaben in neue Abfangdrohnen übertragen, die auch im Kontext des Kriegs in der Ukraine eine Rolle spielen könnten, so das US-Technikportal „New Atlas“. Noch bestätigt Guinness World Records den Rekord allerdings nicht offiziell. Quantum Systems erklärt, dass die Anerkennung noch aussteht. Sollte der Wert anerkannt werden, läge er über dem bisherigen offiziellen Rekord von rund 657,59 km/h. 699 km/h im Test, aber ohne offiziellen Rekord Quantum Systems sieht den Flug nicht nur als Prestigeprojekt. Die Technik der Apex Recordhunter soll nach Unternehmensangaben direkt in eine neue Generation von Abfangdrohnen einfließen. In modernen Konflikten kann Geschwindigkeit entscheidend sein. Sekunden können darüber entscheiden, ob eine angreifende Drohne abgefangen wird oder ihr Ziel erreicht. Der an dem Projekt beteiligte Ingenieur Robert Gardemin sagte laut „New Atlas“: „699 km/h sind ein unglaublicher Meilenstein, aber es ist erst der Anfang. Wir werden sehr bald zurückkehren, noch schneller fliegen und es offiziell machen.“ Rivalen und inoffizielle Bestwerte Ganz unumstritten ist der Anspruch auf den Spitzenplatz allerdings nicht. Zwei australische Tüftler vom YouTube-Kanal Drone Pro Hub, Aidan Kelly und Ben Biggs, maßen ihre Blackbird-Drohne bereits mit 730 km/h. Nach eigenen Angaben spielte dabei aber Rückenwind eine Rolle. Die bereinigte Fluggeschwindigkeit lag demnach eher bei 674 km/h, der offizielle Durchschnitt einer Messreihe bei 685 km/h. ANZEIGE ANZEIGE Damit bewegen sich beide Projekte in einem ähnlichen Geschwindigkeitsbereich. Eine endgültige offizielle Entscheidung gibt es bislang allerdings nicht. Abfangdrohnen aus dem Joint Venture Die Apex selbst ist laut Unternehmen keine Waffe, sondern ein Technologiedemonstrator. Das Wissen daraus soll jedoch laut der „Economic Times“, einer indische Wirtschaftszeitung, in militärische Anwendungen einfließen. Die eigentlichen einsatzfähigen Systeme kommen von WIY Drones aus Kiew, das in einem Joint Venture mit Quantum Systems arbeitet. Dort werden zwei Abfangdrohnen vorbereitet. Dazu gehören die Strila mit 0,5 Kilogramm Nutzlast und die Spys, die als besonders schneller FPV-Abfangjäger gilt. Bei Vorführungen soll die Spys bis zu 600 km/h erreicht haben, die Strila 2 LR bis zu 310 km/h bei 30 Minuten Flugzeit. Zudem wurde laut Bericht ein Auftrag über 15.000 Strila-Drohnen für die ukrainische Nationalgarde gesichert.