Die Toten Hosen sagen „Adiós, Amigos“: Gänsehaut-Abschied von Argentinien
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Buenos Aires (Argentinien) – Am Ende versagte selbst Frontmann Campino (64) die Stimme. 34 Jahre nach dem ersten Auftritt in Buenos Aires verabschiedeten sich die Toten Hosen mit einem emotionalen Konzert von ihrem zweiten Zuhause. Rund 15.000 Fans waren am Samstagabend in die ausverkaufte Movistar-Arena der argentinischen Hauptstadt geströmt, um beim 50. und letzten Auftritt der Düsseldorfer Punkrocker in Argentinien dabei zu sein.
Sehr bewegend: Als die letzten Akkorde verklungen waren, kämpfte der Frontmann mit den Tränen. „Ohne Argentinien wären wir nicht, was wir sind“, sagte ein sichtlich bewegter Campino . Worte, die zeigen, wie eng die Verbindung zwischen der Band und ihren Fans auf der anderen Seite des Atlantiks geworden ist. Unter dem Motto „Fútbol, Asado, Vino y Adiós, Amigos“ zogen die Hosen noch einmal für drei Konzerte durch das Land, spielten zuvor in Rosario und Tandil. Es war eine Abschiedstour voller Emotionen, Erinnerungen und Dankbarkeit. Was für ein Gänsehautabend!
Besonders beeindruckend: Tausende Argentinier sangen die deutschen Texte Wort für Wort mit. Für viele Konzertbesucher längst selbstverständlich. Die Toten Hosen sind am Río de la Plata nicht einfach nur eine deutsche Band, sondern ein Stück Heimat geworden. Gleichzeitig nahmen zahlreiche Fans aus Deutschland den weiten Weg nach Südamerika auf sich, um diesen historischen Abend mitzuerleben.
Begonnen hatte alles am 11. September 1992 in dem kleinen Club Halley in Buenos Aires. Damals ahnte niemand, dass aus einem Konzert eine jahrzehntelange Fan-Liebesgeschichte werden würde. Die Band selbst spricht heute vom „Beginn einer großen Liebe“. Aus regelmäßigen Besuchen wurden Freundschaften fürs Leben. Argentinien wurde für Campino und seine Kollegen zur „zweiten Heimat“.
Campino: „Haben hier Freunde fürs Leben gefunden“
Besonders bemerkenswert: Die Toten Hosen kamen auch dann, als andere längst wegblieben. Nach dem Staatsbankrott Anfang der 2000er-Jahre, als internationale Stars das Land mieden und Konzerte kaum lukrativ waren, hielten die Düsseldorfer ihren argentinischen Fans die Treue. „Wir haben Freunde fürs Leben gefunden“, bilanziert die Band heute. Und genau deshalb fühlte sich dieser Abschied nicht wie das Ende einer normalen Tour an. Sondern wie der Abschied von einer großen Liebe.
Die Toten Hosen treten bald ganz von der Bühne ab
Auch in Deutschland neigt sich die gemeinsame Reise dem Ende entgegen. Die mittlerweile über 60 Jahre alten Bandmitglieder wollen im kommenden Jahr ihre letzten Konzerte geben. Campino sagte bereits im Mai: „Es ist immer besser, einen Tick zu früh zu gehen, als einen Tick zu spät.“ In Buenos Aires wurde am Samstagabend deutlich, was die Toten Hosen hinterlassen: nicht nur Hits und Konzert-Erinnerungen, sondern ein Band zwischen Deutschland und Argentinien, das selbst ein Abschiedskonzert nicht zerreißen kann.