Die US-Unterwasserdrohne, die Teheran in der Straße von Hormus erbeutet hat, kann Missionen in bis zu 6000 Metern Tiefe absolvieren
Der Iran hat nahe der Straße von Hormus eine amerikanische Unterwasserdrohne erbeutet. Dabei handelte es sich um eine Dive-LD des US-Rüstungsunternehmens Anduril – ein unbemanntes U-Boot für lange Einsätze in der Tiefsee. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten den Fund am 8. September.
Inzwischen bestätigten auch das US-Zentralkommando Centcom und der Hersteller den Vorfall. Anduril-Gründer Palmer Luckey schrieb auf X, die Drohne sei „serienmäßig hergestellt“ und „entbehrlich“. Sie sei bewusst so konstruiert worden, dass ihr Verlust in gefährlichen Zonen einkalkuliert ist.
Moderne Unterwasserdrohne kann bis zu 6000 Meter tief tauchen
Das autonome Unterwasserfahrzeug ist nach den bekannten technischen Daten rund 5,8 Meter lang, hat einen Durchmesser von etwa 1,2 Metern und wiegt ungefähr drei Tonnen. Es kann je nach Ausrüstung und Auftrag in Tiefen von bis zu 6000 Metern eingesetzt werden.
Die Dive-LD ist für längere Einsätze ohne Besatzung gebaut. Nach Herstellerangaben kann das System bis zu zehn Tage autonom arbeiten. Es lässt sich mit unterschiedlichen Sensoren und Nutzlasten ausrüsten und für mehrere Aufgaben anpassen.
Dazu gehören:
Aufklärung und Überwachung
Minenjagd und -abwehr
präzises Absetzen von Ausrüstung unter Wasser
Vermessung des Meeresbodens
Experten sehen Risiko – Pentagon sieht das anders
Laut der Nachrichtenagentur Reuters gehen Experten davon aus, dass Teheran das erbeutete Fahrzeug nun technisch zerlegen und untersuchen wird. Mehrere Analysten trauen dem Iran zwar keinen unmittelbaren militärischen Durchbruch zu. Dennoch sei die Erbeutung der Drohne von Bedeutung: Ingenieure könnten die Hardware und mechanische Systeme des Fahrzeugs auswerten, daraus Schwachstellen ableiten und eigene Entwicklungen verbessern.
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Das Pentagon bewertet den Vorfall als weniger brisant. Ein Sprecher sagte, bei der verlorenen Drohne habe es sich um ein älteres Modell gehandelt, das weder sensible Daten gesammelt noch über geheime Sonar- oder Radartechnik verfügt habe.
Kapitän Tim Hawkins vom US-Zentralkommando sagte der „Washington Post“, es gebe „keine besonders wertvolle Verteidigungstechnologie, die jemand ausnutzen könnte“. Ganz ausschließen lassen sich Folgen aber nicht.
Marinen setzen stärker auf Unterwasserdrohnen
Systeme wie die Dive-LD werden für Marinen immer wichtiger. Statt Soldaten in riskante Gewässer zu schicken, können unbemannte Fahrzeuge Informationen sammeln, den Meeresboden absuchen oder Minen aufspüren.
Die USA und ihre Verbündeten investieren seit Jahren in diese Technik. Anduril entwickelt neben der kleineren Dive-LD auch größere autonome Unterwassersysteme. In Australien arbeitet das Unternehmen zudem am Programm „Ghost Shark“, einem besonders großen unbemannten Unterwasserfahrzeug.
Wer steckt hinter Hersteller Anduril?
Anduril wurde 2017 mit massiver Unterstützung des Trump-nahen Investors Peter Thiel und seinem Risikokapitalgeber Founders Fund ins Leben gerufen. Anduril wurde im Mai 2026 mit 61 Milliarden US-Dollar (etwa 53 Milliarden Euro) bewertet.
Peter Thiel ist nach wie vor einer der wichtigsten Investoren des Unternehmens. Über Founders Fund hatte er im Juni 2025 eine Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) angeführt, wovon die Investmentfirma allein eine Milliarde Dollar beisteuerte.