„Die Welt muss das sehen“: Selenskyj veröffentlicht verstörendes Drohnenvideo
Startseite Politik „Die Welt muss das sehen“: Selenskyj veröffentlicht verstörendes Drohnenvideo Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Eine Drohne greift Zivilisten an: Selenskyj verurteilt den Angriff auf einen Gemüsehändler in Cherson. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Drohnenangriff auf einen Zivilisten in Cherson scharf verurteilt. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Drohne einen Gemüsehändler verfolgt, zwischen Fahrzeugen jagt und schließlich neben ihm explodiert. Selenskyj spricht von einer russischen „Safari“ auf Menschen. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Der 52-Jährige überlebte den Angriff mit mehreren Splitterverletzungen, einer Gehirnerschütterung und weiteren Verletzungen. Ein Arzt bestätigte seinen Zustand. Die Aufnahmen verbreiteten sich am Dienstagmorgen zunächst über ein proukrainisches Instagram-Konto, wie der britische Sender BBC berichtet. Drohne verfolgt Händler bis zu seinem Lieferwagen Das Video zeigt den Mann auf einer Straße im Norden von Cherson. Über ihm schwebt eine Drohne. Als er davonläuft, folgt sie ihm um einen weißen Lieferwagen. Wenig später geht der Flugkörper neben ihm nieder und explodiert. Der Gemüsehändler sagte später aus einem Krankenhaus, er habe mit seiner Frau gerade Kisten neben dem Wagen aufgestellt. Dann hätten beide das typische Summen einer Drohne gehört. Seine Frau sei davongelaufen. Daraufhin habe sich der Flugkörper ihm zugewandt. Er habe einige Knoblauchknollen in die Kamera gehalten. So wollte er dem Piloten zeigen, dass er weder eine Waffe noch ein Aufnahmegerät trug. „Man konnte sehen, dass dort Tomaten, Gurken und Auberginen auf dem Boden lagen“, sagte der Mann nach Angaben des Regionalgouverneurs. Die Drohne sei ihm sogar unter einem Sonnenschirm hindurch gefolgt. Die Verifikationseinheit BBC Verify ordnete den Aufnahmeort einem Marktplatz an einem Kreisverkehr im Stadtteil Tawrijskyj zu. Wer den Angriff filmte und wie die Bilder ins Internet gelangten, ist dem Bericht zufolge unklar. Selenskyj fordert mehr Druck auf Russland „Die Welt muss das sehen“, schrieb Selenskyj am Dienstag auf Telegram. Jeder müsse erkennen, wie russische Soldaten Menschen töteten und quälten. Nach seinen Angaben greifen russische Drohnen in Cherson täglich Zivilisten auf diese Weise an. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete die Attacke als „barbarisches Kriegsverbrechen“. Der Drohnenpilot habe erkennen können, dass er einen Zivilisten verfolgte. Solche Angriffe seien kein Zufall, sondern Teil einer gezielten russischen Strategie zur Einschüchterung der Bevölkerung, erklärte Sybiha laut BBC. Selenskyj verlangte politischen Druck auf Moskau sowie Sicherheitsgarantien für die Ukraine und weitere Staaten in der Region. Russland müsse gezwungen werden, über Frieden nachzudenken, „nicht darüber, wie es die Reichweite seiner Drohnen vergrößern kann“, schrieb er auf Telegram. UN dokumentierte wiederholte Angriffe auf Zivilisten Cherson liegt nur wenige Kilometer von der Front entfernt. Russische Streitkräfte setzen dort nach ukrainischen Angaben seit längerer Zeit ferngesteuerte Drohnen gegen Bewohner ein. Die Angriffe werden häufig als „Menschen-Safaris“ bezeichnet. Ein Bericht der Vereinten Nationen kam 2025 zu dem Schluss, dass russische Streitkräfte in der Region wiederholt Zivilisten mit Drohnen getötet oder verletzt hätten. Videos aus den Kameras der Flugkörper würden anschließend teilweise ins Internet gestellt. Das Veröffentlichen solcher Aufnahmen könne nach Einschätzung der UN ein Kriegsverbrechen gegen die persönliche Würde der Opfer darstellen.