DAX +0,75 % 25.369,35 Pkt 09:08:58 MDAX +1,15 % 30.219,77 Pkt 09:08:59 Euro Stoxx 50 -0,13 % 6.108,36 Pkt 09:08:30 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold -0,66 % 4.011,60 USD 09:13:53 Silber -2,00 % 53,03 USD 09:13:56 Brent -3,85 % 111,35 USD 09:13:56 WTI +0,63 % 102,40 USD 09:13:57 Bitcoin -0,31 % 79.759,66 USD 09:23:54 EUR/USD -0,53 % 1,11590 USD 09:23:45 EUR/GBP -0,14 % 0,83730 GBP 09:23:58 EUR/CHF +0,02 % 0,92430 CHF 09:23:59 EUR/JPY +0,08 % 176,059 JPY 09:23:59

Diese Erreger sind die größten Risiken

Gesundheit

Startseite

Wissen

2,3 Millionen Krebsfälle durch Infektionen: Diese Erreger sind laut Studie die größten Risiken

Uns auf Google folgen

Infektionen durch Viren, Bakterien und Parasiten haben 2024 schätzungsweise 2,3 Millionen neue Krebsfälle ausgelöst; besonders betroffen sind ärmere Länder.

München – 2024 gingen weltweit rund 2,3 Millionen neu diagnostizierte Krebsfälle auf Infektionen mit Viren, Bakterien und Parasiten zurück. Das entspricht zwölf Prozent aller neuen Erkrankungen, wie eine neue Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), der Krebsorganisation der Weltgesundheitsorganisation, zeigt.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel von Marta Iraola Iribarren entstand in Kooperation mit Euronews

Die Forschenden betonen, dass viele dieser Infektionen durch Prävention, Screening und Behandlung vermeidbar wären. „Trotz Fortschritten bei Impfungen und Früherkennungsprogrammen bleiben infektionsbedingte Krebserkrankungen weltweit eine große Herausforderung. Besonders stark betroffen sind Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen“, sagte Harriet Rumgay, Wissenschaftlerin in der Abteilung für Krebsüberwachung bei der IARC und Mitautorin der Studie.

Sie weist darauf hin, dass begrenzter Zugang zu Gesundheitsdiensten das Risiko zusätzlich erhöht. „Die Ergebnisse machen deutlich, welche zentrale Rolle die Kontrolle von Infektionen für die Verringerung der globalen Krebsbelastung spielen kann“, ergänzte sie.

Die Studie unterstreicht, dass zielgerichtete Investitionen in Prävention und Versorgung nicht nur Leben retten, sondern auch die Gesundheitssysteme entlasten könnten.

Umfassende Präventionsstrategien und neue Impfstoffe

Die Autorinnen und Autoren empfehlen ein breites Maßnahmenpaket von der Primärprävention über Screening und Behandlung bis hin zu Forschung und Politik. Dazu zählen der Ausbau bestehender Impfprogramme, die Entwicklung neuer Impfstoffe, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Parasiten sowie ein erweitertes Testangebot für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.

Gleichzeitig fordern sie eine bessere Einbindung dieser Ansätze in nationale Krebsstrategien. „Investitionen in neue Präventionswerkzeuge könnten den größten Effekt haben“, sagte Gary Clifford, leitender Mitautor der Studie. Er verweist darauf, dass innovative Diagnostik und Impfstoffe in ressourcenschwachen Regionen entscheidend sein könnten, um die Zahl der infektionsbedingten Krebsfälle deutlich zu senken.

Epstein-Barr-Virus als Beispiel für zukünftige Prävention

Ein Beispiel für eine solche künftige Investition sind Infektionen mit dem Epstein-Barr-Herpesvirus (EBV), einem der weltweit häufigsten humanen Viren, für das es bislang keinen zugelassenen Impfstoff gibt, erklärte Clifford. Die Infektion kann sechs verschiedene Krebsarten auslösen, darunter Tumoren im Rachen und im Magen, und betrifft oft Menschen bereits im Kindes- oder Jugendalter.

EBV ist nur eines von zwölf infektiösen Agenzien, die beim Menschen krebserregend wirken – darunter weitere Viren, ein Bakterium und mehrere Parasiten. Die Studie zeigt, dass konsequente Kontrolle dieser Erreger erheblich dazu beitragen könnte, die weltweite Krebsbelastung langfristig zu reduzieren.

Krebsursache Infektion: Welche Erreger dominieren

Die wichtigste infektiöse Ursache für Krebs ist Helicobacter pylori, ein Bakterium, das den Magen befällt und häufig Magengeschwüre verursacht. Es war im Jahr 2024 für 760.000 neue Krebsfälle verantwortlich, also für vier Prozent aller weltweiten Fälle, und spielt damit eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Magenkrebs.

Das Bakterium steht mit drei Krebsarten in Verbindung: nicht-kardialem und kardialem Magenkrebs sowie einer Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, die im Magen entsteht. Diese Zusammenhänge sind seit Jahren bekannt, dennoch ist die flächendeckende Testung und Behandlung in vielen Ländern noch unzureichend.

An zweiter Stelle folgt das Humane Papillomavirus (HPV). Es verursachte 750.000 neue Fälle, gefolgt vom Hepatitis-B-Virus (HBV), das ebenfalls einen erheblichen Anteil an der Krebsbelastung hat. Beide Viren lassen sich durch Impfprogramme gezielt bekämpfen, doch die Durchimpfungsraten unterscheiden sich stark zwischen den Regionen.

HPV im Fokus von Screening und Impfstrategien

HPV kann acht verschiedene Krebsarten auslösen – von Gebärmutterhals- und Peniskrebs bis hin zu Kehlkopftumoren. Alle Gebärmutterhalskrebserkrankungen gehen nach Angaben der Autorinnen und Autoren auf HPV zurück, weshalb das Virus im Zentrum von Screening- und Impfstrategien steht. Viele Länder setzen auf organisierte Programme, um möglichst viele junge Menschen vor einer Infektion zu schützen.

Infektionsbedingter Krebs kann grundsätzlich jeden treffen, doch die Last ist weltweit sehr ungleich verteilt. Laut Studie entfallen fast drei Viertel aller Fälle auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen Präventionsangebote, Diagnostik und Behandlung oft nur eingeschränkt verfügbar sind.

Regionale Unterschiede bei infektionsbedingtem Krebs

In Ostasien wurden im Jahr 2024 die meisten auf Infektionen zurückgehenden Krebsfälle registriert: 990.000 Fälle, also 42 Prozent der weltweiten Gesamtzahl. Haupttreiber sind Helicobacter pylori und Hepatitis B, die dort weit verbreitet sind und ohne systematische Gegenmaßnahmen zu hohen Magen- und Leberkrebsraten führen.

In Subsahara-Afrika ist der Anteil so hoch wie in keiner anderen Region: Dort steht rund ein Viertel aller Krebsfälle im Zusammenhang mit Infektionen, vor allem wegen der hohen Rate an HPV-bedingtem Krebs. Viele Betroffene erhalten die Diagnose erst in einem späten Stadium, was die Behandlung zusätzlich erschwert.

Am wenigsten betroffen sind Nordeuropa, Westeuropa und Südeuropa sowie Nordamerika und Ozeanien. Dort sorgen flächendeckende Impfprogramme, bessere Hygienebedingungen und gut ausgebaute Gesundheitssysteme dafür, dass infektionsbedingte Krebsarten seltener auftreten und früher erkannt werden.

Präventionspolitik und neue Screeningansätze

Die geografischen Unterschiede spiegeln auch unterschiedliche Präventionsstrategien und Gesundheitspolitiken wider. So haben etwa Japan, Südkorea und China in Ostasien bevölkerungsweite Screeningprogramme mit Endoskopie eingeführt, um die hohen Raten von Magenkrebs zu bekämpfen, der überwiegend durch Helicobacter pylori verursacht wird.

Da endoskopisches Screening invasiv und teuer ist, testen mehrere europäische Länder derzeit in Pilotprojekten Helicobacter-pylori-„Screen-and-treat“-Programme. Dabei weisen nicht-invasive Tests eine Infektion nach, die anschließend mit gezielten Antibiotika behandelt wird, um das Krebsrisiko zu senken und gleichzeitig die Belastung für Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitssysteme zu begrenzen.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren