Diese Nudeln holen Bestnote, andere werden Letzter
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Lidl gegen Kaufland im Nudel-Test: Einer holt Note „sehr gut“, der andere wird Letzter
Von: Eliran Kendi
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Öko-Test hat 36 Spaghetti geprüft, darunter Nudeln von Lidl und Kaufland. Beide gehören zum selben Konzern. Doch während ein Produkt mit Bestnote „sehr gut“ glänzt, landet das andere ganz hinten.
Öko-Test (Heft 03/2024) hat 36 Spaghetti geprüft.
Testbericht: Zwischen den Nudeln der Schwesterhändler Lidl und Kaufland liegen Welten
Hinweis: Die angegebenen Preise wurden am 6. Oktober 2026 ermittelt.
Am 6. Oktober feiern die USA den Nationalen Tag der Nudel einen kulinarischen Aktionstag. Auch in Deutschland sind Nudeln beliebt: Die Branchenwebsite „Nudeln machen glücklich“ führt Spaghetti auf Platz eins der meistgekauften Sorten.
Doch nicht jede Packung hält, was sie verspricht. Öko-Test hat 36 Spaghetti im Labor auf Pestizide, Mineralöl und Schimmelpilzgifte untersucht. Ausgerechnet bei zwei Händlern desselben Konzerns gehen die Ergebnisse weit auseinander.
Bio-Spaghetti im Test: Lidl glänzt, Kaufland wird Schlusslicht
Gleicher Konzern, gleicher Preis – deutlich andere Noten: Die K-Bio Spaghetti von Kaufland erhalten als einziges Produkt im Test „ausreichend“ und landen damit allein auf dem letzten Platz. Die Combino Bio Spaghetti von Lidl holen dagegen „sehr gut“. Beide Händler gehören zur Schwarz-Gruppe.
Der Hauptgrund für Kauflands schwaches Ergebnis: Das Labor wies Glyphosat nach, ein umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel. Die gefundene Menge kann nach Einschätzung eines Experten des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart auf einen im Bio-Anbau unerlaubten Einsatz hindeuten. Auch eine Vermischung mit konventionellem Weizen kommt demnach infrage. Für Bio verbotene Pestizide führen bei Öko-Test zu deutlichen Abzügen.
Die gleich teuren Bio-Spaghetti von Lidl überzeugen hingegen in allen Testkategorien. Das Labor wies weder Mineralölbestandteile noch Pestizidrückstände oder Schimmelpilzgifte nach. Damit gehören sie zu den wenigen Produkten im Test ohne diese Befunde.
K-Bio Spaghetti (Kaufland) – Gesamtnote: „ausreichend“ – Preis: 0,85 Euro pro 500 Gramm
Combino Bio Spaghetti (Lidl) – Gesamtnote: „sehr gut“ – Preis: 0,85 Euro pro 500 Gramm
Herkömmliche Spaghetti: Lidl holt Bestnote, Kaufland nur „befriedigend“
Auch bei den herkömmlichen Spaghetti hat Lidl die Nase vorn. Die Combino Spaghetti erreichen „sehr gut“. Die Tester fanden darin zwar Spuren von Pestiziden und Schimmelpilzgiften. Die Mengen waren nach den Maßstäben von Öko-Test aber so gering, dass sie die Bestnote nicht gefährdeten.
Die K-Classic Spaghetti von Kaufland zählen dagegen auch hier zu den Schlusslichtern des Tests. Zum selben Preis von 0,69 Euro kommen sie auf „befriedigend“.
K-Classic Spaghetti (Kaufland) – Gesamtnote: „befriedigend“ – Preis: 0,69 Euro pro 500 Gramm
Combino Spaghetti (Lidl) – Gesamtnote: „sehr gut“ – Preis: 0,69 Euro pro 500 Gramm
Welche weiteren Spaghetti die Bestnote holen und wie alle 36 Spaghetti abschneiden, zeigt der vollständige Testbericht von Öko-Test (Heft 04/2024, kostenpflichtig).
Spaghetti im Test: Drei Viertel holen die Bestnote
Gute Nachrichten für Nudelfans: Rund drei Viertel der 36 getesteten Spaghetti erhalten „sehr gut“. Bio- und konventionelle Nudeln schneiden gleich ab – in beiden Gruppen gibt es jeweils vier Produkte mit Abzügen. Auch bei Pestiziden stellte Öko-Test Fortschritte fest: Im Vorgängertest steckte Glyphosat noch in mehr als der Hälfte der untersuchten Spaghetti, im hier vorgestellten Test nur in drei Produkten.
Ganz ohne Beanstandungen ging es aber nicht: In vier Produkten fand das Labor erhöhte Mengen an Mineralölbestandteilen. Diese können etwa über Druckfarben in Lebensmittel gelangen und sich im Körper anreichern. Eine Bio-Marke enthielt zudem auffällig viel Schimmelpilzgift – ein Stoffwechselprodukt von Schimmelpilzen, das Zellen und das Immunsystem schädigen kann.
Wichtig: Der Test wurde erstmals vor knapp zweieinhalb Jahren veröffentlicht. Die Ergebnisse gelten für die damals untersuchten Chargen und lassen sich nicht ohne Weiteres auf heute verkaufte Produkte übertragen. Laut Öko-Test verwiesen einige Hersteller nach dem Test auf eigene Untersuchungen neuerer Chargen mit geringeren oder keinen Schadstoffnachweisen. Andere haben nach eigenen Angaben ihre Verpackungen überarbeitet.
So hat Öko-Test die Spaghetti getestet
Öko-Test kaufte 36 klassische Spaghetti aus Hartweizengrieß, darunter 19 Bio-Produkte. Die Packungen stammten aus Discountern, Supermärkten, Drogerien und Bio-Läden.
Geprüft wurden vor allem zwei Bereiche:
Schadstoffe: Das Labor suchte nach Pestiziden wie Glyphosat, Mineralölbestandteilen, Schimmelpilzgiften und Cadmium. Die Verpackungen wurden auf chlorierte Verbindungen untersucht. Bei Cadmium und chlorierten Verbindungen gab es keine Auffälligkeiten.
Packungsangaben:Die Tester kontrollierten den Nutri-Score, die angegebene Portionsgröße und die Angaben zum Ballaststoffgehalt.
Abzüge gab es insbesondere für erhöhte Schadstoffgehalte, bedenkliche oder für Bio verbotene Pestizide sowie fehlende oder unrealistische Packungsangaben. Die meisten Bewertungsgrenzen legt Öko-Test selbst fest.