Dieselgate: Gericht kippt Volkswagens Deal mit Ex-Audi-Chef Stadler
Düsseldorf. Volkswagens Vergleich mit dem früheren Audi-Chef Rupert Stadler hat vor Gericht keinen Bestand. Das Oberlandesgericht (OLG) Celle erklärte am Mittwoch die Zustimmung der Aktionäre für nichtig. Für seine Rolle im Dieselskandal sollte Stadler 4,1 Millionen Euro beitragen. Den Schaden durch ihn hatte der Konzern selbst auf rund 300 Millionen Euro beziffert.
Den Vergleich begründete Volkswagen unter anderem damit, dass Stadler finanziell bei Weitem nicht für diesen Schaden aufkommen könne. Worauf diese Einschätzung beruhte, erfuhren die Aktionäre nicht. Darin sieht das Gericht eine Verletzung ihres Auskunftsrechts.
Geklagt hatten die Verbraucherzentrale und die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Prozesskosten trägt Volkswagen zu 86 Prozent. SdK-Anwalt Oliver Wilken sagte: „Transparenz gegenüber den Aktionären ist bei Entscheidungen über den Verzicht auf mögliche Haftungsansprüche keine Formalie.“
Volkswagen erklärte, man teile die Auffassung des Gerichts nicht und werde sämtliche Rechtsmittel eingehend prüfen. Die Entscheidung betreffe zudem nicht die Zustimmung zum Haftungsvergleich mit dem ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn. Das Verfahren wurde zuvor abgetrennt.