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Dieselpreis von drei Euro möglich

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Nächster Spritpreis-Schock: Drei Euro für Diesel „leider gefährlich nahe“

Von: Jekaterina Jalunina

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Autofahrer in Deutschland müssen mit weiter steigenden Spritpreisen rechnen. Grund ist die angespannte Lage an wichtigen Ölrouten im Nahen Osten.

Berlin – An den Tankstellen ist der Preisdruck längst angekommen. Nach einer Auswertung des SWR von rund 15.000 Tankstellen lag der bundesweite Durchschnittspreis am 14. September um 7 Uhr bei 2,38 Euro je Liter Diesel und 2,25 Euro je Liter Super E10. Für eine 50-Liter-Tankfüllung mussten Autofahrer damit rechnerisch rund 119 Euro beziehungsweise 112,50 Euro zahlen.

Auch im Monatsvergleich bewegen sich die Kraftstoffpreise auf hohem Niveau. Nach Angaben des ADAC kostete Diesel im August durchschnittlich 2,223 Euro je Liter, Super E10 2,145 Euro. Der bisherige bundesweite Tageshöchstwert für Diesel wurde demnach am 7. April mit 2,446 Euro je Liter erreicht.

Ölkrise treibt Spritpreise: ING-Ökonom hält Dieselpreis von 3 Euro für möglich

Wie weit die Preise noch steigen könnten, ist offen. Nach Angaben der BILD schließt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski einen Dieselpreis von drei Euro je Liter nicht mehr aus. Bleibe der Ölpreis längere Zeit über 110 US-Dollar je Barrel, komme diese Marke „leider gefährlich nahe“.

Hinter dem Preisanstieg steht vor allem die zunehmende Unsicherheit im Nahen Osten. Mehrere wichtige Öltransportrouten sind gleichzeitig beeinträchtigt oder gefährdet, was die Sorge vor Lieferengpässen steigen lässt. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich am Freitag, 11. September, zeitweise auf knapp 110 US-Dollar je Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai. Am Montagmorgen lag der Preis bei rund 107,50 Dollar und damit etwa 2,8 Prozent höher. Die US-Sorte WTI notierte bei 102,32 Dollar je Barrel.

Zum Vergleich: Das bisherige Kriegshoch von rund 126 Dollar je Barrel wurde im April erreicht. Auch die europäischen Erdgaspreise sowie die Frachtraten für Öltanker zogen zuletzt an und erhöhten den Kostendruck zusätzlich.

Debatte über hohe Spritpreise: Politik ringt um Preisdeckel und Entlastungen

Angesichts der Entwicklung wächst der politische Druck, gegen die hohen Preise vorzugehen – allerdings mit unterschiedlichen Vorschlägen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erneuerte seine Forderung nach einem Spritpreisdeckel: Der Staat solle einen Höchstpreis festlegen, den Tankstellen nicht überschreiten dürfen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies auf Länder wie Luxemburg, Polen, Belgien und Tschechien, in denen Höchstpreise regelmäßig an die Marktlage angepasst würden.

Die Linke verlangt angesichts der steigenden Kraftstoffpreise ein sofortiges Eingreifen der Bundesregierung. Ines Schwerdtner, Co-Vorsitzende der Partei, warnte zuletzt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters vor einem weiteren Preisschock. Die Bundesregierung dürfe nicht abwarten, bis Benzin und Diesel für viele Menschen „unbezahlbar“ würden, um anschließend mit staatlichen Milliardenhilfen einzugreifen.

Schwerdtner fordert stattdessen einen konkreten Notfallplan. Nach ihrer Vorstellung sollen krisenbedingte Übergewinne der Mineralölkonzerne abgeschöpft und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen gezielt entlastet werden. Außerdem müsse verhindert werden, dass Unternehmen Kraftstoffe deutlich oberhalb ihrer Beschaffungskosten verkaufen. Dazu brachte sie eine Begrenzung der Gewinnmargen ins Gespräch. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen staatlichen Preisdeckel bislang ab. Ein solcher Eingriff würde den Staat erneut Milliarden kosten, sagte sie im Juli RTL und ntv.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern angesichts der Preisschwankungen, bevorzugt kurz vor 12 Uhr zu tanken, da die Preise über den Tag verlaufen tendenziell nach dem sogenannten „Rakete-Feder-Prinzip“ schwanken: Sie steigen schnell, sinken aber meist langsamer. Zuletzt betrug der Tagesunterschied beim Diesel bis zu 18 Cent pro Liter.

Angriffe auf wichtige Ölrouten im Nahen Osten verschärfen die Lage und treiben den Ölpreis

Ausschlaggebend für den Preissprung sind mehrere Entwicklungen im Nahen Osten. Zum einen hat sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus verschärft, eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Am 9. September griff das US-Militär nach eigenen Angaben fünf iranische Öltanker im Persischen Golf und im Golf von Oman an und versenkte einen davon. Vorausgegangen waren demnach versuchte Angriffe auf ein US‑Kriegs­schiff. Der Tankerverkehr durch die Meerenge ist seither deutlich eingeschränkt.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Lage rund um die saudische Ost-West-Pipeline. Am 11. September trafen Drohnen mehrere Pumpstationen der rund 1200 Kilometer langen Leitung, die die Ölfelder am Persischen Golf mit dem Exporthafen Yanbu am Roten Meer verbindet. Sie gilt als zentrale Ausweichroute zur Straße von Hormus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurden zuletzt täglich vier bis fünf Millionen Barrel Öl über die Pipeline transportiert – rund vier bis fünf Prozent des weltweiten Verbrauchs.

Neue Angriffe verschärfen Risiken für Saudi-Arabiens Ölexporte

Nach Angaben des saudischen Außenministeriums wurden bei dem Angriff mehrere Menschen verletzt. Das Energieministerium nahm die Pipeline vorsorglich außer Betrieb. Riad macht vom Iran unterstützte Milizen aus dem Irak verantwortlich; die irakische Regierung kündigte eine Untersuchung an. Bislang bekannte sich keine Gruppe zu der Attacke. Medienberichten zufolge bat Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald Trump anschließend um militärische Unterstützung.

Zwei Tage später zeigten Satellitenbilder zudem Brände an einer Raffinerie in Yanbu und der Ölverarbeitungsanlage Khurais. Die Sorge vor länger anhaltenden Einschränkungen der saudischen Exportkapazitäten nahm damit weiter zu. Wann die Pipeline wieder vollständig in Betrieb gehen kann, ist offen.

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